Sonntag, 17. Februar 2019

Schlemmen ohne Reue

Ausgabe 2012/12-2013/01
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Zu viel, zu fett, zu gut: Das Essen rund um die Feiertage kann ganz schön auf den Magen schlagen. GESÜNDER LEBEN hat die besten Verdauungshilfen, Anti-Kater-Tipps und zeigt, wie Sie rund um Weihnachten keine Kilos zulegen.

Foto: ® Can Stock Photo Inc. - Sandralise
Es ist wirklich gemein. Spätestens im Advent gibt es kein Entrinnen mehr. Lukullische Versuchungen, wohin das Auge reicht: selbst gebackene Vanillekipferl der Kollegin, Lebkuchen-Großpackungen im Supermarkt und zahlreiche Einladungen zum Punschumtrunk. Ganz zu schweigen von den obligatorischen Weihnachtsfeiern und opulenten Feiertagsmenüs, Kalorienbomben inklusive. Eigentlich war das ja von der Evolution einmal sehr clever eingefädelt: Die Fettreserven sollten helfen, dass man heil über einen langen, kalten Winter kommt. Heute führt dieser Mechanismus bestenfalls zu überschüssigen Fettpolstern. Und alle Jahre wird auch der Verdauungstrakt auf eine harte Probe gestellt. Magen-Darm-Experte Primarius Dr. Marcus Franz verrät die besten Tipps für den Schlemmer-Marathon.

Anregendes für den Gaumen und Darm. Bei einem Viergangmenü muss sich der Magen ganz schön strecken. Wer ihn bewusst mit leichten Zutaten und Gewürzen unterstützt, kann Darmzwicken und Bauchgrummeln vermeiden. „Natürliche Aromastoffe bringen nicht nur Pfiff in die Küche, sie machen fette Gerichte auch bekömmlicher“, weiß Internist Franz aus eigener Erfahrung – und mit wissenschaftlichem Hintergrund: Forscher aus München konnten nachweisen, dass Gewürznelken und Thymian im Darm die Produktion des Botenstoffs Serotonin anregen, der die Peristaltik und die Verdauungssäfte ankurbelt.

Die 5 besten Kater-Killer
Je lustiger die Feier, desto trauriger der Morgen danach? So mildern Sie die Folgen einer feucht-fröhlichen Nacht.
  • Grundlagen schaffen. So sorgt man schon vorab dafür, dass der Kater schlechte Chancen hat: Auf keinen Fall mit leerem Magen beginnen. Alles Deftige, um das man sonst einen großen Bogen macht, ist jetzt angesagt. Fettige Nahrungsmittel wie Bratkartoffeln, Nudelsalat, Schmalzbrot, Lachs und Pommes frites bleiben länger im Magen und verzögern so die Alkoholaufnahme ins Blut.
  • Mit Konzept trinken. Wenn schon Alkohol, dann bitte in Abwechslung mit einem Glas Wasser: Durch diesen Trick nimmt man automatisch weniger Sekt & Co zu sich und gleicht das Flüssigkeitsdefizit aus, das durch die harntreibende Wirkung von Höherprozentigem entsteht. Bei Likören, Cocktails und Rotwein ist das Kopfweh-Potenzial besonders hoch – wenn man empfindlich reagiert, sollte man diese Versuchungen von vornherein meiden. Der altbewährte Rat gilt weiterhin: bei einer Alkoholsorte bleiben.
  • Die Schutzbarriere erneuern. Am besten man hält (ausnahmsweise) der deftigen Kost den ganzen Abend die Treue: Nüsse, Butterbrote oder Käsestangen erhalten die Schutzschicht im Verdauungstrakt. Durch Rauchen können die Wirkung von Alkohol und die Katergefahr übrigens verstärkt werden. Ganz schlecht ist Kaffee als vermeintlicher Muntermacher zum Abschluss: Er belastet den Organismus zusätzlich.
  • Im Schlaf regenerieren. So unterstützt man den Körper nach dem Feiern aktiv beim „Entgiften“: Vor dem Schlafengehen eine größere Menge Leitungswasser mit Vitamin C und Magnesium oder mit einer Aspirin-Tablette trinken. Auch eine Möglichkeit: Weihrauchtabletten. Sie sollen das Hirnödem reduzieren, das als Begleiterscheinung eines Katers auftritt. Wer lieber homöopathisch vorbeugt, kann auch Nux-vomica-D6-Globuli nehmen.
  • Ausgiebig frühstücken. Auch am Morgen gilt: besser Tee und Fruchtsäfte statt Kaffee. Statt Rollmops isst man nach dem Aufwachen leichte Omelettes oder eine Hühnersuppe. Weitere exotische Geheimtipps gegen Katerstimmung: Papaya, Tamarindenkerne und japanische Umeboshi – eine in Salzlake eingelegte Marillenspezialität. Sie ist garantiert ein kulinarischer Weckruf und in gut sortierten Asialäden erhältlich. Auch dieser alte Cowboy-Trick soll sich als Akutmaßnahme gegen den Hangover bewähren: ein Glas Milch mit einer aufgelösten Kalzium-Tablette.


Tee ersetzt den Verdauungsschnaps. Effektiver als jeder Kräuterschnaps zur Verdauung von Gans & Co sind bestimmte Teesorten. Wem sich beim Gedanken an Pfefferminz- oder Kamillentee die Geschmacksnerven krümmen, kann es auch mit frischem Ingwertee oder Kardamom versuchen. Das Geheimrezept des Experten: „Einfach zwei bis drei dünne Scheiben von der frischen, geschälten Ingwerknolle abschneiden und mit heißem Wasser übergießen. Fünf bis zehn Minuten ziehen lassen, mit Zitrone und Honig abschmecken.“ Der multipotente Ingwer wirkt gegen Übelkeit, ist entzündungshemmend, anregend auf die Magensaft-, Speichel- und Gallenbildung, fördert die Darmfunktion, stärkt nebenbei auch das Immunsystem und wärmt von innen. Für Kardamomtee einige Kapseln überbrühen und zugedeckt fünf Minuten ziehen lassen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Schlemmen ohne Reue
Seite 2 Geheimtipp Endiviensalat und Artischocken

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