Montag, 23. September 2019

Schon wieder Blasenentzündung!

Ausgabe 09.2014

Die Blasenentzündung ist die häufigste Infektionskrankheit bei Frauen. Aber auch Männer und Kinder sind davon betroffen. Was ist da zu tun?


Foto: © Can Stock Photo Inc. - CITAlliance

Besonders Frauen kennen das: häufiger Harndrang, bei dem meist nur eine kleine Menge Harn ausgeschieden wird und der mitunter von einem Brennen oder Stechen begleitet wird. Ähnlich einem grippalen Infekt kann auch eine Blasenentzündung ohne medikamentöse Behandlung vorübergehen. Mit Betonung auf „kann“, denn: „Es besteht sehr wohl die Gefahr, dass der Infekt chronisch wird oder dass die Keime in die Nieren aufsteigen und dort eine Nierenbeckenentzündung auslösen“, warnt Dr. Karl Dorfinger. Dass die Nieren in Mitleidenschaft gezogen sind, kann sich etwa durch Flankenschmerzen oder Blut im Urin bemerkbar machen. Dann bleibt der Gang zum Urologen nicht erspart. Freilich können Männer ebenso eine Blasenentzündung bekommen, allerdings sind bei diesen vielfach auch angrenzende Organe, wie Prostata oder Nebenhoden, beteiligt. Am häufigsten betroffen sind Frauen – aufgrund ihrer Anatomie: Über die nur drei bis fünf Zentimeter kurze Harnröhre können Bakterien leicht in die Blase hinaufkrabbeln. „Außerdem liegen Harnröhre und Scheide sehr nah beieinander, und alles, was die normale Keimbesiedelung im Genitalbereich verändert, kann einen Harnwegsinfekt verursachen“, weiß Dorfinger. So kommt es etwa nach Antibiotikatherapien oder nach einer Scheideninfektion oft zur Blasenentzündung. Doch auch Abwehrschwäche, seelische Belastungen, Stress, unzureichende Blasenentleerung oder mangelhafte Ernährung begünstigen Harnwegsinfekte.


Resistente Erreger. Fast jeder Harnwegsinfekt verlangt nach einer Antibiotikabehandlung. Dennoch kann man anfangs versuchen, der Entzündung mit Hausmitteln Einhalt zu gebieten. Viele raten (auch vorbeugend) zu Cranberry-Präparaten. Klingen die Beschwerden nach ein, zwei Tagen nicht ab, sollte man jedoch seinen Hausarzt oder den Urologen aufsuchen. Generell gilt: Je gezielter behandelt wird, umso besser. Um das passende Antibiotikum zu finden, kann der Arzt eine Kultur des Erregers anlegen. Dr. Dorfinger: „Der in Europa am häufigsten vorkommenden Auslöser ist das Darmbakterium Escherichia coli. Allerdings ist in den letzten Jahren eine erschreckende Zunahme resistenter Keime zu beobachten. Daher wird die Bestimmung der krankheitsauslösenden Bakterien immer wichtiger.“ Dorfinger rät zudem, die körpereigene Abwehr durch ausgewogene Kost zu stärken. Zudem sollte man sich speziell in den Übergangszeiten warm anziehen. Vor allem aber spielt die Hygiene eine entscheidende Rolle – die übertriebene wohlgemerkt. Dorfinger: „Tägliches Duschen und insbesondere tägliches Einseifen zerstören die Schutzschicht von Haut und Schleimhaut. Außerdem nimmt dadurch die Resistenz der Erreger zu, die ja bei jeder Giftzufuhr resistenter werden. Und bei der Seife handelt es sich um nichts anderes, sei sie noch so sehr als ‚pH-neutral‘ oder ‚hautschonend’ angepriesen.“ Sie müssen nun nicht auf die tägliche Dusche verzichten. Aber greifen Sie – der Blase zuliebe – nur drei- bis viermal in der Woche zu Seife oder Duschbad.

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