Dienstag, 16. Oktober 2018

Schluck für Schluck Wohlbefinden

Ausgabe 2018.02
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Einmal aufgießen – fertig: Getrocknete Kräuter und Früchte wärmen als Tee von innen, punkten als probate Mittel gegen Wehwehchen und sind ideal für kleine Auszeiten zwischendurch.


Foto: iStock-gilaxia

Die Österreicher trinken durchschnittlich 33 Liter Tee im Jahr – bevorzugt in der kalten Jahreszeit und mit Vorliebe Früchte- und Kräutertees. Tee ist sogar – nach Wasser – das meistkonsumierte Getränk weltweit. Kein Wunder, meint Entspannungscoach und Kräuterexpertin Mag. Anna Maria Püspök: „Tee tut der Seele gut und steht nicht nur bildlich für Entspannung und Wohlbefinden.“

So gießt man richtig auf. Für die vollständige Entfaltung der Aromen muss die Art der Zubereitung des jeweiligen Tees stimmen. Zu wenig eingesetztes Material lässt ihn fad und dünn werden. Andererseits führt abgestandenes oder auch zu lange gekochtes Wasser zu einer verminderten Genussqualität, wie Püspök erklärt: „Die meisten Kräuter- und Früchtetees gießt man prinzipiell mit kochendem Wasser auf, wobei das Wasser nicht zu kalkhaltig sein sollte.“ Im Gegensatz zu weißem oder grünem Tee, wo das Wasser auf 70 bis 80 Grad abgekühlt werden sollte, weil sonst die feinen Aromen zerstört werden können. Kräuter, deren Heilwirkung auf Schleimstoffen beruht, wie z. B. Käsepappel oder Königskerze, sollten in kaltem Wasser angesetzt und nur vor dem Trinken leicht erwärmt werden. Kräutertees lässt man generell zugedeckt etwa 10 Minuten ziehen, damit die verschiedenen Wirkstoffe aus den Pflanzen gelöst werden. Ziehen sie zu lange, werden sie meist bitter. Für Früchtetees empfehlen Kenner, ausschließlich eine eigens dafür bestimmte Teekanne zu verwenden, die man keinesfalls mit Spülmittel reinigen sollte.

Filterbeutel oder loser Tee? Das Wunderbare an Teebeuteln ist in erster Linie ihre praktische Handhabung. Aber es gibt auch andere Gründe, wieso Filterbeutel so oft zum Einsatz kommen. Sie sind nämlich nicht von vornherein weniger wirksam als loser Tee, wie oft angenommen wird: „Teebeutel bieten die Möglichkeit, fein geschnittene beziehungsweise grob gepulverte Pflanzenteile ohne Staubentwicklung zu verwenden“, erklärt Püspök. „Geschmacklich kommen sie allerdings kaum an lose Teeblätter heran, wenn diese möglichst im Ganzen getrocknet und erst kurz vor der Verwendung behutsam gebrochen wurden. Dadurch bleiben die wertvollen ätherischen Öle aus der Pflanze erhalten.“ Ein weiterer Vorteil von offenem Tee: „Mit ihm sind spezielle und ganz persönliche Mischungen möglich.“

Käutertee: Genuss mit Achtsamkeit. Kräutertees sind Arzneien, weshalb sie auch nicht ständig getrunken werden sollten, wie Püspök betont: „Zum einen lässt häufig die erwünschte Wirkung mit der Zeit nach, weil sich der Körper an den Tee gewöhnt, zum anderen können einige Heilpflanzen bei längerer Anwendung zu unerwünschten Begleiterscheinungen führen.“ Heiltees sollten maximal vier bis sechs Wochen verwendet werden: „Nach zwei Wochen Pause kann die Anwendung meist kurmäßig für weitere vier Wochen fortgesetzt werden.“ Insbesondere Schwangere, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen sollten bestimmte Kräutertees jedoch nur in Maßen und im Zweifelsfall nur nach ärztlicher Abklärung genießen: „In einer Schwangerschaft sind beispielsweise Teemischungen mit abführenden, stark anregenden oder harntreibenden Kräutern wie Brennnessel, Eisenkraut oder Rosmarin tabu.“ Pfefferminztee verstärkt die Säureproduktion im Magen und ist daher bei einer Neigung zu Sodbrennen nicht zu empfehlen. Eine gute Alternative sind Genusstees aus Pflanzen, die sanft gesundheitsfördernd wirken – wie Hagebutte, Fenchel, Melisse, Orangenschale, Kamille, Brombeerblätter und Ringelblume.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Schluck für Schluck Wohlbefinden
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