Dienstag, 19. Februar 2019

Rheuma, Gicht, Arthrose: Was hilfthilft wirklich?

Ausgabe 10.2018
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Egal ob Abnützungsrheuma, Gicht oder gar rheumatoide Arthritis: Sie müssen nicht mit Schmerzen leben! GESÜNDER LEBEN erklärt, welche Arten von Rheuma es gibt. Und zeigt, wie ein Leben ohne Schmerzen – oder mit deutlich weniger – möglich ist.


Foto: iStock-939665138_Katerina Sisperova_CMYK

Wenn jemand behauptet, er habe Rheuma, dann sagt das schlichtweg nichts aus. Das könnte auch den Muskelkater nach einem Besuch im Fitnesscenter betreffen. Der Begriff Rheuma ist nämlich sehr unglücklich gewählt. Er kommt aus dem Griechischen und steht bloß sinnbildlich für Schmerzen, die sich irgendwo in den Armen, Beinen oder in der Wirbelsäule bemerkbar machen“, bringt es Univ.-Prof. Dr. Winfried Graninger, Leiter der klinischen Abteilung für Rheumatologie am LKH-Universitätsklinikum Graz, auf den Punkt. Tatsächlich aber werden rund 400 verschiedene Krankheitsbilder in der Rheumatologie beschrieben, die, abgesehen von unangenehmen Schmerzen, wenig bis keine Gemeinsamkeiten aufweisen.

Rheuma ist nicht gleich Rheuma
Bei den häufigsten Rheumaerkrankungen wird grob zwischen drei Kategorien unterschieden: Zunächst die eher harmlosen nicht entzündlichen rheumatischen Erkrankungen, die auf die Degeneration, also den Verschleiß, der Gelenke zurückzuführen sind. Dies betrifft vor allem ältere Personen, aber auch jüngere Risikogruppen, deren Körper aufgrund von einseitiger Belastung, wie durch manuelle Arbeit, Extremsport oder Übergewicht, schleichend in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die zweite Kategorie ist ebenfalls wenig bedenklich, weil dank Diät im Zaum zu halten. Hierbei handelt es sich um die sogenannten stoffwechselbedingen Rheumaerkrankungen, zu denen auch die Gicht zählt. „Nicht zu spaßen ist jedoch mit der dritten Kategorie, den chronisch-entzündlichen Rheumaerkrankungen, die nicht nur die Ursache starker Schmerzen und Gelenksschwellungen sind, sondern sogar Knorpel und Knochen irreversibel zerstören können. Um das zu verhindern, gilt es rechtzeitig die korrekte Diagnose zu stellen und rasch zu behandeln“, sagt Experte Graninger. Zwar gibt es auch chronisch-entzündliche Rheumaerkrankungen, welche die Haut, Sehnen oder innere Organe schädigen, diese sind jedoch eine medizinische Rarität.

Abnützungsrheuma ist heilbar!
Personen im höheren Alter leiden oftmals an abnutzungsbedingter Arthrose, im Zuge derer Knorpelschichten in unterschiedlichen Gelenken durch jahrelangen Abrieb verloren gehen. So wird die Dämpfungsfunktion eingebüßt und irgendwann liegen Knochen auf Knochen. Das Resultat, neben Schmerzen: eine Morgensteifigkeit der Gelenke, die sich nach spätestens einer halben Stunde wieder gibt, sowie Schmerzen während der Bewegung. Vorwiegend sind Knie-, Hüft- oder Armgelenke betroffen. Sie sind normalerweise weder geschwollen noch chronisch entzündet. „Leidet man unter diesem sogenannten Abnutzungsrheuma, dann kann dieses auch tatsächlich geheilt werden, indem operativ eine Endoprothese eingesetzt wird. Dann ist das Gelenk, das dem Patienten bisher Leiden bereitet hat, ein Kunststoff- oder Materialersatzteil und die Sache hat sich. Bis man sich jedoch zu einer Operation entschließt, versucht man mittels Physio- und Ergotherapie, Schmerzmitteln und schonender Bewegung die Beschwerden zu mildern“, erklärt Graninger.

Gicht mit Diät bekämpfen
Noch weniger problematisch als die Verschleiß-Arthrose sieht der Grazer Facharzt stoffwechselbedingte rheumatische Erkrankungen. Die häufigste Form ist die oftmals zitierte Gicht, die aufgrund einer zu hohen Harnsäurekonzentration im Blut entsteht. „Wer zu viel Fleisch, Wurst, Meeresfrüchte und Alkohol zu sich nimmt, sorgt dafür, dass er dem Körper überdurchschnittlich viele Purine zuführt und gleichzeitig zu wenig Abbaustoffe ausscheidet. Denn, werden Purine vom Organismus abgebaut, entsteht Harnsäure. Diese kann nur bis zu einem bestimmten Maximalwert von unseren Nieren ausgeschieden werden. Was danach noch übrig bleibt, wird in Form von Harnsäurekristallen in diversen Gelenken abgelagert, die sich dann explosiv entzünden können“, erklärt Prof. Graninger. Starke Schmerzen und Unbeweglichkeit der Gelenke sowie eine Rötung und Schwellung als auch Berührungsempfindlichkeiten an den betreffenden Stellen sind klassische Anzeichen für einen Gichtanfall. Mit einer fleischlosen und alkoholarmen Diät ist Gicht für gewöhnlich rasch in den Griff zu bekommen. Akut werden den Patienten entzündungshemmende Rheumaschmerzmittel  verschrieben.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Rheuma, Gicht, Arthrose: Was hilfthilft wirklich?
Seite 2 Rheumatoide Arthritis

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