Dienstag, 17. September 2019

So bleiben Sie gesund!

Ausgabe 2014.10
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Herbstzeit – Erkältungszeit. Wer gesund und fit durch die nasskalten Monate kommen möchte, sollte bewusst seine Abwehrkräfte stärken. GESÜNDER LEBEN gibt 20 Tipps für ein Immunsystem in Bestform.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - Farina5000

Während Susanne bereits seit drei Jahren von Erkältungen weitgehend verschont geblieben ist, wird Anna regelmäßig von viralen Infekten geplagt. Obwohl das Zwillingspaar genetisch ähnlich ausgestattet ist, muss eine der beiden Damen häufiger mit Tee, Schal und Taschentüchern das Bett hüten. Verantwortlich dafür ist unser Immunsystem, dessen Aufgabe es ist, gefährliche Krankheitserreger abzuwehren, geschädigte Körperzellen beiseitezuschaffen und die 100 Billionen Bakterien in Schach zu halten, die der menschliche Organismus natürlicherweise bewirtet. „Eine primäre Barriere stellen Haut und Schleimhäute dar. Sie schützen unseren Körper vor physikalischen und chemischen Belastungen, aber auch vor Krankheitserregern. Nach Überwindung dieses ersten Abwehrwalls kommt unser Immunsystem ins Spiel. Dabei unterscheidet man angeborene und adaptive sowie zelluläre und humorale immunologische Abwehrmechanismen“, er klärt Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn, Facharzt für innere Medizin in Wien. Das Immunsystem ist ein Gemeinschaftswerk von Immunzellen, Organen und Geweben sowie dem Blut mit den weißen Blutkörperchen. Über ein ausgeklügeltes biochemisches System kommunizieren diese „Mitglieder“ miteinander und wachen über unsere Gesundheit – und das akribischer als jeder Geheimdienst. Heldenhaft agieren vor allem die „Fresszellen“, weiße Blutkörperchen des unspezifischen Immunsystems, die im Knochenmark gebildet werden. Sie erkennen blitzschnell fremde Substanzen im Körper und verschlingen diese Mikroorganismen sofort. Sind sie ausreichend vorhanden, kann das Abwehrsystem effizient seine Pflichten erfüllen.

Bewegung und Wellness
„Ganz unbestritten ist der positive Effekt von Sport, da jedes Training das Immunsystem stimuliert“, gibt Meryn zu bedenken. „Dies hat sich wissenschaftlich an sowohl einzelnen Immunzellen als auch an den niedrigeren Infektraten gezeigt.“ Bereits nach einer halben Stunde Trainingszeit steigt die Anzahl wichtiger Immunzellen um ein Drittel, wodurch die Infektabwehr gestärkt wird. US-amerikanische Wissenschafter stellten fest, dass die Erkältungshäufigkeit bei Menschen, die an fünf oder mehr Tagen pro Woche Sport trieben, um 46 Prozent geringer war als bei Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit. Daher hier unsere Tipps:

1. Ausdauer fördern. Alle Sportarten, die den Puls in die Höhe treiben, sind geeignet, um die Zellen des Immunsystems auf Trab zu halten. Infrage kommen beispielsweise Joggen, Rudern, Radfahren oder Seilhüpfen.

2. Trainieren Sie im Freien. Frische Luft wirkt sich ebenfalls günstig auf unsere Abwehrkräfte aus: Die Durchblutung wird angeregt und die durch Heizungsluft belasteten Schleimhäute werden mit einer Extradosis Immunzellen belohnt, um Grippeviren abzufangen.

3. Richtig eingepackt. Wer draußen sportelt, sollte auf adäquate, sprich: atmungsaktive, Kleidung achten. Ein Wärmestau, der durch zu viele Kleidungsschichten entsteht, birgt nämlich ein größeres Risiko für Schleimhauterkrankungen. Durch ständiges Schwitzen erzeugt die Haut Verdunstungskälte; der Körper kühlt ab und ist anfälliger für Erkältungen.

