Montag, 16. September 2019

So verhindern Sie Knochenschwund

Ausgabe 2016.10
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800.000 Österreicherinnen und Österreicher sind von Knochenschwund (Osteoporose) betroffen. Der natürliche Knochenabbau beginnt bereits mit dem 30. Lebensjahr. gesünder leben verrät, wie Sie Ihre Knochen bis ins hohe Alter stark und gesund erhalten.


Foto: © Can Stock Photo - photography33

Rund 800.000 Österreicher und Österreicherinnen leiden an der Knochenkrankheit Osteoporose. Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann nach dem 50. Lebensjahr ist davon betroffen. „Man spricht mittlerweile von einer Volkskrankheit“, betont Dr. Elisabeth Preisinger, Vorstand an der Physikalischen Medizin und Rehabilitation am Wiener Krankenhaus Hietzing. Die Ursache hierfür sieht die Medizinerin einerseits in der immer älter werdenden Gesellschaft, zum anderen am besorgniserregenden Trend, sich immer weniger zu bewegen und sich falsch zur ernähren. „Bis Mitte 20 bauen wir Knochen auf. Wenn nicht gegengesteuert wird, nimmt ab circa dem 30. Lebensjahr die Knochenmasse, aber auch die Muskelkraft kontinuierlich ab“, betont Preisinger. Probleme wie Osteoporose können die Folgen sein. Weshalb es wichtig ist, schon im frühen Alter gezielt Knochenmasse aufzubauen. Preisinger: „Jugendliche, die viel Sport betreiben, weisen eine bis zu 20 Prozent höhere Basis an Ausgangsknochen auf. Je höher von Beginn an die Knochenmasse, desto später sind Verluste an Knochenstabilität wahrscheinlich.“

Schlecht bei Osteoporose

Vorsicht vor diesen Kalziumräubern!

Diese Lebensmittel sollten Sie als Osteoporose-Betroffener meiden bzw. deren Konsum einschränken:

  • Phosphathaltige Produkte wie Konserven, allen voran Wurstprodukte
  • Spinat
  • Rhabarber
  • Schmelzkäse
  • Kakaopulver
  • Kaffee in großen Mengen
  • Energy-Drinks & Cola

Erkrankung des Skeletts. Unter Osteoporose versteht man eine Erkrankung des gesamten Skeletts, bei der die Knochen an Festigkeit verlieren. Die Knochendichte nimmt ab, wodurch es schon bei geringer Belastung zu einem Knochenbruch kommen kann. „Besonders oft betroffen sind der Oberschenkelhalsknochen, der Arm, das Becken oder auch die Wirbel“, erklärt Preisinger. Zu 80 Prozent wird die Krankheit vererbt, aber auch Rauchen, eine langjährige Mangelernährung, Medikamenteneinnahme (vor allem Kortison) sowie zahlreiche chronische Krankheiten können Ursache sein. „Lange Zeit verursacht Osteoporose keine Beschwerden, erste Anzeichen können Knochenbrüche bei geringem Aufprall, beispielsweise durch Stürze, aber auch beim Stehen sein“, so die Expertin. Klare Symptome sind ein zunehmender Rundrücken sowie eine Verminderung der Körpergröße, die auf Wirbeleinsenkungen zurückzuführen ist. „Wirbeleinbrüche verlaufen von den Betroffenen oft lange Zeit unbemerkt, da sie keine Schmerzen verursachen. Viele haben aber zusehends das Gefühl, immer kleiner zu werden. Auch chronische Rückenschmerzen können ein erster Hinweis für Wirbel-einbrüche sein.“  Bei Frauen kann, wenn Wirbel bereits eingebrochen sind, der Taillenumfang zunehmen. Übrigens: Frauen sind deshalb häufiger von Osteoporose betroffen, da während des Klimakteriums der Östrogenspiegel sinkt, womit auch eine Abnahme der Knochendichte einhergeht.

Wichtiges Kalzium. Die Diagnose stellt der Arzt mittels Knochendichtemessung, Röntgen sowie Bluttests. Die Grenzen zwischen Vorbeugung und Therapie sind bei Osteoporose fließend. „Prinzipiell ist es möglich, Knochenmasse wieder aufzubauen bzw. den Abbau der Knochenmasse zu bremsen und diese zu stabilisieren“, so Preisinger. Basis einer jeden Osteoporose-Therapie ist die ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D. Kalzium ist ein lebenswichtiger Elektrolyt, der zu etwa 99 Prozent im Knochen gespeichert wird und für dessen Festigkeit und Stabilität mitverantwortlich ist. „Deshalb ist eine ausreichende Versorgung sowohl in der Prävention als auch in der Therapie erforderlich“, erklärt Preisinger. Vor allem tierische Produkte wie Milch, Joghurt, Käse (Emmentaler, Parmesan, Gouda etc.) und Weichkäse (Brie, Mozzarella, Camembert etc.) enthalten eine große Menge des Minerals. Der Kalziumgehalt kann zudem mittels Nüssen, Brokkoli, Grünkohl, Fenchel, Petersilie, Rucola, Vollkornbrot, Bananen, Hering, Scholle sowie kalziumreicher Mineralwässer gehoben werden. Experten empfehlen eine tägliche Dosis an Kalzium von rund 1.000 Milligramm.

Vitamine. Vitamin D wiederum verstärkt die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm und sorgt dafür, dass der Mineralstoff in die Knochen eingebaut wird. „Ein Mangel an Vitamin D setzt zudem die Muskelkraft herab, was zu einer erhöhten Sturz- und damit Frakturgefahr führen kann“, erklärt die Expertin. Vitamin D wird vor allem über die Sonneneinstrahlung in der Haut produziert. Aber auch zahlreiche Lebensmittel sind wichtige Quellen, allen voran Fische wie Lachs und Hering, zudem sind Pilze, Lebertran und Eigelb reich an Vitamin D. „Präventiv ist eine Dosis von etwa 10µg pro Tag empfehlenswert, bei Osteoporosepatienten mindestens 20µg!“, rät Preisinger. Zusätzlich benötigen unsere Knochen Vitamin A (u. a. in Milch, Käse, Makrele), Vitamin B (in Putenbrust, Bananen, Pistazien etc.), Vitamin K (u. a. in Milchprodukten, grünen Gemüse- und Salatsorten) sowie Betacarotin (v. a. in Karotten, Paprika und Blattgemüse). „Eine ausgewogene, gesunde Ernährung, die ausreichend Mineralstoffe – vor allem Kalzium, Vitamine und Proteine – enthält, unterstützt die Knochengesundheit in jedem Lebensalter!“, rät Preisinger. Spezifische Diäten zur Vermeidung von Knochenbrüchen gebe es keine, betont die Expertin. Untergewicht mit einem Body-Mass-Index (BMI) von unter 20, vor allem in Kombination mit einer Mangelernährung, erhöhen jedoch das Osteoporoserisiko.

Übersicht zu diesem Artikel:
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