Sanfte Medizin vs. Schulmedizin

Ausgabe 12/2011-01/2012
Die einen bezeichnen sie als reinen Humbug. Die anderen schwören darauf. GESÜNDER LEBEN hat sich fünf „nicht-schulmedizinische“ Methoden genauer angesehen. Und hat mit Experten – Befürwortern und Kritikern – gesprochen.

Foto: iStockphoto.com - George Mayer
Es gibt die Schulmedizin. Und es gibt die anderen: grob gesagt, Komplementärmedizin, Alternativmedizin und Naturheilkunde. Wie der Name schon sagt, beinhaltet Naturheilkunde alles, was „natürlich“ ist oder sein sollte, also etwa Schröpfen, Fastenkuren oder die Kräuterheilkunde. Wenngleich veraltet, wird der Begriff noch viel verwendet.

Als Alternativmedizin werden sämtliche Methoden bezeichnet, die nicht der Schulmedizin – darunter wird übrigens jene Medizin verstanden, die an den Universitäten gelehrt, an Spitälern und in Ordinationen praktiziert und von den Krankenkassen bezahlt wird – entsprechen. Dieses „Entweder-Oder“-Denken gilt heute allerdings als überholt.

Daher gibt es noch einen dritten Begriff: „Unter Komplementärmedizin verstehen wir in Österreich jene Methoden, die von der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) anerkannt sind“, erklärt Klaus Connert, Arzt für Allgemeinmedizin in Salzburg, unter anderem selbst Homöopath und seit 1995 Referent für Komplementärmedizin bei der ÖÄK. Komplementärmedizin entspringt primär nicht dem naturwissenschaftlichen-universitären Bereich, sondern basiert auf der Erfahrungsheilkunde der letzten Jahrhunderte. So wurde etwa das Wissen der Homöopathie über 200 Jahre, jenes der Osteopathie über 70 und das der Traditionellen Chinesischen Medizin gar über 3000 Jahre systematisch durchdacht, erfasst und in der ärztlichen Tradition weitergegeben sowie erweitert.

Anerkannte Alternativen
ÖÄK-Diplome für Komplementärmedizin gibt es für:  
  • Akupunktur
  • Anthroposophische Medizin
  • Applied Kinesiology
  • Begleitende Krebsbehandlungen
  • Chinesische Diagnostik und Arzneitherapie
  • Diagnostik und Therapie nach F.X. Mayr
  • Homöopathie
  • Manuelle Medizin
  • Neuraltherapie
  • Orthomolekulare Medizin
  • Phytotherapie

Kriterien für ein ÖÄK-Diplom:
  • Es handelt sich um eine bewährte und lange bekannte ärztliche Methode.
  • Die Methode gründet auf einem medizinisch nachvollziehbaren Ansatz, hat einen Bezug zur klinischen Medizin und stellt ein umfassendes diagnostisches sowie therapeutisches System dar.
  • Die Methode hat einen klinischen Nachweis ihrer Wirksamkeit erbracht.
  • Die Indikationen, Kontraindikationen, Risiken und Grenzen der Methode sind klar beschrieben.
  • Es gibt eine klare Abgrenzung gegenüber nichtmedizinischen Anwendungen.
  • Es gibt ein Ausbildungscurriculum von mindestens 150 Stunden theoretischer und praktischer Ausbildung, die mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Die Dozenten sind in Österreich approbierte Ärzte (Ausnahme: Gastdozenten für bestimmte Bereiche).
  • Teilnehmer der Ausbildung sind Ärzte und Medizinstudenten der klinischen Semester. Das Diplom kann aber erst nach der ärztlichen Approbation (Facharzt, Arzt für Allgemeinmedizin) erworben werden.
  • Es gibt regelmäßige Fortbildungsangebote.


