So stärken Sie Ihr Immunsystem

Ausgabe 10/2011
Das Wetter wird wieder kälter, überall wird gehustet und geniest. Wir haben für Sie die besten Tipps, wie Sie Ihr Immunsystem stärken können – damit Sie gesund und fit durch die kalte  Jahreszeit kommen.

Foto: istockphoto.com Die Blätter fallen von den Bäumen, ein frischer Wind weht uns um die Nase, die Winterjacke wird zur Sicherheit schon mal aus dem Kleiderkasten geholt. Ab sofort wird unser Immunsystem besonders gefordert: Temperaturschwankungen können den Kreislauf belasten und fördern Erkältungen und grippale Infekte. In der Arbeit und im Freundeskreis wird an jeder Ecke gehustet, geniest und geschnieft. Kurz: In der Herbst- und Winterzeit haben Bakterien und Viren Hochsaison.

Studien zufolge erkranken Erwachsene durchschnittlich dreimal jährlich an einem grippalen Infekt, Kinder sogar noch häufiger. Deshalb ist es gerade in der kalten Jahreszeit wichtig, das Immunsystem zu stärken. Denn: Ein gutes Immunsystem steht für Gesundheit, Wohlgefühl und Lebensfreude. GESÜNDER LEBEN verrät Ihnen simple Tipps und Tricks, wie Sie Ihr Immunsystem in Schwung bringen und die Abwehrkräfte Ihres Körpers unterstützen können.

Tipp 1: Iss Dich Gesund!

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist das wichtigste Startkapital für ein gutes Immunsystem. Eine Kombination aus nährstoffreichen und energiearmen Lebensmitteln (Getreide, Kartoffel, Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch in Maßen) garantiert eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen, Mineralien, Ballaststoffen und Spurenelementen – den wichtigsten Powerstoffen unserer Nahrung. Beachten Sie die altbewährte Regel „5 am Tag“, die fünf Hände voll Obst und Gemüse täglich empfiehlt.

In rohem Obst und Gemüse lassen sich die meisten Vitamine finden. Insbesondere die Vitamine A, B, E und vor allem C sind wichtigste Helfer bei der Aktivierung der Immunabwehr. Vitamin C ist u. a. in Orangen, Zitronen, Kiwis, rotem (!) Paprika, Tomaten, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Grünkohl, Brokkoli und Sauerkraut enthalten, während sich Vitamin A in Milch und Karotten finden lässt. Bananen, Walnüsse und Sojabohnen sind reich an Vitamin B6, Vitamin E ist in Nüssen, Pflanzenöl, aber auch in Milch und Butter zu finden.

Vergessen Sie nicht auf Spurenelemente wie Eisen und Zink, die in Hülsenfrüchten, Fisch, Fleisch und Vollkornprodukten enthalten sind. Sie unterstützen die Produktion von Antikörpern. Milchprodukte liefern wichtige Nährstoffe wie Calcium und Jod und sind gut für eine gesunde Darmflora.

Fette sind nicht immer ungesund – der Körper braucht Fett (im richtigen Maß), um Kraft und fettlösliche Vitamine zu tanken. Greifen Sie bevorzugt zu pflanzlichen Ölen und Fetten – diese beinhalten zudem die für den Körper lebensnotwendigen Omega-3-Fettsäuren. Vergessen Sie auch an kalten Tagen nicht, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen – mindestens zwei Liter am Tag. Empfehlenswert sind Wasser, Kräutertees oder frisch gepresste Fruchtsäfte. Finger weg von zuckerhältigen Limonaden, Alkohol nur in kleinen Mengen genießen!

Tipp 2: Saunabesuche Stärken die Abwehr

Nicht nur Bewegung an der frischen Luft, auch das Entspannen in der Sauna stärkt die Abwehrkräfte und hilft, sich vor Erkältungskrankheiten zu schützen. Der Kreislauf und die Durchblutung werden stimuliert, der Körper entspannt sich, Schmerzen können gelindert und Blutdruckwerte normalisiert werden. Durch die ansteigende Körpertemperatur werden Viren geschädigt, zudem gewöhnt sich der Körper an einen raschen Temperaturwechsel. Experten empfehlen, einmal pro Woche die Sauna zu besuchen, zwei bis drei Einheiten mit je maximal 15 Minuten sind optimal. Bevor Sie nach dem Saunagang kalt duschen, gehen Sie sich an die frische Luft abkühlen.

Zur Stärkung der Abwehr empfehlen sich außerdem Wechselduschen. Auch wenn es Überwindung kostet: Duschen Sie morgens kalt – Sie werden den belebenden Effekt spüren! Alternativ können Sie auch zuerst sehr heiß duschen und sich danach kalt abbrausen.




