Mittwoch, 22. Mai 2019

Schnupfen nachhaltig und natürlich heilen

Ausgabe 2018.11
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Wenn die Nase kitzelt und der Hals kratzt, versprechen Haus- und Heilmittel nachhaltige Wirkung.  Aber was hilft tatsächlich? GESÜNDER LEBEN hat zwölf bewährte Tipps parat, um Schnupfen & Co den Kampf anzusagen.

 


Foto: iStock-174831737_kupicoo

Bitte nicht schon wieder! Dieses Jahr wären Sie doch eigentlich gewappnet gewesen. Oder? – Na ja, wohl nur vermeintlich. Denn trotz vitaminreichem Müsli zum Frühstück, kraftraubenden Laufrunden am Wochenende, Kräutertee und Zink-Kapseln zwischendurch sowie ausreichend Schlaf vor Mitternacht haben sie Sie wieder heimgesucht: die unliebsamen Erkältungsviren mit ihren alljährlichen aufdringlichen Geschenken, die keiner braucht: roter Hals, verstopfte Nase, Halsweh, Ballonkopf und im schlimmsten Fall Gliederschmerzen. Loswerden lautet nun die Devise. Aber wie? Die Medikamentenlade bietet ein paar verlockende Möglichkeiten, doch es gibt auch sanfte Alternativen zu Aspirin, Paracetamol und Ibuprofen: Hilfsmittel aus der Natur. „Einst waren sie noch allgemein bekannt und wurden mündlich von Generation zu Generation weitergegeben. Heute sind viele wirksame Mixturen aus der Pflanzenküche in Vergessenheit geraten“, so Dr. Angelika Prentner, Pharmazeutin mit Schwerpunkt Naturheilkunde in Mariazell. „Dabei wirken diese Hausmittel ganzheitlich und vor allem nachhaltig. Sie stärken die Gesamtkonstitution, beugen Rezidiven vor und unterstützen den Körper in seiner Abwehrarbeit. Darüber hinaus entstehen bei Hausmitteln keine Resistenzen.“ Hier die besten Expertentipps:

Schnupfen

Inhalieren: Gießen Sie 1 ½ TL Eukalyptusblätter mit 1 ½ TL Fichtennadeln in einen Topf mit heißem Wasser auf atmen Sie unter einem Handtuch die wohltuenden, immunstärkenden und atemwegbefreienden Düfte ein. Achtung: Eukalyptus eignet sich nicht gut für Kinder!

Baden: Übergießen Sie 30 g getrocknetes Thymian- oder Quendelkraut (wilder Thymian) mit kochendem Wasser und lassen Sie den Tee zehn Minuten abgedeckt ziehen, damit die ätherischen Öle nicht entweichen. Seihen Sie danach den Tee ins etwa 37° C warme Badewasser und genießen Sie entweder ein Voll- oder Fußbad. Danach schlüpfen Sie in warme Kleidung und Socken. Thymian und Quendel stärken das Immunsystem und besitzen eine äußerst intensive Kraft, um Bakterien und Viren zu bekämpfen.

Schmieren: Mischen Sie jeweils 2 Tropfen Basilikum- (entzündungshemmend), Angelika- (schmerzstillend), Cajeput- (schleimlösend) und Lavendel-Öl (beruhigend) mit etwa 50 ml Mandel-Öl und beträufeln Sie damit ein Wattestäbchen, um ihre angeschlagenen Nasenlöcher zu verwöhnen.

Schlürfen: Vermengen Sie jeweils 30 g Kamillen- und Lindenblüten mit 20 g Thymiankraut und übergießen Sie 1 EL davon mit 200 ml heißem Wasser. Lassen Sie den Tee zehn Minuten zugedeckt ziehen und trinken Sie den abgeseihten und mit etwas Honig gesüßten Tee in langsamen Schlucken.

Haus- und Heilmittel

Apothekerin Dr. Angelika Prentner von der Apotheke „Zur Gnadenmutter“ in Mariazell hat 5 wertvolle Tipps:

Das sollten Sie beachten

• Informieren Sie sich, bevor Sie Hausmittel verwenden. Sie wirken nur in der richtigen Dosierung. Zahlreiche Apotheken mit Naturheilkunde-Schwerpunkt bieten auch fertige Salben, Tees, Wickel etc. an.

• Greifen Sie auf heimische Pflanzen zurück. Alles, was vor unserer Haustür wächst, passt besser zu unserem Organismus als Produkte, die auf anderen Erdteilen reifen und einen langen Transportweg hinter sich haben.

• Die Wirkung von pflanzlichen Mitteln tritt langsam und schonend für den Körper ein. Sie hat dafür eine stärkende und nachhaltige Wirkung auf den gesamten Organismus.

• Essen Sie in der kalten Jahreszeit bevorzugt warme Speisen. Reduzieren Sie im Herbst und Winter Rohkost, verzichten Sie abends auf Milchprodukte. Sie kühlen den Körper und belasten den Verdauungsapparat. Gut zu wissen: 80 Prozent unseres Immunsystems ist abhängig von der Bakterienzusammensetzung unseres Darms (Mikrobiom).

• Konsultieren Sie bei starken Erschöpfungszuständen, akuten Schmerzen oder hohem Fieber einen Arzt.

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