Fünf „andere“ Alternativen. Weithin bekannt und anerkannt sind etwa Homöopathie, TCM oder Akupunktur. GESÜNDER LEBEN stellt fünf andere „nicht-schulmedizinische“ Methoden vor: Zum einen die von vielen bisher unentdeckte Anthroposophische Medizin. Zum anderen Methoden, die in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt haben, nämlich Osteopathie, Fasten nach F.X. Mayr und natürlich Ayurveda. Letztere gehört aber auch, wie die Bach-Blütentherapie, zu den eher umstrittenen Praktiken. Trotzdem: Laut Connert darf ein Arzt alle Methoden anwenden, die er beherrscht – also auch solche, die nicht unter den von der ÖÄK definierten Begriff „Komplementärmedizin“ fallen. Dies zeigt zwar, dass man hierzulande recht aufgeschlossen ist. Dennoch gibt es bis heute nur elf ÖÄK-Diplome für Komplementärmedizin (siehe Infobox). Durch genaue Richtlinien und Kriterien wolle die ÖÄK erreichen, dass ausschließlich ärztliche Komplementärmedizin auf qualitativ hohem Niveau angeboten werde: „Dies beinhaltet auch eine kontrollierte ärztliche Aus- und Fortbildung in diesen Bereichen und eine Abgrenzung gegenüber unqualifizierten nichtärzt-lichen Behandlern. Vor allem der Schutz der Patienten vor Kurpfuschern liegt der ÖÄK am Herzen.“




Anthroposophie als Weg zur Erkenntnis
Rudolf Steiner hat Anfang des letzten Jahrhunderts mit Ita Wegmann die anthroposophische Medizin konzipiert. Sie vermag zu heilen, indem sie die Selbstheilungskräfte stimuliert. Sie sieht sich als Erweiterung der Schulmedizin.

Die anthroposophische Medizin baut auf der naturwissenschaftlichen Medizin auf, befasst sich darüber hinaus aber eingehend mit der Individualität des Menschen. Schon für die Anamnese nimmt sich der Arzt viel Zeit, um möglichst alles herauszufinden, erklärt der Grazer Kinderarzt und Vorsitzende der Gesellschaft für anthroposophische Medizin in Österreich, Reinhard Schwarz: „Jeder Patient wird genau untersucht, dazu gehören, wenn nötig, beispielsweise auch Laboruntersuchungen. Um zur Gesamtdiagnose zu gelangen, befasse ich mich aber zudem mit den Instanzen des Lebendigen, des Seelischen und vor allem mit der Ich-Präsenz, die, wenn gesund, Ziele vorgibt und Sinn vermittelt. Ist sie geschwächt, kann das zum Beispiel zu Antriebslosigkeit führen. Ist sie zu stark, will sie alles um sich herum beherrschen.“

Therapie auf mehreren Ebenen.„Der naturwissenschaftliche Zugang ermöglicht auf der physikalisch-chemischen Ebene Diagnosen und Therapieansätze“, so Schwarz. Doch: Nach Ansicht der anthroposophischen Medizin reicht das nicht! Daher setzt sich der Arzt auf Grundlage der vom Patienten beschriebenen Beschwerden mit der Krankheit auseinander und bekämpft deren Ursachen. „Zudem versuchen wir, dem Patienten im Umgang mit seiner Erkrankung leibes-, lebens- und seelenhygienisch beizustehen.“ Und dann gibt es noch die individuelle Ebene, die die Persönlichkeit und somit den Motor für die Gesundung stärkt. Neben schulmedizinischen und anthroposophischen Arzneien werden auch Mal- und Musiktherapie, plastisches Gestalten, Sprachgestaltung und die sogenannte Heileurythmie angewendet. Bei Krebserkrankungen zeigt die von Steiner in die Medizin eingeführte Misteltherapie gute Wirkungen. 

In Österreich sind derzeit etwa 45 anthroposophische Ärzte tätig. Erfreulich ist, dass etwa auch im Otto-Wagner-Spital in Wien anthroposophische Medizin angeboten wird“, so Schwarz.

