Dienstag, 19. Februar 2019

Streichle deine Seele!

Ausgabe 2017.11
Seite 1 von 2

Konflikte, Ängste und Probleme lasten im Alltag oft schwer auf unseren Schultern. Doch auch Lichtmangel, der Hormonhaushalt oder mangelnde Bewegung wirken sich negativ auf unser Seelenleben aus. GESÜNDER LEBEN stellt vier Strategien vor, die dabei helfen, die Seele zu entlasten.


Foto: iStock - 101dalmatians

Mit den geänderten Lichtverhältnissen (kürzere Tage, längere Nächte) macht sich bei vielen Menschen Trübsal breit. Diesen Zustand muss man jedoch nicht hinnehmen! Mit einer Lichttherapie lässt sich das seelische Wohlbefinden rasch auf ein sommerliches Hoch bringen. Doch warum wirkt sich das tägliche Grau-in- Grau so negativ auf unser Seelenleben aus? Als Verursacher der saisonalen Depression, auch SAD genannt, gelten die veränderten Lichtverhältnisse, denn Licht regelt, wann wir müde sind, wann wir Hunger haben und welche Hormone im Gehirn produziert werden. Etwa das „Winterhormon“ Melatonin, das in der Zirbeldrüse im Gehirn produziert wird, unseren Tag-Nacht-Rhythmus regelt und vermehrt bei Dunkelheit ausgeschüttet wird. Aber auch andere Gebiete des Gehirns werden von Licht und Dunkelheit beeinflusst – wie etwa der Hypothalamus, das Steuerzentrum unseres vegetativen Nervensystems, das neben anderen Funktionen auch unsere Stimmung beeinflusst. Kurz gesagt: Lichtmangel führt bei vielen zu depressiven Verstimmungen, Müdigkeit und Lustlosigkeit. Dort setzt die Lichttherapie an. Verwendet werden dabei spezielle Lampen, die das gesamte Spektrum des weißen Lichts ausstrahlen. Um wirksam zu sein, muss das Licht über eine ausreichende Intensität, mindestens 2.500 Lux, verfügen. Dies entspricht in etwa der Lichtmenge, die das Auge an einem sonnigen Frühlingstag aufnimmt. Je stärker die Lichtquelle ist, desto kürzer ist die Behandlungszeit. Auch die Entfernung zur Lichtquelle und die Tageszeit wirken sich auf die Effizienz der Lichttherapie aus. Empfohlen wird, die Therapie gleich in der Früh nach dem Aufwachen anzuwenden – so wird die Produktion von Melatonin gestoppt und sogar abgebaut. Wendet man die Lichttherapie regelmäßig an, zeigen sich bei vielen Menschen bereits nach wenigen Tagen erste positive Auswirkungen.

Sich selbst ein Freund sein. „Versuche es erst gar nicht, das kannst du nicht.“, „War klar, dass du das nicht schaffst“, „Andere machen das viel besser als du.“ – Würden Sie jemanden, der Sie ständig auf diese Art kritisiert, gerne in Ihrem Freundeskreis haben? Wohl eher nicht. Und dennoch hören viele von uns genau solche Worte täglich. Verantwortlich dafür ist unsere innere Stimme. Die meisten Menschen beurteilen niemanden so gnadenlos wie sich selbst. Mit Selbstkritik beginnt jedoch ein Teufelskreis; denn je mehr wir uns verurteilen, desto schlechter fühlen wir uns. Zudem schüttet das Gehirn in solchen Situationen das Stresshormon Cortisol aus. Ein dauerhaft erhöhter Cortisol-Level macht uns jedoch krank. Die gesundheitlichen Folgen reichen von Schlafstörungen über Angstzustände, Unruhegefühl und Kopf- und Rückenschmerzen bis hin zu Depressionen und Immunsystemstörungen. Die gute Nachricht ist: Unser Körper hält auch ein Hormon parat, das den gegenteiligen Effekt aufweist. Das Bindungshormon Oxytocin sorgt für Gefühle wie Sicherheit, inneres Gleichgewicht, Ruhe und Zufriedenheit und wird in vielen verschiedenen Situationen ausgeschüttet – auch, wenn wir uns selbst liebevoll und achtsam behandeln. Selbstmitgefühl bietet also einen Ausweg aus der Misere, und jeder Mensch kann es üben und lernen. Es gibt sogar Kurse dafür. Die Psychologen Kristin Neff und Christoper Germer haben ein achtwöchiges Programm namens „Achtsames Selbstmitgefühl“ entwickelt, das weltweit angeboten wird. Wer sich in Selbstmitgefühl üben will, muss aber nicht gleich einen Kurs besuchen. „Starten kann jeder ganz mit sich alleine“, erklärt Patriza Collard, die in Wien und London Selbstmitgefühl- und Achtsamkeitstrainings anbietet. Wenn der Kritiker im Inneren wieder zuschlagen möchte, lässt er sich etwa mit dieser Übung schnell mundtot machen. „Stellen Sie sich vor, was ein lieber Freund jetzt zu Ihnen sagen würde“, rät die Therapeutin. Auch eine liebevolle Umarmung sorgt für eine gesteigerte Ausschüttung von Oxytosin. Und das Beste daran: „Es ist ganz egal, ob die Umarmung von einer anderen Person kommt oder ob man sich selbst liebevoll umarmt“, so Collard, die auch dazu rät, sich zu gönnen, was einem guttut. Sie entspannen am besten in der Sauna? Eine Massage steigert Ihr Wohlbefinden? Ein Stück Schokolade zaubert ein Lächeln in Ihr Gesicht? Dann bauen Sie diese kleinen Freuden in Ihren Alltag ein. Auch Ihre Mitmenschen werden sich freuen, denn, so erklärt die Psychologin: „Wer achtsam mit sich umgeht, wird gleichzeitig offener für die Gefühle der Mitmenschen. Davon profitiert auch das soziale Umfeld.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Streichle deine Seele!
Seite 2 Bewegung hält uns gesund und fit

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-02 130x173

Aktuelles Heft 02/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. März

 

Unsere Ausgabe 12/2018-01/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Sind Sie zu Ihrem Arzt immer ehrlich?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information