Samstag, 25. Mai 2019

Unbeschwert schlemmen

Ausgabe 12/2010-01/2011
Schon im Advent geht das große Naschen und Schmausen los. Wir liefern Ihnen „vollwertige“ Tipps, wie Sie zu Weihnachten ausgewogen genießen können.

Foto: mightyisland - istockphoto.com
Alle Jahre wieder werden in den Wochen um Weihnachten und Silvester pro Kopf und Nase durchschnittlich allein drei Kilogramm an Keksen, Schokolade und Stollen verdrückt, dazu kommen noch opulente Festmenüs und noch mehr Alkohol als sonst. Nicht weiter verwunderlich, wenn unser Verdauungstrakt beleidigt spielt und uns auch sonst so einiges im Magen liegt: z.B. die zusätzlichen Kilos, die die Waage urplötzlich anzeigt. Das muss alles nicht sein: Christmas kulinarisch „light“ zu feiern verspricht Wohlbefinden und geht leichter, als man denkt.

Harte Belastungsproben
Tragisch, aber wahr: Viele traditionelle Weihnachtsgenüsse enthalten beträchtliche Mengen an Fett und Zucker. Auch wird zu den diversen Anlässen bekanntlich unverhältnismäßig reichlich getafelt. Das schmeckt unserem Stoffwechsel – speziell unseren Verdauungsorganen – oft gar nicht. Völlegefühl und vorübergehendes Sodbrennen sind zwar lästig, aber noch vergleichsweise harmlos. Übelkeit, Blähungen oder Verstopfung können einem die Feiertage aber so richtig vermiesen. Mit etwas freiwilliger Selbsteinschränkung und einer Portion Kreativität lassen sich die unerwünschten Effekte von zu üppigem Essen mildern, ja ganz vermeiden. So sparen Empfindliche kohlensäurehaltige Getränke oder Blähendes wie Zwiebel, Kohl und Knoblauch am besten gleich aus. Dafür großzügig – so es passt – mit den „Darm-Freunden“ Kümmel oder Fenchel würzen. Einfache Hausmittel können helfen, wenn man bereits schmerzlich fühlt, dass man über die Stränge geschlagen hat.

Weniger ist mehr
„Bei fast allen Rezepten kann der Zucker um etwa ein Drittel verringert werden, ohne geschmackliche Einbußen“, rät die Ernährungswissenschaftlerin und Gesundheitsreferentin im Fonds Gesundes Österreich, Mag. Rita Kichler. Das funktioniert sogar bei selbst gebackenen Keksen. Sie bietet aber sogleich eine gesunde Alternative an: „Trockenfrüchte in Fruchtkonfekt oder Fruchtkugeln mit Nüssen oder Sesam ergeben eine köstliche Nascherei mit wertvollen Inhaltsund Ballaststoffen.“

Auch der Fettanteil von Mehlspeisen und Bäckereien lässt sich reduzieren: Lassen Sie von der angegebenen Butter- oder Margarinemenge einfach einige Gramm weg und ersetzen Sie diese durch Topfen. Wer grundsätzlich eher fettarme Süßigkeiten bevorzugt, ist etwa mit Anisplätzchen und Lebkuchen gut bedient. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen: Vollwertküche enthält generell weniger Fett, vor allem tierisches, sowie weniger (Industrie-)Zucker. Übrigens: Ab und an ein Apfel oder eine Mandarine, das erfrischt und versorgt nebenbei mit wichtigen Vitaminen.

Gleicher Genuss, weniger Frust
Expertin Kichler rät zwischendurch, Punsch zu trinken – alkoholfreien! Zimt, Ingwer, Kardamom, Nelken und Co bringen nämlich träge Feiertags- Verdauung wieder auf Trab. Für eine funktionierende Verdauung sind auch Ballaststoffe unverzichtbar. Reichen Sie zum Braten Vollkornbrot, Vollkornnudeln oder Vollreis, Hülsenfrüchte, Sauerkraut oder Rotkraut. Weniger belastend für Magen, Darm und Figur ist es auch, wenn man Fisch und Fleisch nicht paniert oder frittiert, sondern dünstet oder grillt und dazu großzügig Gemüse und Salate serviert.

Auch beim Nachtisch kann man tricksen: mit Fruchtsalat oder Bratäpfeln statt Tiramisu und Konsorten. Und noch ein Tipp: „Verkleinern Sie die Portionen. Ihre Gäste werden trotzdem satt und wissen auch das gewonnene Wohlbefinden zu schätzen“, empfiehlt Kichler. Bei jedem Festschmaus kommt es aber nicht nur auf das „Was“ und „Wie viel“ an, sondern auch das „Wie“. Langsam zu essen und ausgiebig zu kauen nimmt dem Körper Arbeit ab. Kichler: „Zelebrieren Sie die Mahlzeiten und machen Sie Pausen zwischen den Gängen. Denn wer mit Muße isst, ernährt sich richtig und gibt dem natürlichen Sättigungsgefühl eine Chance: Das setzt nämlich erst nach 20 Minuten ein. Einen „gesunden“ Appetit!


Gut für die Verdauung:
Hausmiel Tricks

Damit sich Weihnachten nicht sprichwörtlich auf Ihren Magen schlägt :
  • Tees mit Anis, Pfefferminze , Fenchel oder Kümmel wirken beruhigend auf Magen und Darm und helfen bei Blähungen.
  • Bei leichten Beschwerden hilft es, sich die gute alte Wärmeflasche auf den Bauch zu legen.
  • Bei vorübergehender Verstopfung: über Nacht eingeweichte Dörrzwetschken oder Leinsamen mit viel Flüssigkeit (zum Quellen!) essen.
  • Trotz allem nicht auf Bewegung an frischer Luft vergessen, z.B. auf den klassischen Verdauungspaziergang.

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