Was sagt die ÖÄK? „Es ist ein therapeutisches Verfahren, hinter dem eine seriöse Methode steckt. Außerdem gibt es eine qualifizierte und umfassende Ausbildung, die mit einer Prüfung abschließt“, begründet Connert das Ärztekammerdiplom „Anthroposophische Medizin“. Außerdem: Neben dem medizinischen System initiierte Steiner auch die Walddorf-Pädagogik und den dynamischen Landbau.

Gesellschaft für Anthroposophische Medizin in Österreich (GAMÖ): www.anthromed.at.


Ayurveda – Das Wissen vom Leben
Ayurveda hat seinen Ursprung in der indischen Mythologie und zielt darauf ab, die höchste Qualität an physischer, mentaler und spiritueller Gesundheit zu erreichen und zu erhalten.

Eine Ayurveda-Behandlung tut gut. Doch Ayurveda ist weit mehr: „Es ist ein ganzheitliches und sehr ausgeklügeltes Heilsystem, das auf den Säulen Prävention und Behandlung von Krankheiten fußt. Vor allem aber ist es eine umfassende Wissenschaft vom Leben“, weiß Claudia Matejovsky, Obfrau des Dachverbands der Österreichischen Ayurveda-Schulen. Das Ziel ist die optimale Gesundheit, die nur durch einen gesunden Körper und einen gesunden Geist erreicht werden kann. Eigentlich naheliegend: Wirken sich doch etwa Kreuzschmerzen auch auf die mentale Verfassung aus oder Depressionen auf den Körper.

Vorrang hat die Gesunderhaltung. Um also erst gar nicht krank zu werden, sondern vielmehr die Gesetze der Natur zu beachten und die Lebensqualität zu verbessern, stehen verschiedenste Werkzeuge zur Verfügung, so Matejovsky: „Die physische Gesundheit wird unter anderem durch eine gesunde, regelmäßige Vorrang hat die Gesunderhaltung. Um also erst gar nicht krank zu werden, sondern vielmehr die Gesetze der Natur zu beachten und die Lebensqualität zu verbessern, stehen verschiedenste Werkzeuge zur Verfügung, so Matejovsky: „Die physische Gesundheit wird unter anderem durch eine gesunde, regelmäßige Lebensweise im Alltag gemäß den Jahreszeiten erhalten. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Im mentalen Bereich geht es um die Einhaltung ethischen Verhaltens und die Steuerung emotionaler Triebe wie Zorn, Angst und Gier.“ Lernen kann man dies etwa in Workshops, am besten unter der Leitung eines ausgebildeten Ayurveda-Praktikers. Seit der Gründung der Ayurveda Academy of Yoga in Daily Life in Wien 2004 wurden, laut Geschäftsführerin Matejovsky, 47 Lehrer in einem dreijährigen Lehrgang ausgebildet, darunter auch einige Schulmediziner.

Medizin der Selbstheilung. Die Frage nach der Ursache ist ein wesentliches Element der Ayurveda-Medizin. Um zur Diagnose zu gelangen, müssen der Patient als auch seine Krankheit eingehend evaluiert werden. Nur so kann der Ayurveda-Arzt entscheiden, welches Therapieverfahren angewendet wird. Dabei wird, grob gesagt, zwischen krankheitsbesänftigenden, reinigenden und aufbauenden Therapien unterschieden. Glücklich zeigt sich Matejovsky darüber, dass Schul- und Ayurveda-Medizin immer öfter kooperieren: „Indem Ayurveda die Selbstheilkraft stärkt, können schulmedizinische Therapien, zum Beispiel bei Krebs oder anderen chronischen Erkrankungen, leichter ertragen werden.“

