Freitag, 18. Oktober 2019

Schüßler- Salze

Ausgabe 2019.03
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Schüßler-Salze sollen helfen, die Biochemie unserer Zellen zu unterstützen. GESÜNDER LEBEN stellt diese alternativmedizinische Methode vor und lässt auch Kritiker zu Wort kommen.


Foto: © iStock_Thomas-Soellner

In unserer großen Serie über alternative Heilmethoden sieht sich GESÜNDER LEBEN in dieser Ausgabe die Schüßler-Salze näher an. Das sind Mineralstoffe (Salze), die von Natur aus in den Körperzellen vorkommen. Liegt ein Mangel an dem einen oder anderen bzw. an mehreren Mineralstoffen vor, zeigt uns das der Körper mit unterschiedlichen Symptomen: von Antriebslosigkeit bis zur Müdigkeit, von einer leichten Erkältung bis zu einer schweren Erkrankung, von typischen Frauenbeschwerden bis zu psychischen bzw. psychosomatischen Leiden – um nur ein paar Auswirkungen eines gestörten Mineralstoffhaushalts zu nennen. Schüßler-Salze können dazu beitragen, dass sich Fehlsteuerungen im Organismus wieder normalisieren – so das Versprechen.

Atmung, Verdauung, Energiestoffwechsel
Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898), Begründer dieser komplementärmedizinischen Therapie, setzte bei der Entwicklung auf die Biochemie. Dabei handelt es sich um die Lehre von Stoffwechselvorgängen im Körper, wie Atmung, Verdauung und Energiestoffwechsel. „Mitte des 19. Jahrhunderts fanden Wissenschaftler heraus, dass eine Krankheit des Körpers zugleich eine Krankheit der Zelle ist“, erklärt Dr. Michaela Millonig, Pharmazeutin und Schüßler-Beraterin in Wien. „Wenn also die Biochemie der Zelle nicht funktioniert, wenn viele Zellen krank sind, wird der Körper krank. Gibt man daraufhin den Zellen die entsprechenden Mineralstoffe, können sie wieder aktiv werden bzw. sich regenerieren.“ Schüßler selbst war ausgebildeter Homöopath, und so nimmt es nicht wunder, dass sein Heilverfahren etwa hinsichtlich der Herstellungsweise an die Homöopathie erinnert. Auch Schüßler-Salze werden nach dem Prinzip der Potenzierung verdünnt, wobei Millonig betont, dass „aufgrund der dezimalen Verdünnung D6 und D12 nach wie vor Moleküle in den Tabletten sind – nachweisbar.“ Und es gibt weitere wesentliche Unterschiede zur Homöopathie: So gründet Schüßlers Therapie nicht auf dem Ähnlichkeitsprinzip, sondern auf den physiologisch-biochemischen Vorgängen, die sich im menschlichen Organismus vollziehen.

Nahrung besser als Schüßler-Salze?
Speziell das Herstellungsverfahren und in weiterer Folge die Wirksamkeit werden immer wieder kritisiert. Der zentrale Kritikpunkt: Warum soll die Einnahme von geringen Mengen eines Mineralsalzes therapeutisch wirksamer sein, als diese Mineralsalze in einer vielfach höheren Dosierung einfach über die Nahrung aufzunehmen? Laut Pharmazeutin Millonig wird das Prinzip der Verdünnung folgendermaßen begründet: „Der Körper kann verdünnte Substanzen besser aufnehmen, vor allem über die Mundschleimhaut. Daher sollte man Schüßler-Salze bei der Einnahme für kurze Zeit im Mund lassen.“ Und es stimmt freilich, dass wir über die Nahrung Mineralstoffe zu uns nehmen – und zwar eine wesentlich größere Menge. Letzteres ist auch bei (schulmedizinischen) Nahrungsergänzungsmitteln der Fall. Die Frage sei allerdings: „Können die Zellen alles aufnehmen oder wird ein großer Teil wieder ausgeschieden“, so die Schüßler-Expertin, die übrigens bei schweren Erkrankungen bzw. Mangelerscheinungen eine Kombination aus Schulmedizin und Schüßler-Salzen empfiehlt: So könne man etwa bei einem massiven Eisenmangel die Wirkung eines schulmedizinischen Nährstoffpräparats mit der Gabe des Schüßler-Salzes Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12 positiv unterstützen: „Ich hatte schon einige Kunden, bei denen sich daraufhin die Eisenwerte im Blutbild langfristig verbessert haben.“

Selbstheilung
An der Wirksamkeit der Schüßler-Salze oder vielmehr dem Nachweis ebendieser werden sich auch in Zukunft die Geister scheiden. Nichtsdestotrotz setzen zahlreiche Menschen auf (Selbst-)Heilung durch diese komplementärmedizinische Methode. Wer noch nie damit in Berührung gekommen ist, stellt sich gewiss die Frage, welche der mittlerweile 33 Schüßler-Salze man nehmen und wie man sie einnehmen soll. Dazu Millonig: „Ich empfehle gerade zu Beginn den Weg in eine Apotheke mit Schüßler-Berater. Ein ausführliches Beratungsgespräch mit Antlitzanalyse dauert etwa eine Stunde.“ Da die Zellen mit Molekülen aufgefüllt werden, die feinst verteilt in der Tablette vorkommen, spricht vieles für eine Einnahme über mehrere Wochen oder gar Monate. In Akutfällen zeigen Schüßler-Salze aber auch eine rasche Wirkung – etwa als „heiße Sieben“ bei Kopf- oder Regelschmerzen. „Damit die Beschwerden allerdings nicht ständig wiederkommen, sollte man die Salze über einen längeren Zeitraum nehmen“, so Millonig, die von deren vorbeugender Wirkung überzeugt ist: „Wer seinem Körper täglich eine kleine Menge an bestimmten Mineralstoffen zuführt, kann dadurch körpereigene Stoffwechselvorgänge unterstützen, das Immunsystem stärken und Krankheiten frühzeitig abdämpfen.“ Und was genau bedeutet „längerer Zeitraum“? „Solange der Körper danach verlangt bzw. keine Abneigung dagegen hat“, sagt Millonig und verdeutlicht einmal mehr, dass wir auf unseren Körper hören sollen. Natürlich braucht es hin und wieder einen Arzt bzw. die Schulmedizin. Wir können aber oft sehr viel mehr für die eigene Gesundheit tun, als wir denken. Dies war auch die Idee von Schüßler.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Schüßler- Salze
Seite 2 Schüßler-Salze richtig anwenden

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