Dienstag, 19. Februar 2019

Starke Knochen – ein Leben lang

Ausgabe 2017.07-08
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Starke Knochen geben uns im Leben Halt. Doch immer mehr Menschen leiden unter der Volkskrankheit Osteoporose. Wir zeigen, wie Sie Ihre Knochen fit halten können!


Foto: iStock-536808967

Osteoporose gehört laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer der zehn größten Volkskrankheiten und ist die häufigste Knochenerkrankung im Alter. Etwa 700.000 Menschen in Österreich leiden darunter bzw. haben ein erhöhtes Risiko. Ein Drittel aller Frauen nach dem Wechsel und sogar zwei Drittel aller Frauen über 80 Jahre sind betroffen. Aber auch Männer können erkranken. Das Verhältnis Frauen zu Männer liegt etwa bei 3:1. Wir stellen uns unsere Knochen meistens als statische, starre Gebilde vor. So ist es aber nicht. Denn damit sie sich optimal auf ihre tägliche Schwerstarbeit einstellen können, muss in ihrem Inneren ein perfekt aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel zwischen Knochen aufbauenden Zellen (Osteoblasten) und Knochen abbauenden Zellen (Osteoklasten) stattfinden. Ist dieses gestört, wird mehr Knochenmasse abgebaut, als neu gebildet werden kann, und wir sprechen von der Stoffwechselerkrankung Osteoporose. Durch den Abbau der Knochensubstanz lässt die Belastbarkeit der Knochen nach, sie werden immer poröser und das Risiko für Knochenbrüche steigt.

Gute und schlechte Lebens­mittel bei Osteoporose

Knochen benötigen Kalzium, das über die Nahrung zugeführt werden kann. Hier einige Tipps.

Empfehlenswert
• Milchprodukte (Joghurt, Käse)
• Sojaprodukte (mit Kalzium angereichert) und Hülsenfrüchte
• Pseudogetreide (z. B. Quinoa, Amaranth)
• Grünes Gemüse (z. B. Broccoli, Okraschoten, Lauch, Fenchel, Sellerie, Kohl)
• Samen und Nüsse (z. B. Sesam, Chiasamen, Mohn, Para- und Haselnüsse)
• Kräuter (z. B. Petersilie, Dill)
• Trinken Sie genügend Wasser! Achten Sie auf die Inhaltsstoffe bei Mineralwasser  

Lieber nicht Vermeiden Sie diese Kalziumräuber:
• Oxalsäure (in Spinat, Mangold, Rhabarber, Paradeisern, Kakao und Schokolade)
• Ballaststoffe (Phytinsäure – in der Außenhaut des Korns)
• Phosphate (in Fleisch, Wurst, Schmelzkäse, E-Zusatzstoffen)
• Koffein
• erhöhte Salzzufuhr

Detaillierte Informationen finden Sie unter www.aktiongesundeknochen.at bzw www.osd-ev.org/osteoporose

Heimtückisch. Unser Skelett ist im Laufe unseres Lebens ständig Veränderungen ausgesetzt. Schon die Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft und Stillzeit spielt eine wichtige Rolle. Bei der Wachstumphase in Kindheit und Jugend überwiegt die Knochenneubildung, etwa zum 35. Lebensjahr ist die größte Knochendichte erreicht. Sie ist bei Männern meist höher als bei Frauen. Bei beiden Geschlechtern kommt es aber im Laufe der weiteren Lebensjahre zu einem kontinuierlichen Rückgang der Knochenmasse um 0,5 bis 1 Prozent pro Jahr, bei Osteoporosekranken sogar bis zu 6 Prozent. Osteoporose verläuft zunächst völlig symptomlos und macht sich erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium bemerkbar. Daher wird sie noch immer unterschätzt und zu wenig beachtet. Zu den Symptomen zählen Frakturen von Oberschenkelhals, Handgelenk und Wirbelkörpern, Rückenschmerzen sowie Größenverlust. Experten schätzen, dass es weltweit etwa alle 3 Sekunden zu einem Knochenbruch aufgrund von Osteoporose kommt. Ein deutliches Zeichen einer manifesten Osteoporose ist der sogenannte Witwenbuckel oder Rundrücken – eine Verkrümmung der Wirbelsäule durch das Zusammensacken der Wirbelkörper oder durch Wirbeleinbrüche. Weniger als 25 Prozent der Osteoporose-Betroffenen werden rechtzeitig, ausreichend und richtig behandelt, zeigen Studien. Daher sollte sich jeder in der zweiten Lebenshälfte in seinem eigenen Interesse informieren und vorsorglich untersuchen lassen. „Frauen werden am häufigsten nach den Wechseljahren vom Gynäkologen zur Knochendichtemessung geschickt. Aber eigentlich sollten Hausärzte bei allen Patienten ab einem gewissen Alter dies tun. Oftmals denken auch Orthopäden an Osteoporose, wenn Knochenbrüche in keiner Relation zum Trauma stehen“, erklärt Dr. Axel Gebauer, Röntgenologe im Institut „Röntgen am Ring“ in Baden. Das am weitesten verbreitete Verfahren zur Knochendichtemessung ist die von der WHO als Standardmethode empfohlene Dual-Röntgen-Absorptiometrie DXA. Dabei werden zwei Röntgenstrahlen von unterschiedlicher Intensität durch den Körper geschickt und aus der absorbierten Strahlenmenge kann der Mineralgehalt des Knochens errechnet werden. Gemessen wird an der Lendenwirbelsäule und am Oberschenkelhals – also an jenen Stellen, an denen Knochenbrüche am häufigsten auftreten. „Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten, hat eine hohe Präzision und bringt für den Patienten eine minimale Strahlenbelastung“, erklärt Dr. Gebauer. „Darüber hinaus gibt es mit ,FRAX-Score‘ eine zusätzliche Hilfestellung zur Einschätzung der Osteoporosegefahr. Dabei gibt man Alter, Gewicht, DXA-Messwerte und Geschlecht eines Patienten in ein spezielles Programm ein, welches das Risiko einer Fraktur von Hüfte, Schenkelhals, Ober- und Unterschenkel errechnet.“  

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Starke Knochen – ein Leben lang
Seite 2 Achtung, Risiko!

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