Donnerstag, 19. September 2019

Sommer, Sonne, Blasenentzündung …

Ausgabe 2015.06
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Zum Sommer gehören Sonne, Urlaub am Meer oder an einem Badesee genauso dazu wie leider für viele – speziell Frauen – auch die Blasentzündung. Lesen Sie hier, warum das so ist und was man dagegen tun kann.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - porechenskaya

Wenn wir die sommerliche Hitze am Strand, am Seeufer oder auf der Liegewiese im Freibad genießen und (gut geschützt) in der Sonne baden, gibt es nichts Schöneres, als sich im kühlen Nass abzukühlen und sich danach von den warmen Sonnenstrahlen trocknen zu lassen. Allerdings gilt es, ein Gespür dafür zu entwickeln, wann es zu viel des „Guten kühlen Nass’“ ist. Frieren sollten wir sowieso nie nach dem Sprung ins Wasser, und über nasse Badesachen freut sich unsere Blase schon gar nicht. Trocknet die Badehose nämlich am Körper, entzieht dieser Trocknungsvorgang dem Körper Wärme, was zu einer Erkältung führen könnte. Daher nach dem Baden nichts wie raus aus Bikini oder Badeanzug – auch wenn das „nervig“ oder „uncool“ sein mag.

Intimer Schutz. Generell kann es auf zwei Wegen zu einer Harnwegsinfektion kommen: Entweder die Keime gelangen über den Blutweg in die Blase oder direkt über die Harnröhre. Letzteres kann übrigens nicht nur aufgrund einer plötzlichen Abkühlung, etwa nach dem Schwimmen, passieren. Auch wenn man sich etwa nach einem sommerlichen Gewitter seiner nassen Kleidung nicht so schnell wie möglich entledigt. Oder wenn wir uns zum Beispiel im Spätsommer, wenn es untertags noch angenehm warm ist, abends jedoch schon merklich abkühlt, beim abendlichen Grillen auf einen kalten Stein oder einfach ins Gras setzen. Frauen sind öfter betroffen als Männer, da die weibliche Harnröhre kürzer ist und die Bakterien daher leichter in die Blase gelangen. Und in den meisten Fällen sind es Darmbakterien, die eine Blasenentzündung verursachen. „Daher“, so die Wiener Allgemeinmedizinerin Dr. Jutta Czedik-Eysenberg, „kann falsche Hygiene ebenso einen Harnwegsinfekt verursachen. Folglich sollte man etwa beim Stuhlgang stets von vorne nach hinten wischen.“ Ansonsten könnten Bakterien aus dem Darm in die Harnröhre gelangen und  von dort in die Blase wandern, wo sie sich etwa bei schlechter Immunlage vermehren und einen Infekt auslösen können. Feuchtes Toilettenpapier ist im Übrigen auch keine allzu gute Idee, da die darin enthaltenden Duft- und Konservierungsstoffe den normalen pH-Wert der Intimregion beeinflussen und einmal mehr Blasenentzündungen begünstigen. Apropos: Unter der Dusche ist weniger mehr! Denn wer den Intimbereich mit aggressiven, alkalischen Seifen oder Duschgels wäscht, zerstört den natürlichen Säureschutzmantel der Scheide bzw. die natürliche Scheidenflora, die das Wachstum von pathologischen Pilzen und Bakterien verhindert.

Viel trinken. Ständiger Harndrang, der zudem mit Brennen beim bzw. nach dem Wasserlassen einhergeht, deutet auf eine Blasenentzündung hin. Dennoch sei es wichtig, betont Czedik-Eysenberg, „ausreichend zu urinieren, damit die krankheitserregenden Keime ausgespült werden. Andernfalls können diese bei entsprechender angeborener Neigung zu den Nieren hinaufwandern, sodass es zu einer gefährlichen fieberhaften Nierenbeckenentzündung kommen kann.“ Das heißt: Obwohl man den Gang auf die Toilette scheut, sollte man bei einem Harnwegsinfekt viel bzw. mindestens zwei Liter täglich trinken – vorzugsweise harntreibende Blasen- und Nierentees aus Birkenblättern, Brennnessel, Goldrutenkraut, Hauhechel, Liebstöckel, Spargelwurzel oder Schließgras bzw. Quecke. Allerdings sollte man diese heißen Aufgüsse nicht länger als drei Wochen trinken. „Danach müssen sich die Nieren erholen, weil das Prinzip dieser harnvermehrenden Tees auf ihrer die Niere leicht reizenden Wirkung beruht. Hagebuttentee darf unbegrenzt getrunken werden. Der enthält auch Vitamine“, sagt Czedik-Eysenberg, die außerdem Fenchel-, Anis- oder Pfefferminztee empfiehlt, weil diese Kräuter eine entkrampfende Wirkung haben. Ein pflanzliches Desinfektionsmittel für die Blase sind Bärentraube sowie Kren – Letzterer ist in gewisser Weise ein „Antibiotikum aus dem Garten“, von dem man beispielsweise einen Krensirup selbst herstellen kann.

Schnelle Hilfe aus der Natur

Sirup aus Kren

Frischen Kren fein reiben und lagenweise mit flüssigem Honig in ein Glas füllen. Nach 24 Stunden abpressen, in eine Flasche abfüllen und kühl lagern. 3-mal täglich 1 Teelöffel davon einnehmen und innerhalb einer Woche aufbrauchen.

Wirkt verbeugend gegen Infektionen, entfernt Krankheitserreger und löst festsitzenden Schleim. Bei Blasenentzündungen, aber auch bei Husten, Schnupfen, Stirnhöhlen- und Nebenhöhlenkatarrh oder Asthma.

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