Mittwoch, 18. September 2019

So hält uns die Natur gesund!

Ausgabe 2014.02
Seite 1 von 3

Vitamine und Mineralstoffe sorgen für den optimalen Ablauf aller Körpervorgänge. Doch in welchen Lebensmitteln verstecken sie sich? Welche Nährstoffe sind für wen sinnvoll und welche Folgen kann ein Mangel auslösen?


Foto: Can Stock Photo Inc. -BelleMedia

Ohne sie läuft einfach nichts wie geschmiert: Während Vitamine für die Immunabwehr, den Aufbau von Körpergewebe oder die Umwandlung von Nahrung in Energie verantwortlich sind, sorgen Mineralstoffe für den Knochenaufbau, die Hormon- und Blutzellenbildung sowie die Übertragung von Nerven- und Muskelreizen. Bei den Vitaminen unterscheidet man zwischen der wasserlöslichen Gruppe (z. B. B-Vitamine, C und Biotin), deren „Mitglieder“ bei einem Überangebot ausgeschieden werden, und der fettlöslichen „Truppe“ (A, D, E und K), die sich im Körper anreichert. Mineralstoffe differenziert man in Mengenelemente (z. B. Magnesium, Kalzium) und Spurenelemente (z. B. Eisen, Selen, Zink), wobei die erstgenannten – ganz im Gegensatz zu den anderen – in Massenanteilen von mehr als 50 mg pro kg Körpergewicht vorkommen. Viele Mikronährstoffe – wie diese drei Substanzklassen bezeichnet werden – entfalten nur in Kombination mit anderen „Partnern“ ihre volle Wirkung. Daher ist es sinnvoll, sie in Form von ausgewogener Ernährung bzw. Nahrungsergänzungsmitteln zu kombinieren. GESÜNDER LEBEN beantwortet die 20 wichtigsten Fragen zu einem Thema, das uns alle angeht.


1. Wie sollen Vitamine und Mineralstoffe zugeführt werden?
Die wirksamste Art der Zufuhr erfolgt in Form einer ausgewogenen, ausgeglichenen Mischkost mit viel Obst und Gemüse. Matthias Bastigkeit, Autor und Fachdozent für Pharmakologie aus dem deutschen Segeberg: „Wenn die Bausteine biogenen Ursprungs sind, also direkt aus der Natur kommen, können sie am besten verwertet werden.“

2. Woran erkennt man einen Nährstoffmangel?
Da jeder Baustein eine andere Aufgabe besitzt, kann ein Mangelzustand viele Gesichter haben. „Zu den häufigsten Symptomen gehören u. a. Infektanfälligkeit, Hautveränderungen, Leistungsschwäche, chronische Müdigkeit, brüchige Knochen oder bei schwerem Mangel auch Wachstumsstörungen“, so ao. Univ.-Prof. Dr. Cem Ekmekcioglu, Ernährungsmediziner am Institut für Umwelthygiene, Medizinische Universität Wien. Eine blasse Gesichtsfarbe beispielsweise kann Folge eines Eisenmangels sein; häufige Muskelkrämpfe können auf einen Magnesiummangel hindeuten. „Ab und zu gestresst und ausgelaugt zu sein ist hingegen völlig normal und in der Regel kein Hinweis auf einen Nährstoffmangel“, so Ekmekcioglu. Bei Verdacht auf einen Nährstoffmangel empfiehlt es sich, einen spezialisierten Mediziner zurate zu ziehen, der mithilfe gezielter Laboruntersuchungen den Nährstoffstatus ermittelt.

3. Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel?
„Sie sollten vor allem gezielt eingesetzt werden“, so Ekmekcioglu, der für eine evidenzbasierte Einnahme plädiert und Multivitaminpräparate für nicht besonders sinnvoll hält. „Wenn ein biochemischer oder funktioneller Nachweis über einen Mangel besteht, sollte genau dieses Element supplementiert werden, also z. B. Eisen, Selen oder Kalzium zugeführt werden.“ Wer hingegen gesund und fit ist bzw. sich ausgewogen ernährt, braucht gewöhnlicherweise keine Nahrungsergänzungsmittel. Ausnahmen stellen Menschen mit erhöhtem Bedarf dar. Dazu gehören insbesondere schwangere und stillende Frauen sowie kranke oder ältere Menschen. „Über die einzelnen Präparate sollte man sich von einem Spezialisten beraten lassen, um möglichst effizient zu therapieren“, gibt auch Dr. Petra Fabritz, Internistin und Orthomolekularmedizinerin im Wiener Ärztezentrum „mediclass“, zu bedenken. „Viele Vitamin-C-Brausemittel beispielsweise sind drei Stunden nach ihrer Einnahme im Körper nicht mehr nachweisbar.“

4. Welche Rolle spielt Vitamin D? Wie beugt man in den Winter-monaten einem Mangel vor?
Rein über die Nahrung (Fettfische, Lebertran) kann Vitamin D nicht ausreichend zugeführt werden. Rund 90 Prozent unseres Bedarfs an Vitamin D erzeugt das Sonnenlicht. UV-Strahlen sorgen dabei in der Haut für den Umbau von körpereigenem Cholesterin in eine chemische Vorstufe, die in Leber und Nieren zu aktiviertem Vitamin D verstoffwechselt wird. Der Körper bildet es sozusagen selbst. „Neben seiner Aufgabe, Kalzium in den Knochen einzulagern, ist Vitamin D an der Produktion von Hormonen beteiligt und bringt das Immunsystem auf Trab“, weiß Bastigkeit. Um eine optimale Versorgung – gerade im Winter – sicherzustellen, empfiehlt der deutsche Fachdozent, sich möglichst oft im Freien aufzuhalten und „von Oktober bis Februar weitgehend auf einen Lichtschutz in der Gesichtscreme zu verzichten bzw. im Sommer die Vitamin-D-Speicher durch kurze Sonnenbäder aufzuladen“. Die Speicherkapazität, v. a. im Fettgewebe, beträgt dabei, laut Ernährungsmediziner Ekmekcioglu, einige Monate: „Es hat daher auch keinen Sinn, nach einem schönen Sommer umgehend Vitamin D zu supplementieren.“ Erhöhten Bedarf haben allerdings Früh- und Neugeborene bzw. ältere Menschen. „Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung schützt erwiesenermaßen gerade ältere Menschen vor Stürzen und Knochenbrüchen und stärkt die Muskulatur“, so Ekmekcioglu. Ein Mangel hingegen beeinflusst auch die Infektanfälligkeit und erhöht das Risiko für Stoffwechsel- oder sogar Demenzerkrankungen. „Wer seinen Vitamin-D-Spiegel in den Normbereich bringt, wird oftmals eine Stärkung des eigenen Immunsystems bemerken und z. B. weniger oft erkältet sein“, so die Orthomolekularmedizinerin Fabritz.

Mineralstoffe

5. Wie sinnvoll ist die Vitamin-C-Gabe bei Erkältungen?
Auch wenn Vitamin C als das Anti-Erkältungsmittel schlechthin gilt: Bei einer bereits ausgebrochenen Erkältung, hilft Vitamin C nicht mehr und auch präventiv mindert es nicht das Infektanfälligkeitsrisiko. „Lediglich wenn in der Erkältungszeit regelmäßig Vitamin C aufgenommen wird, verkürzt sich – gerade bei Kindern – die Dauer der Erkältung leicht. Die Zeit des Taschentuchverbrauchs sinkt aber lediglich um 13 Stunden“, erklärt Bastigkeit.

6. Ist Vitamin A tatsächlich „so gut für die Augen“?
Der großmütterliche Ratschlag, Karotten zu essen, um besser zu sehen, hat durchaus Berechtigung. Das darin enthaltene Vitamin A (Retinol) verbessert die qualitative Zusammensetzung des Tränenfilms und hilft besonders beim Sehen in der Dunkelheit; deshalb ist es auch bei Nachtblindheit sinnvoll. Neben Karotten sind vor allem Kürbis, Spinat oder Leber gute Vitamin-A-Lieferanten.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 So hält uns die Natur gesund!
Seite 2 Vitamine
Seite 3 Zink

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