Was sagt die ÖÄK? „Man muss unterscheiden zwischen der Modeströmung und der tiefgreifenden Ayurveda-Medizin, die mit einem spirituellen Weg, einer Lebensweise verbunden ist. Letztere ist in Europa erstens kaum umsetzbar und zweitens gibt es praktisch keine Ärzte dafür“, erklärt Connert. Da Ayurveda hierzulande eher im Kur- und Wellnessbereich angesiedelt ist, gibt es auch kein Kammerdiplom. Allerdings steht Connert dem Gewerbeschein, der dazu berechtigt im Gesunderhaltungs- bzw. Wohlfühlbereich zu arbeiten, eher kritisch gegenüber: „Es gibt keinerlei Regelungen bezüglich Ausbildung, Berechtigung, Haftung und somit keinerlei Schutz der Patienten.“

Dachverband der Österreichischen Ayurveda-Schulen (DVÖAS):  www.ayurveda-dachverband.at
Ayurveda Academy of Yoga in Daily Life:  www.ayurvedaacademy.org




Bachs  Frohnaturen
Jedes körperliche Leiden müsse auf einen seelischen Konflikt zurückgehen, so die Theorie des englischen Arztes Edward Bach.

Selbst an Krebs erkrankt, fand Bach heraus, dass die 38 „Frohnaturen der Natur“ – 37 Blüten und das Quellwasser – die 38 Grundgefühle der menschlichen Natur widerspiegeln und diese im Fall einer Blockade harmonisieren können. Ein Bach-Blütenbehandler kümmert sich somit um die seelische Befindlichkeit des Klienten, unter anderem indem er sich viel Zeit für ein ausführliches Gespräch nimmt. „Das alleine ist oft schon wirksam. Gleichzeitig findet er aber auch die passenden Essenzen – meist eine Kombination aus fünf bis sechs Blüten“, so Ingrid Haring, Leiterin des Instituts für Bach-Blütentherapie Mechthild Scheffer in Wien. Während der Fachausbildung, die an den Standorten Hamburg, Zürich und Wien des vor 30 Jahren gegründeten Instituts angeboten wird, lernt man elbst an Krebs erkrankt, fand Bach heraus, dass die 38 „Frohnaturen der Natur“ – 37 Blüten und das Quellwasser – die 38 Grundgefühle der menschlichen Natur widerspiegeln und diese im Fall einer Blockade harmonisieren können. Ein Bach-Blütenbehandler kümmert sich somit um die seelische Befindlichkeit des Klienten, unter anderem indem er sich viel Zeit für ein ausführliches Gespräch nimmt. „Das alleine ist oft schon wirksam. Gleichzeitig findet er aber auch die passenden Essenzen – meist eine Kombination aus fünf bis sechs Blüten“, so Ingrid Haring, Leiterin des Instituts für Bach-Blütentherapie Mechthild Scheffer in Wien. Während der Fachausbildung, die an den Standorten Hamburg, Zürich und Wien des vor 30 Jahren gegründeten Instituts angeboten wird, lernt man welche Blüte zu welchem menschlichen Thema passt. Haring erklärt: „Die Essenzen helfen im Alltag, wenn etwa Ängste vor einem Gespräch mit dem Chef oder einem wichtigen Termin aufkommen, oder Kindern, die sich beispielsweise in der Nacht vor Gespenstern fürchten und schlecht einschlafen können.“

Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Dass Bachblüten keine Placebos sind, zeige, laut Haring, die Anwendung bei Kindern: Nicht selten kommt es bei ihnen etwa nach einer Verletzung zu einer Art Schockzustand. Sprüht man dann ein paar Tropfen Rescue-Spray auf deren Lippen, atmen die Kleinen schnell wieder auf und der Zustand verbessert sich rasch. „Rescue wirkt, indem es die Selbstheilungskräfte aktiviert. Und Kinder machen sich keine Gedanken über die Wirkung.“

Bachblüten werden vorwiegend bei Alltagskrisen eingesetzt, wenn man also in Situationen gerät die einen psychisch vorübergehend überfordern. Handelt es sich jedoch um eine echte Depression – was anhand von Symptomen klar erkannt werden kann – werde der Klient zu einem Facharzt weitervermittelt, betont Haring.

