Dienstag, 17. September 2019

Schau mir in die Augen!

Ausgabe 06/2012
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Unser Auge ist eines der großen Wunder der Natur. Umso mehr gilt es, dieses Organ, mit dem wir den Großteil unserer Informationen aufnehmen, zu schützen.

Foto: coloroftime - iStockphoto
Von frühmorgens bis spätabends ist das Auge aktiv. Wobei man diesem Organ eigentlich Unrecht tut, spricht man von ihm in der Einzahl, schließlich haben wir zwei davon und diese arbeiten auf beeindruckende Weise zusammen. Und in Verbindung mit dem Gehirn wird das Ganze erst recht faszinierend. Ein Beispiel: Das Auge hat einen blinden Fleck, doch weil das Gehirn diese Stelle mit Informationen aus der Umgebung sowie des Partnerauges „auffüllt“, bemerken wir davon nichts – zumindest solange alles in gesunden Bahnen verläuft. Auch der Sehvorgang an sich ist beeindruckend: Licht bzw. elektromagnetische Wellen werden in der Netzhaut zu schwach elektrischem Strom umgewandelt. Über den Sehnerv wird dieser dann ins Sehzentrum geleitet – eine Art Rechner im Hinterkopf, der die Informationen, die das Auge aufnimmt, in Bilder umwandelt. Zudem vernetzen zahlreiche Bahnen die Bilder in unterschiedlichen Speichern und Regionen, so etwa auch im Riechhirn. Anders gesagt: Der Duft einer Rose wird immer mit dem Bild einer Rose verbunden …

Wussten Sie, dass ...
… das Auge schon ab dem 22. Schwangerschaftstag im Ultraschall sichtbar ist?
… sich das Auge großteils aus Gehirngewebe entwickelt?
… das Auge eines Erwachsenen durchschnittlich 7,5 g wiegt und 23,5 mm lang ist?


Das Auge zählt mit Sicherheit zu den großen Wunderwerken der Natur. Doch wie so oft macht man sich erst dann Gedanken über einen bestimmten Teil des Körpers, wenn dieser Probleme bereitet. „Um Erkrankungen des Auges besser oder überhaupt verstehen zu können, ist es wichtig, über Aufbau und Funktion eines gesunden Auges Bescheid zu wissen“, so Univ.-Prof. Dr. Christoph Faschinger, stellvertretender Vorstand der Universitätsklinik für Augenheilkunde in Graz und (Co-)Autor zahlreicher Ratgeber rund um das Auge.

Kammern des Auges. Das Auge besteht, vereinfacht gesagt, aus drei Räumen bzw. Kammern, drei Schichten (Bindegewebs-, Gefäß- und Nervenschicht) sowie Muskeln, Nerven, Gefäßen und Drüsen. Die vordere Augenkammer ist nach vorne durch die Hornhaut, nach hinten durch die Regenbogenhaut (Iris) begrenzt. Die Hornhaut ist, wenn man so will, der erste Schritt im Sehvorgang, denn sie sammelt das Licht zu einem Punkt. In der Iris befinden sich zwei Muskeln, die für das Öffnen und Schließen der Pupille zuständig sind. Außerdem bildet sie die vordere Grenze der hinteren Augenkammer, wo das Kammerwasser produziert wird. Dieses hilft, die Form des Auges zu stabilisieren, dient im Besonderen aber der Ernährung von Hornhaut und Linse. Letztere grenzt übrigens nicht nur diese Kammer nach hinten ab, sondern bündelt vor allem Lichtstrahlen, sodass diese auf die Stelle des schärfsten Sehens, den gelben Fleck, treffen. Indem die Linse mit dem sogenannten Strahlenkörpermuskel verbunden ist, kann eine Fern- und Naheinstellung vorgenommen werden. Die Linse spielt damit also bei Kurz- oder Weitsichtigkeit eine entscheidende Rolle. „Obwohl die Ursachen bisher noch nicht restlos bekannt sind, wird davon ausgegangen, dass bei Fehlsichtigkeiten ein erblicher Faktor vorliegt“, sagt Faschinger.

Nicht zu verwechseln! Im Zusammenhang mit der Linse seien an dieser Stelle auch zwei altersbedingte Erkrankungen erwähnt: Die Linsentrübung wird grauer Star (Katarakt) genannt, ist eine der häufigsten Augenerkrankungen und macht sich unter anderem durch eine Beeinträchtigung der Sehschärfe, eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit, Schwierigkeiten beim Lesen oder Störungen des Dämmerungssehens bemerkbar. Bei der sogenannten altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) kommt es zum Abbau oder Funktionsverlust der Makula, der Zone des besten Sehens in der Netzhaut. Neben dem Alter gelten Rauchen und hoher Blutdruck als Risikofaktoren. Betroffene berichten von einer Abnahme der Sehschärfe bis hin zu einem zentralen dunklen Fleck, durch den man nicht durchsieht. Um noch einmal auf das Kammerwasser zurückzukommen: Wie bereits angeführt, ernährt dieses auch die Hornhaut, wofür es aber erst durch eine Lücke zwischen Linse und Iris in die vordere Augenkammer gelangen muss. Der Abfluss des Kammerwassers ist für den Augeninnendruck von großer Bedeutung, erklärt Faschinger: „Es fließt immer genau so viel Kammerwasser ab, wie produziert wird. Kann es jedoch nicht wie gewohnt abfließen, staut es sich im Auge und führt dadurch zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks.“ In der Folge kann ein Sehnervschaden mit Gesichtsfelddefekten entstehen, womit eine der heimtückischsten Augenerkrankungen perfekt wäre: der grüne Star (Glaukom). Wichtig: Das Glaukom und die Katarakt haben lediglich die im Deutschen gebräuchliche Bezeichnung „Star“ gemeinsam, ansonsten besteht kein Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen.

Übersicht zu diesem Artikel:
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