4. Von Kopf bis Fuß. Achten Sie bei Bewegung im Freien auch darauf, kalte Füße zu vermeiden. Sie sind oft Symptom eines gestörten Gleichgewichts im Wärmehaushalt und machen infektanfälliger. Atmungsaktive und wasserfeste Schuhe sorgen für wohlig-warme Füße, die weder schwitzen noch frieren.

5. Nicht übertreiben. Schon bei den leisesten Indizien, die auf eine Erkältung hinweisen, sollten Sie auf sportliche Aktivität verzichten. Ihr Immunsystem hat nun genug damit zu tun, die feindlichen Viren zu bekämpfen. Zusätzliche Bewegung würde es nur unnötig schwächen und den Regenerationsprozess verlängern.

Achten Sie auf Ihre Ernährung!
Eine herabgesetzte Widerstandskraft wird u. a. durch einen Mangel an Vitalstoffen in der Nahrung verursacht. „Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Obst, Gemüse und einem nicht zu hohen Fleischanteil hat erwiesenermaßen eine positive Wirkung auf unsere Abwehrkräfte. Schließlich gibt es in unserem Darm ca. 17 Billionen Bakterien – das sogenannte ,Mikrobiom‘ – das einen wesentlichen Bestandteil unseres Immunsystems darstellt“, so Meryn. Daher unsere Tipps:

6. Vitamine wirken sich positiv auf die Säure-Base-Balance aus und stärken die Abwehr. Vor allem Vitamin A – z. B. enthalten in Karotten, Kürbis, Spinat oder Leber – ist für die normale Funktion vieler Immunsystem- Abläufe verantwortlich. Bei einem Vitamin-A-Mangel sinkt die Aktivität von T-Zellen (Lymphozyten) und natürlichen Killerzellen, wodurch die Infektanfälligkeit steigt. Auch die Vitamine C (Kiwis, Orangen, Sanddorn oder Grünkohl), D (Fisch) und E (Pflanzenöle) schützen Immunzellen vor dem Angriff und der Zerstörung durch freie Radikale.

7. Mineralstoffe. Grundsätzlich ist das Zusammenspiel aller Vitalstoffe notwendig, um das Immunsystem zu aktivieren. Besondere Dienste leisten aber die Mineralstoffe Zink und Selen, wenn es um den Schutz vor freien Radikalen und die Stabilisierung von Zellmembranen geht. Gute Zinkquellen sind Schalentiere, rotes Fleisch, Mandeln oder Hülsenfrüchte (z. B. Bohnen). Hohe Selengehalte weisen wiederum Eier, Paranüsse oder Fleisch auf.

8. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide (Paradeiser), Sulfide (Knoblauch), Flavonoide (Zitrusfrüchte, Trauben) oder Phytoöstrogene (Soja) schützen aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung ebenfalls vor (viralen) Infektionen.

9. Probiotika. Die Stärke des Immunsystems hängt u. a. auch von der Zusammensetzung unserer Darmbakterien ab. „Probiotika – das sind gesundheitsfördernde Keime – können hier Abhilfe schaffen. Sie verbessern die Durchlässigkeit des Darms und beeinflussen die Darmflora positiv, indem sie schädliche Keime verdrängen“, erklärt Assoz. Prof. Dr. Vanessa Stadlbauer-Köllner, Fachärztin für Innere Medizin in Graz. „Greifen Sie aber nur auf Präparate zurück, deren Wirksamkeit überprüft ist und die ausreichende Mengen an Bakterien enthalten.“

10. Frischkost. Um die Lebensmittel-Inhaltsstoffe zu erhalten, sollten sie frisch auf den Tisch kommen. Greifen Sie auf saisonale und einheimische Produkte zurück, waschen Sie Obst und Gemüse nur kurz ab und achten Sie darauf, Vitaminträger nur moderat zu erhitzen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 So bleiben Sie gesund!
Seite 2 Stress, lass nach!

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