Mittwoch, 18. September 2019

Runter mit dem Druck!

Ausgabe 2014.04
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Oft genügt eine Veränderung des Lebensstils, um mäßig erhöhte Blutdruckwerte dauerhaft zu senken. Wir zeigen, welche natürlichen Maßnahmen Sie bei sich einschleichender Hypertonie setzen sollten.


Foto: Can Stock Photo Inc. - criber freig

Den gelegentlich auftretenden Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Schweißausbrüchen wird nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt. Erst wenn sich die Beschwerden häufen, Schwindel, Bewusstseinsstörungen oder gar Schmerzen in der Brust sich dazugesellen, läuten die Alarmglocken. Ein Arzt wird konsultiert und die nicht selten erstellte Diagnose lautet: Bluthochdruck. Etwa 30 Prozent aller Österreicher leiden an Hypertonie, wie der Bluthochdruck im Fachjargon bezeichnet wird. „Generell nimmt die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung mit dem Alter zu, weil sich mit den Jahren die Elastinfasern in den Gefäßwänden reduzieren und sich die Gefäße zunehmend versteifen. Das kann zu Druckveränderungen führen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Gerald Maurer, Vorstand der kardiologischen Abteilung der Medizinischen Universität Wien. Unter Blutdruck versteht man jenen Druck, mit dem das Blut durch unsere Gefäße zirkuliert. Zwei im Verhältnis zueinander stehende Werte in der Maßeinheit „Millimeter Quecksilbersäule“ (mmHg) geben an, ob er zu hoch, zu niedrig oder als normal einzustufen ist. Der erste, systolische Wert, entsteht, wenn das Herz kontrahiert und das Blut in die Gefäße pumpt; der zweite, diastolische Wert, entspricht jenem Druck, der nach dem Herzerschlaffen und während der erneuten Blutfüllung gemessen wird. Laut WHO gelten alle Blutdruckwerte, die mehrmals am Tag über 140:90 mmHg liegen, als zu hoch. Klettern die Werte konstant über diese Zielmarke, wird die mechanische Belastung des Herzens und der Blutgefäße verstärkt. „Es drohen Schäden der Auskleidung des ,Rohrsystems‘, welche Ablagerungen begünstigen sowie eine konstante Mehrarbeit für das Herz bedeuten. Somit sind Herzerkrankungen begünstigt“, erläutert die Wiener Ganzheitsmedizinerin Dr. Sonja Schwinger. Heimtückisch: Ein hoher Blutdruck verläuft oft asymptomatisch. Maurer: „Hypertonie-Patienten fühlen sich oft voller Elan. Das Gefährliche ist aber, dass der hohe Blutdruck langfristig viele Organe schädigen kann und erst in einem Spätstadium symptomatisch wird.“ Mögliche Hypertonie-Folgen sind Durchblutungs- und Sehstörungen, Gefäßverkalkung, Nierenversagen, Herzinfarkt, Demenz oder Hirnblutungen. „Für den Schlaganfall ist der Bluthochdruck der wichtigste Risikofaktor“, so Maurer. „Und: 13 Prozent aller Todesfälle gehen auf einen zu hohen Blutdruck zurück.“

Blutdrucksenker

Olivenöl: Vitamin E und „Oleuropein“ senken den Blutdruck.
Fisch: Omega-3-Fettsäuren, die in fetten Seefischen wie Lachs, Makrele oder Thunfisch vorkommen, sind besonders wertvoll.
Frische Kräuter: Würzen Sie Speisen mit Basilikum, Oregano, Salbei, Thymian, Knoblauch etc. und reduzieren Sie den Salzkonsum.
Frisches Obst und Gemüse: Erdbeeren, Blutorangen, Äpfel, Heidelbeeren, Brokkoli, Sellerie.
Fettarme Milchprodukte: Bioprodukte enthalten mehr Omega-3-Fettsäuren als konventionelle Produkte.
Wenig Fleisch: Greifen Sie zu Bio-Geflügel und sparen Sie bei rotem Fleisch wie Rind oder Schwein.


Wer ist betroffen? Man unterscheidet zwischen essenzieller und sekundärer Hypertonie: Erstere wird durch Risikofaktoren wie z. B. Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, übermäßigen Salzkonsum, Diabetes mellitus, chronischen Stress oder familiäre Veranlagung begünstigt, Letztere wird durch andere organische Erkrankungen (z. B. der Nebenniere oder durch Missbildung der Aorta) verursacht. Ab dem 35. Lebensjahr sollte man mindestens einmal im Jahr im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung seinen Blutdruck messen lassen. „Je nachdem, ob Sie zu Bluthochdruck neigen oder nicht, sind weitere Untersuchungen oder Selbstmessungen zu empfehlen“, so Schwinger. Gerade bei nur mäßig erhöhtem Blutdruck – systolischer Wert: 145 bis 159 mmHg, diastolischer Wert: 90 bis 94 – muss nicht gleich auf Medikamente zurückgegriffen werden; vielmehr lohnt es sich, den Lebensstil zu ändern.

Werfen Sie Ballast ab! Wer übergewichtig ist und an einem erhöhten Blutdruck leidet, sollte versuchen, schrittweise die überschüssigen Kilos zu verlieren. „Das funktioniert weniger durch punktuelle Hungerkuren, sondern vielmehr durch eine dauerhaft gesunde Ernährung, die weniger Fett und tierisches Eiweiß, dafür vollwertige Speisen und vor allem viel frisches Obst und Gemüse enthält“, weiß Univ.-Prof. Dr. Bruno Watschinger, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie. Langzeitstudien konnten belegen, dass eine ausgewogene Mischkost, die vor allem die Vitamine E und C, das Coenzym Q10, Omega-3-Fettsäuren (verbessern die Elastizität der Arterien) und die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und Kalzium enthält, den Blutdruck senken kann. Insbesondere Vitamin E schützt die Gefäßwände vor Zerstörung durch aggressiven Sauerstoff und beeinflusst die Fließeigenschaft des Blutes günstig. Da die Aufnahme des Vitamins von mehrfach ungesättigten Fettsäuren beeinträchtigt wird, empfehlen Experten gesunde Speiseöle mit einem niedrigen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren und einer hohen Konzentration an Vitamin E. Dazu zählen Sonnenblumen-, Oliven-, Weizenkeim-, Raps- und Leinöl.

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