Was sagt die ÖÄK? „Bachblüten funktionieren auf einer mentalen Ebene. Es gibt die Aussagen von Edward Bach, aber das ist reine Theorie, Belege gibt es keine. Auch die Ausbildung entspricht nicht den Richtlinien, nach denen die Kammer ein Diplom vergibt“, sagt Connert. Dennoch ist er der Meinung: „Wenn es jemandem gut tut: warum nicht? Es müssen aber sogenannte Basics eingehalten werden. Das heißt: Es gibt ein Gespräch, dann wird die Diagnose gestellt und abgeklärt, was helfen könnte – ob Psychotherapie, Psychopharmaka, Bachblüten oder anderes.“

Institut für Bach-Blütentherapie Mechtild Scheffer: www.bach-bluetentherapie.de


F.X. Mayr – Schonung & Säuberung
Ums Abnehmen geht es beim Heilfasten – vom Tee- und Saftfasten über die Schrothkur, bei der sich Trink- und Trockentage abwechseln, bis hin zum Fasten nach F.X. Mayr – nicht.

Oft wird Fasten nach F.X. Mayr mit Milch und alten Semmeln in Verbindung gebracht. Doch die klassische Kur, die vor mehr als 100 Jahren vom österreichischen Arzt Franz Xaver Mayr erfunden wurde, macht fast niemand mehr. Heute wird die Methode wesentlich verfeinert und in einer Vielseitigkeit angewendet, die weit mehr als nur Gewichtsabnahme und Entschlackung mit sich bringt. „Der Darm soll schonend gesäubert und der Körper ebenso gereinigt werden“, erklärt Claudia Zehenter, Ärztin für Allgemeinmedizin in Feldkirch, die sich unter anderem auf die Therapie nach F.X. Mayr spezialisiert hat.

„Auch die individuelle Anwendungsmöglichkeit und die vielfältigen Wirkungsfelder sind wesentliche Vorteile dieser Art des Heilfastens.“ In einem Erstgespräch informiert sich Zehenter über Motivation, mitunter auch Grundbeschwerden, die den Patienten zu dieser Kur veranlassen: „Daraus ergibt sich, wie der Kurablauf zu gestalten ist. Es wird aber auch entschieden, ob man die Kur überhaupt machen sollte. Bei Essstörungen ist nämlich vom Heilfasten abzuraten.“ Zudem wird ausgetestet, ob Lebensmittelunverträglichkeiten vorliegen. Danach kann es losgehen.

Essensmuster verändern. In der Vorkur bzw. Vorbereitungswoche steht leichte Kost ohne Kaffee, Alkohol, Rohkost und Süßigkeiten auf dem Speiseplan. Die Mayr-Kur selbst dauert meist zwei Wochen. In dieser Zeit isst man Dinkelfladen oder auch Pellkartoffeln und eine sogenannte Eiweißzulage wie Joghurt, Hüttenkäse, Milch oder Schaf- bzw. Ziegenfrischkäse. Wichtig sind regelmäßige Bauchbehandlungen, die eine Lymphdrainage für den Dünndarm darstellen und die Möglichkeit bieten, den Heilungsverlauf zu überprüfen. Oft werden zusätzlich pflanzliche Medikamente zur Regeneration der Darmflora verabreicht, denn während der Kur können Darmbelastungen, wie Pilzerkrankungen, gut erkannt und behandelt werden. Ein Abschlussgespräch soll helfen, nicht sofort in das bisherige Essensmuster zurückzufallen. Ideal wäre, so die Mayr-Expertin, „die Kur jährlich durchzuführen und so seinen Ernährungsalltag stetig zu verbessern. Dabei hilft: Achtsam kauen, langsam und nicht über das Sättigungsgefühl hinaus essen.“

