Montag, 27. Mai 2019

Vorsicht, Weißer Hautkrebs!

Ausgabe 06.2014

Weißer Hautkrebs ist die häufigste Hautkrebserkrankung, kann jedoch bei frühzeitiger Erkennung gut behandelt werden. Noch besser: Schützen Sie Ihre Haut vor UV-Strahlung.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - haveseen

In Europa erkranken jedes Jahr durchschnittlich etwa 100 von 100.000 Menschen an weißem Hautkrebs – meist ältere Menschen, aber immer öfter sind auch junge Patienten davon betroffen. Allein: Die Dunkelziffer ist wohl noch wesentlich höher, schließlich ist weißer Hautkrebs aus den großen Krebsstatistiken ausgenommen, was laut Univ.-Prof. Dr. Rainer Kunstfeld, Oberarzt an der Universitätsklinik für Dermatologie in Wien, daran liegt, dass viele Hauttumoren ambulant entfernt werden und statistisch nicht erfasst werden.

Vom Sonnenlicht geschädigt. Zahlen hin, Statistiken her: Weißer Hautkrebs ist zwar nicht so gefährlich wie schwarzer Hautkrebs (Melanom), allerdings die häufigste Form von Hautkrebs weltweit und tritt meist an von Sonnenlicht geschädigten Hautstellen im Kopf- und Halsbereich, aber auch an Armen und Beinen auf.

Und wie schaut weißer Hautkrebs aus? „Es gibt unterschiedliche Formen“, weiß Kunstfeld. „Bei den sogenannten aktinischen Keratosen handelt es sich um flächenhafte Stellen auf einem leicht geröteten Grund. Charakteristisch ist auch eine raue Oberfläche, die an Sandpapier erinnert. Basalzellkarzinome, auch Basaliome genannt, sind hautfarbene, manchmal rötliche oder pigmentierte Knötchen mit glatter Oberfläche und charakteristischen, erweiterten Blutgefäßen, die man mit freiem Auge gut sehen kann.“ Der frühzeitige Besuch beim Hautarzt macht auf jeden Fall Sinn, ist doch das Basalzellkarzinom insbesondere im Anfangsstadium gut behandelbar. „Werden Basaliome im Frühstadium chirurgisch entfernt, liegt die Fünf-Jahres-Heilungsrate bei über 95 Prozent. Allerdings haben Basaliom-Patienten ein zehnmal höheres Risiko, an einem weiteren Basaliom zu erkranken, im Vergleich zu Menschen, die noch nie einen solchen Tumor hatten. Es kommt also durchaus vor, dass ein Patient immer wieder Basaliome entwickelt und regelmäßig operiert werden muss“, sagt Kunstfeld. Während Basaliome meist chirurgisch entfernt werden, macht dies bei aktinischen Keratosen nur wenig Sinn, da bei dieser Form des weißen Hautkrebses ganze Areale betroffen sind – es bedarf somit einer großflächigen Behandlung. „Mithilfe neuer, örtlicher Behandlungsmethoden ist es möglich geworden, das Immunsystem zu aktiveren und die Tumorzellen gezielt anzugreifen. Körpereigene Immunzellen werden aktiviert und, vereinfacht gesagt, an jenen Ort geschickt, an dem sich die Tumorzellen ausgebreitet haben, um dort ‚aufzuräumen‘“, veranschaulicht Dermatologe Kunstfeld.

So erkennen Sie weißen Hautkrebs

Weißer Hautkrebs wächst langsam, mitunter über mehrere Jahre, bildet nur selten Metastasen und tritt vor allem an Stellen auf, die der Sonne bzw. der UV-Strahlung besonders ausgesetzt sind: an Kopf und Hals, an der Stirn, den Ohren und Lippen, am Dekolleté, an den Armen und auf dem Handrücken.

Warnsignale und Symptome
• Flächenhafte, raue Stellen auf leicht gerötetem Grund (aktinische Keratosen)
• Stellen, an denen die Haut „Verletzungen“ bzw. Geschwüre bildet, die nicht abheilen
• Wunden, die nicht abheilen und immer wieder bluten
• Rötliche, hautfarbene oder pigmentierte Knötchen mit glatter Oberfläche, mit dem freien Auge sichtbar (Basaliom)

Vorbeugung
• Schützen Sie sich vor übermäßiger UV-Bestrahlung (lange Kleidung und Kopfbedeckung, Sonnencreme, Sonnenbrillen und Schattenplätze) und verzichten Sie aufs Solarium.
• Untersuchen Sie Ihren Körper regelmäßig – von Kopf bis Fuß.
• Lassen Sie verdächtige Hautveränderungen rasch vom Facharzt für Hautkrankheiten abklären und gehen Sie einmal im Jahr zum dermatologischen Ganzkörpercheck.

Patientenhilfe
Bei Fragen rund um das Leben mit Krebs können sich Patienten immer an die Österreichische Krebshilfe wenden.

Weitere Informationen im Internet: www.krebshilfe.net

Neuartige Behandlung. Doch auch beim Basaliom kann nicht immer operiert werden bzw. stößt man mitunter an die Grenzen des Machbaren, wie etwa bei Rupert S. Seit Mitte der 1990er-Jahre war der heute 69-jährige Niederösterreicher wiederholt in Behandlung. Als aber 2012 erneut mehrere große Basaliome im Gesicht diagnostiziert wurden, war eine neuerliche chirurgische Behandlung praktisch nicht mehr möglich. Daher wurde dem ehemaligen Baggerfahrer angeboten, an einer Studie mit einer neuartigen Behandlung teilzunehmen, bei der die Patienten täglich eine Kapsel einnehmen. Der darin enthaltene Wirkstoff zielt darauf ab, ein Wachstumssignal in den Tumorzellen zu unterdrücken. Rupert S. entschied sich für die Teilnahme an der Studie und konnte bereits nach wenigen Wochen einen deutlichen Rückgang seiner Hauttumoren sehen. Das Medikament hat aber auch Nebenwirkungen: „Mein Appetit war nach drei Wochen komplett weg und auch die Haare fielen mir etwas aus“, erinnert sich Rupert S., fügt jedoch sogleich hinzu: „Nach circa vier Monaten Therapie fand man keine Tumorzellen mehr – bis heute. Und der Appetit war wenige Wochen nach dem Therapieende auch wieder da.“ Freilich muss Rupert S. weiterhin alle paar Monate zur Kontrolle, allerdings achtet er mittlerweile besonders auf UV-Schutz: „Als Baggerfahrer konnte ich mich nicht immer vor der Sonne schützen. Heute gehe ich in der Mittagszeit nicht mehr ins Freie, schließlich möchte ich noch ein langes und vor allem gesundes Leben führen.“

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