Sonntag, 17. Februar 2019

So bleibe ich gesund!

Ausgabe 2013/11
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Wir können vorbeugend einiges für unsere Gesundheit tun –  und damit ist nicht nur die jährliche Vorsorgeuntersuchung gemeint. GESÜNDER LEBEN verrät die besten Tricks für ein gesundes, glückliches Leben.


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Das Ziel der Vorsorge- bzw. Gesundenuntersuchung, die alle Österreicher ab dem 18. Lebensjahr einmal pro Jahr in Anspruch nehmen können und deren Kosten von der Krankenkasse übernommen werden, besteht darin, sogenannten Volkskrankheiten vorzubeugen bzw. deren Auftreten möglichst frühzeitig zu erkennen. Der Fokus liegt dabei auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus und insbesondere auf dem Krebsscreening hinsichtlich Darm-, Prostata-, Brust- und Gebärmutterhalskrebs. Darüber hinaus können dabei auch Parodontalerkrankungen (d. h. Erkrankungen der Zähne bzw. des Zahnfleisches) oder ganz allgemein Krankheiten des höheren Alters sowie Suchterkrankungen entdeckt werden. Für die Patienten sind diese Untersuchungen mit geringen Unannehmlichkeiten und Risiken verbunden, schließlich werden laut Dr. Gert Wiegele, Allgemeinmediziner in Weißenstein (Kärnten) sowie Leiter des Referats für Sozial- und Vorsorgemedizin der Österreichischen Ärztekammer, möglichst nicht invasive Methoden angewendet: „Bei der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung werden so gut wie keine Geräte oder Katheter verwendet. Die Untersuchungsmethoden sind möglichst kostengünstig, entsprechen aber dem Stand der Technik. Aus Sicht der Volksgesundheit ist dieser jährliche Gesundheitscheck absolut sinnvoll.“

Wie läuft’s ab? Im Vorfeld wird dem (nüchternen) Patienten Blut abgenommen. Ein paar Tage später liegen die Ergebnisse bereits vor und der eigentlichen Gesundenuntersuchung steht nichts mehr im Wege. Zu Beginn wird die Anamnese bzw. Krankengeschichte erhoben, indem der Patient einen Fragebogen ausfüllt, der im Anschluss zusammen mit dem behandelnden Arzt besprochen wird. „Außerdem gibt es die Möglichkeit, einen Alkoholfragebogen auszufüllen, um das eigene Risiko im Hinblick auf eine Alkoholabhängigkeit abzuschätzen“, fügt Dr. Doris Heu, Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathie in Wien, hinzu. Eine ausführliche körperliche Untersuchung liefert einen ersten Eindruck über die körperliche Verfassung und den allgemeinen Gesundheitszustand. Neben der Inspektion der Haut und verschiedenen Tastuntersuchungen werden unter anderem auch Blutdruck, Bauchumfang, Gewicht und Größe gemessen sowie der BMI (Body-Mass-Index) bestimmt. Das wenige Tage zuvor abgenommene Blut informiert über folgende Werte: Cholesterin bzw. HDL und LDL, Blutfette  (Triglyzeride), Blutzucker (ein erhöhter Blutzucker deutet auf Diabetes mellitus hin) sowie der Leberwert Gamma-GT (guter Parameter zur Erkennung von Störungen im Bereich der Leber und Gallenwege. Erhöhte Werte kommen u. a. bei Gallenstau, Leberzirrhose, Lebermetastasen und Alkoholismus vor). Bei Männern wird zusätzlich der PSA-Wert ermittelt, der Aufschluss darüber geben soll, ob möglicherweise bei der Prostata etwas nicht stimmt. Bei Frauen wird ferner ein rotes Blutbild gemacht, um etwa eine Blutarmut bzw. Anämie erkennen zu können – immerhin sind Frauen aufgrund ihrer Monatsblutung weit häufiger davon betroffen als Männer. Um derartige Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, gibt es die Vorsorgeuntersuchung, bei der übrigens auch der Harn untersucht wird. Dies ist wichtig, um Erkrankungen von Niere, Harnblase, Harnleiter und Harnröhre festzustellen.

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Von Arzt zu Patient. Des Weiteren führt Dr. Heu bei Frauen eine gynäkologische Anamnese durch: „Ich frage die Patientinnen, wann das letzte Mal ein PAP-Abstrich gemacht wurde, und wenn sie älter als 40 sind, ob sie regelmäßig zur Mammographie gehen. Falls diese Untersuchungen noch nicht stattgefunden haben, empfehle ich eine Überweisung zum Gynäkologen.“ Ihren männlichen Patienten rät die Wiener Allgemeinmedizinerin ab dem 50. Lebensjahr, den Urologen aufzusuchen. Die im Rahmen der allgemeinen Gesundenuntersuchung abgenommene Stuhlprobe spielt bei der Früherkennung von Dickdarmkrebs eine Rolle. „Außerdem rate ich, spätestens ab dem 50. Lebensjahr alle zehn Jahre eine Darmspiegelung (Koloskopie) durchführen zu lassen“, so Heu, die außerdem Patienten über 65 empfiehlt, einen Seh- und Hörtest beim jeweiligen Facharzt durchführen zu lassen. Neben der Überweisung an die Spezialisten werden bei einem ausführlichen Abschlussgespräch – falls erforderlich – Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes besprochen. Auch der Kärntner Mediziner Gert Wiegele ist der Überzeugung, dass jede Untersuchung mit einer Beratung verbunden sein sollte: „Nicht jeder PSA-Wert oder Mammographiebefund ist besorgniserregend. Umso wichtiger ist es, dass die Ergebnisse zusammen mit dem behandelnden Arzt bzw. Spezialisten besprochen und beurteilt werden. Genauso gehört gemeinsam entschieden, wie weiter vorgegangen wird.“ Überdies sei es wichtig, „dass sich der Patient selbst mit den Befunden auseinandersetzt und sich somit aktiv um die eigene Gesundheit kümmert“, sagt Wiegele, der im Übrigen auch Vizepräsident und Obmann von „kärngesund“ ist. Dabei handelt es sich um ein Gesundheitsnetzwerk, zu dem neben der Ärztekammer Kärnten einige Sozialversicherungsträger und Sozialpartner gehören. Das Ziel dieser Vorsorgeinitiative, deren Anfänge schon einige Jahre zurückreichen, ist kein geringeres, als Kärnten nachhaltig zum gesündesten Bundesland Österreichs zu machen.

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