Sonntag, 17. Februar 2019

Training für die Gefäße

Ausgabe 07-08/2011
Gehtraining ist ein Fixpunkt in der Behandlung von Durchblutungsstörungen – und auf Schusters Rappen senken Sie auch ganz nebenbei Ihr Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Foto: istockphoto.com - Steve Debenport
Ohne Sauerstoff kein Leben. Jede Zelle des Körpers ist auf diesen Energiespender angewiesen. Die Voraussetzung dafür ist eine gute Durchblutung, denn die Blutgefäße, die Arterien, übernehmen den Transport des sauerstoffreichen Blutes zu den Geweben und Organen. Wenn immer wiederkehrende Beinschmerzen zu häufigem Stehenbleiben zwingen – wie bei einem Schaufensterbummel – spricht man von der „Schaufensterkrankheit“. „Das ist allerdings ein recht harmloser Name für eine ernste Krankheit“, betont der renommierte Wiener Gefäßspezialist Univ.-Prof. Dr. Erich Minar, „der eine Durchblutungsstörung der Beinarterien zugrunde liegt und diese ist ein Warnzeichen.“

Warnzeichen ernst nehmen
Etwa zehn Prozent der über 65-Jährigen sind von dieser chronisch fortschreitenden Erkrankung betroffen, die in der medizinischen Fachsprache als „periphere arterielle Verschlusskrankheit“ (PAVK) bezeichnet wird. „Bei der PAVK sind im fortgeschrittenen Stadium meist auch die Herzkranzarterien und die Halsschlagadern betroffen. Die Patienten haben also ein stark erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall“, warnt Minar, der auch medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des Gesundheitsresorts Königsberg in Bad Schönau ist, wo man sich u.a. auf die Vorsorge und Therapie von Gefäß­erkrankungen spezialisiert hat. Insbesondere Raucher, Diabetiker und Menschen mit erhöhten Blutfettwerten sind gefährdet. Minar: „Je früher solche Risikofaktoren ausgeschaltet werden, desto eher kann ein Forschreiten der Krankheit verhindert werden.“ Und natürlich müssen die Durchblutungsstörungen gezielt behandelt werden: mit Bewegungstherapie, Medikamenten, evt. durch Wiederöffnung der Gefäße durch eine Katheterbehandlung. Manchmal muss auch operativ, im Rahmen einer sogenannten Bypass-OP mit einer künstlichen Umleitung der verschlossene Gefäßabschnitt überbrückt werden.

Schritte zur Gesundung
Betroffene können aber auch viel selbst dazu beitragen, dass sich ihre Durchblutung verbessert. Neben einer Änderung des Lebensstils können sie auch ganz gezielt ihre Gefäße trainieren. „Entscheidend ist hier der frühzeitige Beginn mit Gehtraining und spezieller Gymnastik“, betont der Gefäßspezialist. „Regelmäßiges Training führt zu Bildung neuer Blutgefäße, die einen verstopften Gefäßabschnitt umgehen und so die Muskulatur wieder mit Sauerstoff versorgen können. Die Mehrzahl der Betroffenen kann innerhalb von wenigen Monaten beschwerdefrei werden, eine Steigerung der Gehstrecke und damit der Lebensqualität erreichen.“

Wichtig: Das Programm sollte mit Ihrem Arzt abgestimmt sein, denn bei Ruheschmerzen oder, wenn schon Gewebe geschädigt ist, kommt das Bewegungstraining meist nicht mehr infrage. Für alle anderen gilt, so Spezialist Minar: „Regelmäßigkeit ist wichtiger als Intensität. Ein solches Training sollte täglich während eines Spaziergangs durchgeführt werden. Halten Sie durch, Sie werden sehen, mit der Zeit wird es Ihnen immer leichter fallen. Außerdem entgehen Sie im wahrsten Sinn des Wortes der Gefahr für Herz und Gefäße.“

So bleiben die Arterien gesund
  • Hören Sie zu rauchen auf!
  • Bewegen Sie sich regelmäßig!
  • Achten Sie auf Ihren Blutzucker!
  • Schauen Sie auf Ihre Blutfettwerte!
  • Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck!

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