Freitag, 25. September 2020

Schwimmen – Spaß ohne Reue! - Schwimmbad-Otitis

Ausgabe 2017.07-08
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» Schwimmbad-Otitis «
Die gängigste Form der Außenohrentzündung, die Bade-Otitis oder Schwimmbad-Otitis, ist eine typische Sommererkrankung. Von der schmerzhaften Entzündung des äußeren Gehörganges sind besonders passionierte Wasserratten betroffen, wie Dr. Klemens Dejakum, HNO-Arzt am Bezirkskrankenhaus Kufstein, erklärt: „Durch den langen und häufigen Aufenthalt im Wasser weicht sich die Haut des Gehörganges auf, der natürliche Fettfilm löst sich im Chlorwasser. Keime können daher leichter in die Haut eindringen und verursachen dort eine lokale Entzündung.“ Die Anzeichen dafür treten meist einige Tage nach dem Badespaß auf: Die ersten Symptome sind starker Juckreiz und Schmerzen beim Ziehen an der Ohrmuschel. Auch das Hörvermögen kann vermindert sein. Bei einem Blick in das Ohr sieht man den geschwollenen und geröteten Gehörgang, der von einem trüben Sekret bedeckt ist.

So sieht die Behandlung aus:  Ab zum Arzt! Vor der eigentlichen Behandlung muss das Ohr gründlich, fachgerecht gereinigt werden. „Handelt es sich tatsächlich um eine Entzündung des äußeren Gehörganges und keine Mittelohrentzündung, legt der Arzt einen Antibiotika- und Kortison-hältigen Ohrstreifen ein. Bei geringer Schwellung reichen antibiotische Ohrentropfen aus“, erklärt der Facharzt. Zusätzlich kann ein schmerzlinderndes und gleichzeitig abschwellendes Medikament verschrieben werden: „Eine orale Therapie mit Antibiotika ist meist nicht notwendig oder sinnvoll.“ Die endgültige Abheilung erfolgt im Normalfall innerhalb einer Woche. Wichtig ist der Schutz vor Feuchtigkeit bis zum Abheilen der Erkrankung. Zudem sollte der Gehörgang nicht selbst gereinigt werden.

So beugt man am besten vor:  Die Ohren nach dem Schwimmen sorgfältig mit einem Handtuch trocknen und verschmutzte Gewässer meiden. Finger weg von Wattestäbchen! Die durch das Wasser aufgeweichte Haut kann leicht verletzt werden. Wattestäbchen drücken außerdem Bakterien und Ohrenschmalz noch tiefer ins Ohr, anstatt es zu säubern. Durch das Tragen einer Badehaube kann man die Ohren schützen. Auf Watte im Ohr oder Ohrstöpsel beim Schwimmen sollte man verzichten. Wer immer wieder Probleme mit Gehörgangsentzündungen hat, kann – falls aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht – vorbeugend essigsaure Ohrentropfen aus der Apotheke anwenden. Sie senken den pH-Wert im Gehörgang ab, sollten aber maximal dreimal pro Woche verwendet werden. Dejakum: „Außerdem ist es bei gehäuften Gehörgangsentzündungen sinnvoll, die Gehörgänge nach dem Baden sanft zu föhnen. Dabei sollte mit der zweiten Hand die Ohrmuschel etwas nach oben gezogen werden, um den natürlichen Knick im Gehörgang auszugleichen.“


» Fußpilz «
In Nassräumen wie WC und Duschgelegenheiten und auch in Pfützen fühlen sich infektiöse Hautpilze besonders wohl. „Sie bevorzugen eine feuchte, warme und dunkle Umgebung und vermehren sich in abgestorbenem Gewebe wie der Hornschicht von Haut und Nägeln“, sagt Hautärztin Dr. Tamara Meissnitzer. Kleinere Verletzungen, Feuchtigkeit und Wärme schaffen besonders gute Voraussetzungen für die Schmarotzer, um sich zu vermehren und in die aufgeweichte Haut einzutreten. „Typisch für diese unästhetische, aber zumeist harmlose Erkrankung sind nässende, juckende Blasen und Hautabschuppungen in den Zehenzwischenräumen, die im weiteren Verlauf auch eine Infektion der Zehennägel bedingen.“ Begünstigende Faktoren sind laut Meissnitzer zudem Minderdurchblutung der Füße (v .a. bei älteren Menschen und Rauchern), Fußfehlstellungen, ständige Druckeinwirkung auf die Füße (z. B. durch enge Schuhe oder Leistungssport), Diabetes sowie eine gewisse erbliche Veranlagung für Fuß- oder Nagelpilz. Sowohl Fuß- als auch Nagelpilz werden trotz ihrer weiten Verbreitung oft unzureichend oder gar nicht behandelt. Dann kann die harmlose Pilzerkrankung im Bereich der Zehenzwischenräume zum Problem werden, da sie die ideale Eintrittspforte für Bakterien darstellt. Typischerweise entsteht so der Rotlauf, eine bakterielle Entzündung, die ohne antibiotische Therapie zu einer bedrohlichen Blutvergiftung führen kann.

So sieht die Behandlung aus:  Nach Diagnose durch den Hautarzt wird Fußpilz lokal mit pilzwirksamen Medikamenten (Antimykotika) in Form von Cremes behandelt. Wichtig: „Die Behandlung muss zwei bis drei Wochen nach Abklingen der Symptome weitergeführt werden, um Rückfälle und chronische Pilzerkrankungen zu vermeiden. Trotz Abklingen des Juckreizes können sich in den Zehenzwischenräumen noch Pilzsporen befinden, die durch die Wirkung des Medikamentes zwar nicht auskeimen, aber noch lebensfähig sind.“

So beugt man am besten vor:  Nach dem Duschen/Waschen bzw. Schwimmen sollten die Zehenzwischenräume abgetrocknet werden. In Schwimmbädern, Saunas und Fitnesscentern sollte man immer luftige Badeschuhe tragen – ebenso obligat sind Hausschuhe im Hotelzimmer. Fußspender mit Desinfektionsmitteln sollte man eher meiden. Die Chemikalien töten die widerstandsfähigen Pilzsporen bei einer kurzen Anwendungsdauer nämlich nicht ab. Zudem wird die infizierte Haut bei einem bereits betroffenen Fuß durch den Desinfektionsstrahl abgewaschen. Diese Pilzsporen warten dann auf den nächsten Badegast, der seine Füße eigentlich durch Desinfektion schützen möchte.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Schwimmen – Spaß ohne Reue!
Seite 2 Schwimmbad-Otitis
Seite 3 Warzenviren

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