Sonntag, 16. Juni 2019

Sanfte Stiche - Zweifelsohne effektiv

Ausgabe 2019.05
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Zweifelsohne effektiv
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die Wirksamkeit der Akupunktur. „Sie ist die am besten evidenzbasierte, nicht medikamentöse und nebenwirksamsarme komplementärmedizinische Option – speziell für die Therapie von chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates“, betont Stockert. „Die Nadelung an echten Akupunkturpunkten erwies sich im Rahmen einer Meta-Analyse von 39 randomisiert kontrollierten Studien als effektiver als Placebo-Akupunktur; außerdem hielt die Wirkung sehr lange an.“ Zwölf Monate nach der Behandlung nahm der Gesamteffekt der Akupunktur lediglich um etwa 15 Prozent ab. Weitere Vorteile: Bei richtiger Anwendung entstehen minimale Nebenwirkungen wie kleine Hämatome und es gibt kaum Kontraindikationen. „Bei schlechtem energetischen Zustand, wie bei sehr auszehrenden Erkrankungen, oder Blutgerinnungsstörungen ist die Akupunktur allerdings nicht ratsam“, meint Schlager. „Bei Störungen der Blutgerinnung können jedoch Akupressur und Laserakupunktur problemlos eingesetzt werden.“ Hierzulande haben sich über 4.000 Ärzte (von insgesamt rund 40.000) dazu entschlossen, die Ausbildung für das Diplom in Akupunktur, welches von der Österreichischen Ärztekammer seit 1991 verliehen wird, zu absolvieren. „Es dürfen ausschließlich Ärzte die Akupunktur ausüben. Das ist auch sehr wichtig, da der Akupunkteur eine gute schulmedizinische Ausbildung haben muss“, so Schlager. „Zu Geburtsvorbereitungszwecken dürfen auch ausgebildete Hebammen zur Nadel greifen.“

Grenzen der Behandlung
„Akupunktur kann aber nichts gutmachen, was bereits zerstört ist – beispielsweise Gewebe wieder aufbauen –, und kann fehlende Substanzen wie etwa Insulin nicht zuführen“, erläutert Schlager. „Auch unheilbare Krankheiten wie Krebs oder Herzerkrankungen wie Herzinfarkt und Herzinsuffizienz, aber auch manifeste psychiatrische Erkrankungen sind nur mit schulmedizinischen Methoden in den Griff zu bekommen.“ Selbstredend ist weiters, dass auch chirurgische Indikationen keine Akupunktur erfordern. Nichtsdestotrotz: Sämtliche Neben- und Folgewirkungen der konventionellen Behandlung – z. B. Übelkeit nach einer Chemotherapie – können mit den Nadelstichen reduziert werden. Integriert in die moderne Medizin, stellt die Akupunktur eine Bereicherung dar. „Da die Akupunktur in Österreich nur von Ärzten durchgeführt wird, können diese immer abschätzen, wann die Akupunktur sinnvoll als Ergänzung zur konventionellen Therapie eingesetzt werden kann“, ist Stockert überzeugt. 

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