Sonntag, 29. März 2020

Sturm im Kopf - Cluster-Kopfschmerz

Ausgabe 2019.10
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Cluster-Kopfschmerz
Zwar nur sehr selten („obwohl sicherlich unterdiagnostiziert!“, warnt Tesar), dafür umso intensiver ist der Cluster-Kopfschmerz, von dem mehr Männer als Frauen betroffen sind. Diese Art von Kopfschmerz tritt einseitig auf und beginnt stechend hinter dem Auge. „Bei dieser Form ist immer eine autonome Beteiligung gegeben: Parallel zum brutalen Kopfschmerz kommt es zum Tränenfluss und einer Augenrötung, einem geschwollenen Augenlid sowie einer verstopften oder rinnenden Nase“, so die Ärztin. Unbehandelt treten episodische Cluster-Kopfschmerzen über mehrere Wochen hinweg mehrmals täglich auf, eine Attacke dauert zwischen 30 und 180 Minuten. „Vielen Patienten ist aufgrund der Schmerzen eine Liegeposition nicht möglich“, so Tesar. „Sie müssen herumlaufen, reißen intuitiv die Fenster auf, wollen ihren Kopf am liebsten gegen eine Wand rammen. Bei unbehandelten Formen sind sogar Selbstmorde bekannt.“ Da die Attacken in einer bestimmten Tages- und Jahreszeitenrhythmik (vor allem 90 Minuten nach dem Einschlafen, aber auch im Frühling und Herbst) auftreten, gehen Experten von einer Fehlsteuerung biologischer Rhythmen aus. Tesar: „Während Cluster-Attacken sind Regionen im Hypothalamus besonders aktiv, auch das Hormon Melatonin, das im Zwischenhirn produziert wird, dürfte eine wichtige Rolle spielen.“ Ebenso Zigarettenrauch, flackerndes Licht und insbesondere Alkohol können bei Betroffenen Cluster-Kopfschmerzen auslösen. Die Akutbehandlung besteht aus dem Arzneimittel Triptan, das auch bei Migräne verwendet wird, sowie einer hoch dosierten Sauerstoffzufuhr. Prophylaktisch kommt Kortison und der Wirkstoff Verapamil zum Einsatz.

Prävention
Tut der Kopf weh, kann die persönliche Lebensqualität erheblich leiden. Besser also, Kopfschmerzen gar nicht erst aufkommen zu lassen! Tesar: „Präventiv können das Erlernen von Entspannungstechniken, das richtige Umgehen mit Stress, Pausen im Alltag, ausreichend Schlaf sowie genügend Bewegung, vor allem an der frischen Luft, helfen. Verbessern Sie Ihre Körperhaltung, achten Sie darauf, richtig zu sitzen, und wechseln Sie gegebenenfalls Ihren Kopfpolster. Meiden Sie zudem stickige Räume, Zugluft, Nikotin und Alkohol!“

Übersicht zu diesem Artikel:
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