Mittwoch, 18. September 2019

Sommer, Sonne, geschwollene Beine

Ausgabe 2016.7/8

Wer unter geschwollenen und mitunter schmerzenden Beinen leidet, sollte auf einen gesunden Lebensstil mit viel Bewegung achten.Gerade jetzt im Sommer!


Foto: © Can Stock Photo Inc. - Choreograph

In der Praxis von Dr. Wolfgang Müller, auf Venenerkrankungen und Krampfadern spezialisierter Gefäßchirurg in Wien, sind geschwollene und schmerzende Beine das ganze Jahr über ein Thema. Während der Sommermonate aber verstärken sich durch die Hitze die Beschwerden. Oftmals haben sogenannte Beinödeme allerdings mit einem Mangel an Bewegung zu tun, wobei die Beine im Laufe des Tages generell dazu neigen, Wasser einzulagern. Mit anderen Worten: Geschwollene Beine müssen nicht immer krankhaft sein. Außerdem nehmen die Beschwerden mit dem Alter zu, weil das Gewebe nicht mehr so straff ist.

Warum kommt es zu geschwollenen Beinen? In den meisten Fällen, weil der Blutfluss zurück zum Herz nicht so funktioniert, wie er sollte, erklärt Müller: „Die Arterien pumpen frisches Blut vom Herz in die Beine. Im Gegenzug sorgt die Muskelpumpe dafür, dass möglichst dieselbe Menge an Blut wieder zurück zum Herz transportiert wird. Besteht eine Venenschwäche (Venen verlaufen in der Tiefe der Muskeln, Anm.), ist der Rückfluss beeinträchtigt, was zu Beinödemen führen kann.“ Übrigens ist die Neigung für eine Gewebeschwäche der Venenwände angeboren. Diese ist zwar unangenehm, Betroffene können aber durchaus gut damit leben – vorausgesetzt, man achtet auf eine gesunde Lebensweise. Setzen Sie auf gesunde Ernährung und bringen Sie Bewegung in Ihren Alltag! So gilt es beispielsweise, langes Sitzen mit abgeknickten Knien zu vermeiden. Dr. Müller rät: „Wenn es nicht möglich ist, die Beine hochzulagern, sollte man sie auf jeden Fall immer wieder einmal ausstrecken. Außerdem kann man die Wadenmuskeln durch Zehenkrallen an- und wieder entspannen. Das bringt die Muskelpumpe in Gang.“ Stiegen steigen im Übrigen ebenso – freilich nur, wenn man es richtig angeht. „Wer die Stufen nämlich mit dem ganzen Fuß nimmt, belastet lediglich den Oberschenkel. Um die Wadenmuskulatur in Schwung zu bringen, sollte man nur mit dem Vorfuß auf die Stufe steigen“, so der Venenspezialist. Auch gut: Wechselduschen, weil dadurch die Venenfunktion verbessert wird, schwimmen, Übergewicht reduzieren, Rauchen und Alkohol vermeiden – schädigen die Gefäße –, weite statt enge Kleidung tragen und Hitze sowie Saunagänge meiden.

Abklärung. Ob allerdings eine genetisch bedingte Venenschwäche vorliegt oder ob dem Beinödem eine gefährlichere Krankheit wie eine verminderte Herzleistung zugrunde liegt, kann einzig der Spezialist feststellen. „Der Leidensdruck ist immer individuell“, weiß Müller. „Wer aber beispielsweise die Haut über dem Vorfuß zwischen den Zehen mit den Fingern nicht mehr hochziehen kann, seine Knöchel nicht mehr sieht oder Veränderungen der Haut bemerkt, sollte das auf jeden Fall abklären lassen. Treten Beinschwellungen einseitig und plötzlich auf, muss man möglichst rasch einen Arzt aufsuchen, weil es sich unter Umständen um eine Beinvenenthrombose handeln kann.“ Mittels Anamnese und Ultraschalluntersuchung stellt der Facharzt die Ursache für die geschwollenen Beine fest. Abgesehen davon, dass die Änderung des Lebensstils mitunter schon viel bewirkt, können zur Behandlung spezielle, meist pflanzliche Venenmedikamente und Kompressionsstrümpfe eingesetzt werden. Manchmal kommt man aber um einen operativen Eingriff nicht umhin, wobei es neben der klassischen Venenoperation (sog. Stripping) heute auch andere Verfahren gibt – von der minimalinvasiven Venenoperation bis zum Laser. „Wichtig ist“, so Müller, „dass man gemeinsam mit dem Patienten entscheidet, welches Verfahren angewendet wird, denn nicht jede Methode passt für jedes Bein.“

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