Montag, 10. Dezember 2018

Sonne: Licht & Schatten

Ausgabe 06/2012
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Endlich Sommer, endlich die Sonne und das Leben genießen! GESÜNDER LEBEN zeigt, warum uns Sonnenstrahlen so guttun. Dennoch: Wer zu viel von ihnen abbekommt, riskiert schwere Hautschäden. Hier finden Sie den perfekten Ratgeber für einen perfekten Sommer!

Foto: Yulia Popkova - iStockphoto
Scheint die Sonne, fällt das Leben gleich viel leichter: Wir stehen lieber auf, starten energievoller in den Tag und die Arbeit geht schneller von der Hand, vielleicht auch weil wir uns schon auf den (Feier-)Abend freuen, den wir im Freien verbringen, hat doch die Sonne die Luft so aufgeheizt, dass wir ihre Wärme bis zu später Stund’ genießen können. Auch Körper und Seele mögen den glühenden Stern, dessen Strahlen aus einer Entfernung von zirka 150 Millionen Kilometern das Leben auf der Erde erst ermöglichen. Doch gewiss: Die Sonne hat auch ihre Schattenseiten. GESÜNDER LEBEN beleuchtet beide.

bub-cremeFoto: mangostocks - canstockphotoSonnenkur. Schon Hippokrates wies in seinen Schriften auf die heilende Kraft der Sonne hin. Auch wurden Sonnenbäder seit je her als Behandlung angeordnet: Etwa im Rahmen der sogenannten Heliotherapie – Helios ist das griechische Wort für Sonne – erstellten Ärzte konkrete Pläne, um Patienten mittels UV-Strahlung zu heilen. So kurte zum Beispiel die lungenkranke Kaiserin Elisabeth auf Madeira. Katia Mann, Ehefrau des Schriftstellers Thomas Mann, verbrachte viele Monate in einem Sanatorium in Davos, um sich in dicken Decken eingewickelt und an der Sonne liegend von einem Lungenkatarrh zu erholen. Dass das herrliche Sonnenlicht auch gut fürs Gemüt ist, merkt man, sobald man das Gesicht in ihre Richtung streckt. Das hängt damit zusammen, dass die Lichtreize die Schilddrüse stimulieren, was in weiterer Folge die Hormonproduktion ankurbelt und Stoffwechselvorgänge steigert. Und weil durch diesen Vorgang vor allem das Glückshormon Serotonin vermehrt ausgeschüttet wird, tragen sonnenreiche Tage ganz wesentlich zum Frohmut bei. Auch bei der Behandlung von Herbst-Winter-Depressionen wird heute vermehrt die Lichttherapie eingesetzt, weiß Univ.-Prof. Dr. Siegfried Kasper, Leiter der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Wien: „In fast 70 Prozent der psychiatrischen Abteilungen in Krankenhäusern in Österreich, Deutschland und der Schweiz kommt die Lichttherapie zum Einsatz. 1994 waren es noch weniger als 20 Prozent.“

Vitamin Sonne. Des Weiteren ist die Sonneneinstrahlung besonders wichtig für die körpereigene Produktion von Vitamin D, das beispielsweise für den Knochenaufbau benötigt wird. Abgesehen davon reguliert Vitamin D das Wachstum und die Zelldifferenzierung, die Immunfunktion sowie Blutdruck und Insulinsekretion. Anders gesagt: Die Sonne aktiviert die Vitamin-D-Synthese und mobilisiert in der Folge Abwehrkräfte, kurbelt die Durchblutung an, aktiviert die Atmung und lässt überdies Cholesterinspiegel und Blutdruck sinken. Umgekehrt gilt: Ein Vitamin-D-Mangel kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose erhöhen. Dies zeigt auch eine von Univ.-Prof. Dr. Harald Dobnig und Dr. Stefan Pilz durchgeführte Studie. Die Grazer Mediziner konnten zudem einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Status sowie Schlaganfall, Krebserkrankungen und Herzmuskelschwäche feststellen. Vitamin D kommt in verschiedenen Nahrungsmitteln vor, insbesondere in Hering, Lachs, Sardinen, Fischleberöl, Thunfisch, Avocado, Hühnerei und Kuhmilch. Ein Mangel ist jedoch weniger darauf zurückzuführen, dass wir zu wenig von diesen Lebensmitteln konsumieren, sondern ist vor allem auf mangelnde Sonnenlichteinwirkung zurückzuführen. Dies hängt  wiederum oft mit Bewegungsmangel, Urbanisierung, Luftverschmutzung und dem steigenden Lebensalter zusammen, so die Studienautoren.

Sonnenstich & Co. Die Sonne kann also durchaus als kostenlose und vom Himmel strahlende Medizin bezeichnet werden, die Körper und Seele guttut. Doch auch dieses Mittel hat bei Überdosierung Nebenwirkungen: So kann zu viel Sonne zum Beispiel zu Hitzeerschöpfung, Hitzschlag oder Sonnenstich führen. Während auffallende Blässe, Schwäche, kalter Schweiß und Frösteln sowie schneller oder schwacher Puls bei normaler Körpertemperatur auf eine Hitzeerschöpfung hindeuten, sind ein hochroter Kopf, heiße, trockene Haut, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Desorientiertheit Anzeichen für einen Hitzschlag oder Sonnenstich. Wie man richtig reagiert, lernt man unter anderem im Erste-Hilfe-Kurs: So sollten Hitzeerschöpfte im Schatten kühl und flach hingelegt werden und stilles Wasser trinken. Auch Menschen, die einen Hitzschlag oder Sonnenstich erlitten haben, gehören an einen kühlen Ort gebracht, jedoch ist es wichtig, dass sie mit leicht erhöhtem Oberkörper, also nicht flach, in eine Ruheposition gebracht werden. Öffnen Sie zudem deren Kleidung, kühlen Sie Stirn und Nacken mit kalten, feuchten Tüchern und rufen Sie anschließend den Notarzt (144 für die Rettung, 112 für den Euronotruf). Bis zum Eintreffen der Rettung gilt es, Kreislauf und Atmung ständig zu kontrollieren.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Sonne: Licht & Schatten
Seite 2 Zu viel des Guten
Seite 3 Richtig Sonnenbaden

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