Tipp 3: Sport ist Wetterunabhängig

Auch wenn man den inneren Schweinehund überwinden muss: Gehen Sie mindestens einmal täglich für 30 Minuten an die frische Luft. Egal ob Ausdauersport wie Jogging, Radfahren oder ein flotter Spaziergang – Bewegung an der frischen Luft regt den Kreislauf an und härtet unseren Körper ab. Denken Sie an das alte Sprichwort: „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.“ Wenn also ein Lüftchen weht oder bereits Schnee liegt, ist dies kein Vorwand, um draußen keinen Sport zu betreiben. Überwinden Sie sich! Sie werden sehen: Es gibt nichts Schöneres, als nach einer sportlichen Verausgabung in die warme Wohnung zurückzukehren und es sich mit einer Tasse Tee gemütlich zu machen. Denn: Sport baut Stress ab.

Beachten Sie aber ein paar Regeln: Warme Kleidung ist wichtig, insbesondere die Füße dürfen nicht kalt und feucht werden. Kleidung nach dem „Zwiebel-Prinzip“, also mehrere dünne Schichten übereinander, ist empfehlenswerter als ein einziger dicker Wollpullover. Wenn Sie schon lange keinen Sport mehr gemacht haben, fangen Sie mit kleinen Trainingseinheiten an und steigern Sie sich nach und nach. Aufwärmübungen sind besonders in der kalten Jahreszeit wichtig. Rinnt etwas die Nase, husten Sie ein wenig oder brummt der Kopf, empfiehlt es sich um so mehr, an die frische Luft zu gehen. Aber: Bei einem stärkeren grippalen Infekt oder gar einer Influenza hilft nur Bettruhe. Erlaubt es Ihr Job nicht, tägliche Sportpausen einzulegen, integrieren Sie körperliche Betätigung in den Alltag, indem Sie zum Beispiel die Treppe statt des Aufzugs nehmen, zu Fuß gehen anstatt mit dem Auto zu fahren oder vor dem Fernseher am Hometrainer Sport betreiben. Auch Morgengymnastik nach dem Aufstehen regt das Immunsystem an. Wichtig: Vermeiden Sie Zugluft und überhitzte Räume!

Tipp 4: Mit der Natur zum Körperlichen Wohlbefinden

Heilpflanzen enthalten wertvolle ätherische Öle, Bitterstoffe, Vitamine, Minerale und Spurenelemente. Salbei (gegen Magen-Darmverstimmung), Kamille (wundheilend), schwarzer Holunder (abwehrstärkend) oder Hagebutte (harntreibend) sind die Klassiker unter den Heilpflanzen und besonders in Form von Tees beliebt.

Auch Thymian, Lavendel und Pfefferminze lassen bakterielle Entzündungen schneller abheilen. Weniger bekannt sind die heilenden Wirkstoffe von Eisenkraut und Senföl, die bei der Abwehr von Viren helfen. Als wirksamste Heilpflanze gilt der Sonnenhut (Echinacea), der bereits von den Ureinwohnern Amerikas zur Krankheitsbekämpfung eingesetzt wurde. Der Sonnenhutextrakt mindert die Symptome einer Erkältung, indem er die Anzahl der weißen Blutkörperchen im Immunsystem steigert.

Lassen Sie sich von der Apotheke Ihres Vertrauens bezüglich homöopathischer Arzneimitteln beraten. Jede Apotheke bietet pflanzliche Präparate sowie Mittel, die Spurenelemente enthalten, an. Besonders beliebt sind Ginseng (gegen Müdigkeit und Konzentrationsschwäche) sowie Propolis, jener Stoff, der von Bienen gesammelt wird und eine antibakterielle und antiseptische Wirkung besitzt. Spurenelemente wie Kalium iodatum, Kalium phosphoricum, Eisen oder Zink werden in Form von Kapseln oder Globuli mittlerweile immer öfter von Ärzten verschrieben, um Schnupfen, Erschöpfung oder Kopfschmerzen zu bekämpfen.  Beachten Sie: Lassen Sie sich bei einer rein pflanzlichen Therapie von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin beraten.

Tipp 5: Hören sie auf Ihre Seele

Geht’s der Seele nicht gut, bekommt das auch der Körper zu spüren. Dauergestresste oder depressive Menschen werden häufiger krank als Menschen, die sich Pausen gönnen und im wahrsten Sinne des Wortes die Seele baumeln lassen.

Für ein gutes Immunsystem ist ausreichender Schlaf – mindestens sieben Stunden täglich – grundlegend. Während der nächtlichen Ruhephasen tankt der Körper neue Kraft. Vermeiden Sie, so gut es geht, Stresssituationen oder sorgen Sie für einen seelischen Ausgleich, indem Sie an der frischen Luft Sport betreiben oder mit einem guten Buch eine Ruhepause einlegen. Auch Yoga- und Meditationsübungen wirken entspannend. Tun Sie sich selbst etwas Gutes – dann bleiben Sie auch gesund!

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