Donnerstag, 20. Februar 2020

Starke Knochen – ein Leben lang - Achtung, Risiko!

Ausgabe 2017.07-08
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Achtung, Risiko! Bei der Entstehung von Osteoporose spielen Alter, Geschlecht und Erbanlagen eine große Rolle. Dazu kommen bestimmte Lebensweisen und Erkrankungen, die den Knochenschwund auslösen bzw. verstärken können. Dr. Gebauer: „Zu den Risikogruppen für Osteoporose gehören Frauen ab der Menopause, männliche und weibliche Patienten mit bestimmten Grunderkrankungen wie z. B. Asthmatiker und Rheumatiker, die über lange Zeit Cortison einnehmen müssen. Auch Frauen mit Brustkrebs, die bestimmte, die Knochen schädigende Medikamente einnehmen müssen oder Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen und dadurch bedingten Resorptionsstörungen, aber auch Dialysepatienten sind gefährdet. Nicht zu vergessen ist die Risikogruppe der Raucher!“ An Osteoporose sollten alle Menschen denken, die nach dem 50. Lebensjahr Knochenbrüche erleiden, eine bekannte Osteoporose innerhalb Der Familie oder eine Schilddrüsenüberfunktion haben.

Doch eine Frauenkrankheit? Ja, aber nicht nur: 80 Prozent aller Osteoporosen betreffen Frauen nach dem Wechsel, aber bei Männern tritt sie ab dem 70. Lebensjahr fast genauso häufig auf. In der Regel manifestiert sie sich bei Frauen nach dem 45. und bei Männern ab dem 55. Lebensjahr. Grundsätzlich steht Osteoporose bei den Frauenkrankheiten aber an erster Stelle: Es sind mehr Frauen von Osteoporose-bedingten Knochenbrüchen betroffen als von Brustkrebs, Schlaganfall und Herzinfarkt zusammen. Das Risiko einer 50-jährigen Frau, an den Folgen einer Schenkelhalsfraktur zu sterben, gleicht dem Mortalitätsrisiko bei Brustkrebs. Dr. Gebauer empfiehlt allen Frauen: „Wenn Sie keiner Risikogruppe angehören, sollten Sie am Beginn der Menopause zu einer ersten Knochendichteuntersuchung gehen. Nach zwei Jahren sollte sie wiederholt werden, denn selbst wenn beim ersten Mal nichts auf Osteoporose hinweist, gibt es die sogenannten „fast loser“, das sind Menschen, die ganz plötzlich sehr viel Knochenmasse verlieren. Ist auch bei der zweiten Untersuchung alles in Ordnung, genügen Kontrollen alle drei bis fünf Jahre. Gibt es in Ihrer Familie aber Fälle von Osteoporose, setzt sich das zumeist auch in den nachfolgenden Generationen fort. Dann empfehle ich eine jährliche Kontrolle.“ Grundsätzlich ist Osteoporose bis heute nicht vollständig heilbar – durch die richtige Behandlung und die notwendige Eigenverantwortung kann ihr Fortschreiten aber verzögert werden. Dr. Gebauer beruhigt alle Betroffenen: „Ist man an Osteoporose erkrankt, gibt es hochpotente Medikamente, die von Spezialisten verordnet werden. Wichtig ist aber die Prävention! Kein Alkohol, nicht rauchen, viel Bewegung, ausgewogene Ernährung. All das hilft, aber wenn die Anlage vorhanden ist, kann man Osteoporose nicht verhindern und muss sie medikamentös behandeln.“

Vorbeugen durch Ernährung und Bewegung. Die gute Nachricht: Jeder kann aktiv etwas für seine Knochen tun und damit Osteoporose vorbeugen. Durch gesunde Ernährung mit ausreichender Kalziumzufuhr, genügend Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen verbunden mit viel körperlicher Aktivität kann ein gesunder, kräftiger Knochen aufgebaut und erhalten werden. Wichtig sind auch Spurenelemente wie z. B. Vitamin K, Magnesium, Zink und Carotinoide. Um Kalzium gut verwerten zu können, braucht der Körper ausreichend Vitamin D. Es wird bei Sonneneinstrahlung auf die Haut vom Körper selbst gebildet, aber auch mit der Nahrung (z. B. Fettfisch) aufgenommen oder medikamentös zugeführt. „Am wichtigsten ist Bewegung“, ist Heilmasseur Claus dal Sasso überzeugt. „Knochen brauchen den Wechsel zwischen Zug und Druck, das fördert ihren Stoffwechsel und hält sie gesund. Am besten ist es, jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen, das sind etwa zwei Stunden. Mit einem Schrittmesser hat man dabei auch ein Erfolgserlebnis. Man kann auch laufen, nordic walken oder reiten. Schwimmen oder Radfahren sind nicht geeignet, weil die Knochen dabei nicht genug belastet werden.“ Für Menschen, die wenig Zeit haben, rät der Fachmann: „Stellen Sie sich ein kleines Trampolin ins Wohnzimmer vor den Fernseher und hüpfen Sie jeden Tag.“

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