Freitag, 10. Juli 2020

Schluss mit trockener Nase!

Ausgabe 2020.03

Wenn es in der Nase brennt, juckt oder sie vielleicht sogar blutet, liegt das häufig an einer trockenen Nasenschleimhaut. Wir verraten, was Sie dagegen tun können. 


Foto: iStock-Mitrija

Erwachsene sind von einer trockenen Nasenschleimhaut häufiger betroffen als Kinder, wahrscheinlich weil sich die kindliche Nasenschleimhaut besser regeneriert. Außerdem haben Frauen häufiger eine trockene Nase als Männer. Dennoch: Jeder kann sie bekommen! Eine trockene Nase zeigt, dass die natürliche Schleimhautbildung gestört ist. Denn das feuchte Milieu ist von großer Bedeutung für die menschliche Gesundheit. Die Schleimhaut filtert Krankheitserreger und Schadstoffe aus der Luft und transportiert sie über das Nasensekret ab. Ist die Nasenschleimhaut zu trocken, kann sie ihre Filterfunktion nicht mehr erfüllen und Erreger haben leichtes Spiel. Univ.-Prof. Dr. Berit Schneider-Stickler ist Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Phoniatrie am Wiener AKH: „Die feuchte Oberfläche ist Voraussetzung für die Polizeifunktion der Abwehrzellen. Bei Trockenheit können Erreger ungehindert in die Nase eindringen.“ Darüber hinaus ist eine trockene Nase häufig schmerzhaft gereizt und neigt zur Bildung von kleinen Wunden. Die menschliche Nase ist nicht nur unser Riech- und Atemorgan, sondern auch Klimagerät und Filteranlage für die Luft, die wir einatmen. Sie erwärmt oder kühlt, sie säubert und filtert die Atemluft, damit sie für das Schleimhautgewebe in unserem Atmungssystem nicht schädlich ist. Denn nach der Nase geht die eingeatmete Luft über die Luftröhre direkt in die Lunge, also tief ins Innerste unseres Körpers. Auf Reizstoffe und Krankheitserreger reagiert die Nasenschleimhaut daher besonders empfindlich. Befinden sich Erreger oder Staubpartikel in unserer Nase, sondert sie Schleim ab oder lässt uns niesen. So werden schädliche Stoffe wieder aus dem Körper hinauskatapultiert.

Ursachen für eine trockene Nase
Die Ursachen einer trockenen Nase sind vielfältig. Univ.-Prof. Dr. Schneider-Stickler: „Im Winter sind es die überheizten, im Sommer die klimatisierten Räume mit jeweils 20 bis 30 Prozent Luftfeuchte, was zu trocken ist. Dazu kommt die heute weitverbreitete Reisetätigkeit mit dem Flugzeug, wo sogar nur eine Luftfeuchtigkeit von 10 bis 20 Prozent vorherrscht. Optimal wären mehr als 50 Prozent! Dazu kommen Infektphasen und Schnupfen.“ Saisonale Allergien bewirken zwar grundsätzlich das Gegenteil, denn aufgrund einer entzündlichen Reaktion der Schleimhaut führen sie zu einer feuchten Nase. „Aber auch sie können zu trockener Nase führen“, erklärt die HNO-Ärztin. „Denn die Therapie erfolgt mit Kortisonsprays oder Inhalation, und das verursacht ebenso Trockenheit.“ Vorsicht ist also bei der Anwendung von kortisonhältigen Nasensprays geboten, denn werden sie über längere Zeit regelmäßig verwendet, trocknen sie die Nasenschleimhäute aus. Darüber hinaus gibt es anatomische Ursachen, wie eine starke Nasenscheidewandverkrümmung. „Die Nase wird von der Nasenscheidewand in einen linken und einen rechten Teil unterteilt. Die Nasenschwellkörper vergrößern die Oberfläche, sie befeuchten, erwärmen und reinigen“, erklärt Dr. Schneider-Stickler. Außerdem spielen verschiedene Medikamente wie bluthochdrucksenkende Arzneimittel oder Antidepressiva eine Rolle. Auch sie können zu einer trockenen Nase führen.Hormonelle Funktionsstörungen wie eine Über-oder Unterfunktion der Schilddrüse, Diabetes oder die Änderung der Hormonsituation in den Wechseljahren haben ebenfalls einen Einfluss auf die Feuchtigkeit der Schleimhäute. Nimmt das Trockenheitsgefühl zu und treten unangenehme Beschwerden wie etwa Juckreiz oder Nasenbluten auf, sollten die genauen Ursachen ärztlich abgeklärt werden. Mittels Nasenendoskopie untersucht der HNO-Arzt zunächst das Naseninnere. Ist die Oberfläche der Nasenschleimhaut matt oder werden auf ihr kleine Risse und Blutungen entdeckt, liegt eine trockene Nase vor.

Therapie
HNO-Spezialistin Dr. Schneider-Stickler rät zu: „Befeuchtungsmaßnahmen mit Meersalzlösungen, hyaluronsäurehältigen Sprays und Dexpanthenol. Allerdings müssen die salzhältigen Lösungen einen physiologischen pH-Wert haben, denn zu hohe Salzkonzentration kann austrocknen. Gegen die Inhalation mit Wasserdampf ist grundsätzlich nichts einzuwenden, allerdings sind Salzlösungen nicht zur Inhalation geeignet. Reine Salzinhalationen machen keinen Sinn, denn das Salz geht nicht in den Wasserdampf über. Bei Infekten der oberen Atemwege sollte man besser ätherische Öle wie Eukalyptus oder Kräuterextrakte wie Salbei hinzufügen, sonst ist der Befeuchtungseffekt gering. Ich empfehle auch dexpanthenolhältige Nasensalben.“ Eine weitere Empfehlung der Expertin ist ein Luftbefeuchter am Arbeitsplatz oder im Schlafzimmer. 

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