Was sagt die ÖÄK? Kammerreferent Connert hat selbst auch schon eine F.X. Mayr-Kur durchgeführt. „Mayr hat eine Form des Fastens entwickelt, bei der die Diagnostik des Funktionszustandes des Verdauungstraktes, die Darmreinigung und die Anleitung zu einer sinnvollen und verträglichen Ernährung im Vordergrund stehen.“ Da sich die moderne Mayr-Medizin eingehend mit Allergien, Unverträglichkeiten, verdauungsassoziierten Störungen und einer sinnvollen Ernährung und Lebensführung befasst, ist für den Erhalt des Diploms „Diagnostik und Therapie nach F.X. Mayr“ ein umfassendes Wissen rund um den gesamten Verdauungstrakt eine Grundvoraussetzung.

Internationale Gesellschaft der F.X. Mayr-Ärzte: www.fxmayr.com
Claudia Zehenter, Ärztin für Allgemeinmedizin mit u.a. ÖÄK-Diplom „Diagnostik und Therapie nach F.X. Mayr“: www.zehenter.eu




Osteopathie – Heilende Hand
Die Osteopathie gehört zu den manuellen Therapien. Der Osteopath arbeitet mit seinen Händen – sowohl bei der Diagnose als auch bei der Behandlung.

Bei Bandscheibenvorfällen und anderen chronischen sowie akuten Schmerzzuständen des Bewegungsapparates, bei Migräne, neurologischen Erkrankungen oder Beschwerden im HNO-Bereich, im Bereich der Atemwege, des Verdauungstraktes, der Kiefergelenke oder nach Unfällen und Operationen – für all dies eignet sich eine osteopathische Behandlung – und die Liste ließe sich noch fortsetzen.

Die Osteopathie geht davon aus, dass der menschliche Körper als Einheit funktioniert, dass er die Fähigkeit zur Selbstheilung besitzt und dass es ein Wechselspiel von Struktur und Funktion gibt. Darauf aufbauend bestehe, so Anja Schulmeyer von der Österreichischen Gesellschaft für Osteopathie, das Ziel darin, „Einschränkungen der Beweglichkeit aller Strukturen und Gewebe des Körpers zu korrigieren und dadurch körperliches sowie seelisches Wohlbefinden wieder herzustellen.“

frau, massageFoto: iStockphoto.com - Denis Zbukarev

Tasten. Spüren. Behandeln. Mittels klinischer und osteopathischer Untersuchungsmethoden werden strukturelle Störungen und Mobilitätseinschränkungen sowie ihre Auswirkungen diagnostiziert. Schulmeyer, die in der Wiener Schule für Osteopathie praktiziert: „Dadurch versucht der Therapeut die Einzelsymptome, die im Bewegungsapparat, aber auch im Organ- und Nervensystem liegen können, zu einem individuellen Dysfunktionsmuster zusammenzusetzen und zu korrigieren.“ Entsprechend den Bedürfnissen des Patienten wählt der Osteopath aus einer großen Palette von Methoden die richtige manuelle Technik. Voraussetzung ist ein exaktes Grundlagenwissen in Anatomie, Physiologie und Pathologie. Durch Auflegen der Finger ertastet, spürt und behandelt der Osteopath die Beschwerden.

Was sagt die ÖÄK? Osteopathie wird vorwiegend von Physiotherapeuten, aber auch von einigen Ärzten angeboten. Es gibt das Ärztekammerdiplom „Manuelle Medizin“. Connert: „Es steckt eine klare Theorie, eine solide Geschichte und eine qualifizierte Ausbildung dahinter.“

Österreichische Gesellschaft für Osteopathie: www.oego.org
Wiener Schule für Osteopathie: www.wso.at


Vorbeugen ist besser als Nachsorgen:
Übungen um gesund zu  bleiben auf  www.gesünderleben.at/fitness.
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