Montag, 20. Mai 2019

Raus aus meinem Bett!

Ausgabe 2017.12/2018.01

Bis zu 10 Millionen Hausstaubmilben können sich in unserem Bett ansammeln. Kein Wunder, dass rund 25 Prozent der Österreicher darauf allergisch reagieren. Wir zeigen, wie Sie eine Hausstaubmilbenallergie erkennen – und was dagegen zu tun ist.


Foto: iStock-PeopleImages

Hausstaub kann für viele von uns zur täglichen Belastung werden: 20      bis 25 Prozent der Österreicher sind nämlich gegen Hausstaub allergisch, genauer: gegen Hausstaubmilben. Bei Kindern ist die Zahl der Allergiker sogar noch höher, so Univ.-Doz. Dr. Felix Wantke, Leiter des Floridsdorfer Allergiezentrums in Wien: „Erst kürzlich erhobene Daten gehen von circa 50 Prozent sensibilisierter Kinder aus.“

Lieblingsspeise: Hautschuppen.
Hausstaubmilben sind mit einer Größe von 0,1 bis 0,5 Millimeter mit freiem Auge nicht zu erkennen – und vor allem keine Frage der Hygiene. „Hausstaubmilben sind neben organischen und anorganischen Staubpartikeln, Fasern, Pilzsporen und Bakterien ein ganz normaler Bestandteil des Staubs im Haus“, beruhigt Wantke. Hausstaubmilben ernähren sich von menschlichen und tierischen Hautschuppen, aber auch von Wolle, Federn und Naturfasern. Am wohlsten fühlen sie sich in Kopfkpolstern, Bettdecken und Matratzen, denn dort ist es nicht nur warm, sondern auch feucht: Während des Schlafes erhöht sich die Temperatur im Bett auf bis zu 30 Grad, zudem geben wir über Schweiß und Atemluft eine große Menge an Feuchtigkeit ab. „Außerdem bietet das Bett ausreichend Nahrung in Form von Hautschuppen“, betont Wantke. Bis zu 10 Millionen Milben können sich so in unserem Bett ansammeln. Aber auch in Teppichen, Polstermöbeln, Couchpolstern oder Stofftieren siedeln sich die Spinnentierchen gerne an. Obwohl sich Hausstaubmilben am stärksten von Mai bis Oktober vermehren, leiden Allergiker besonders in der kalten Jahreszeit: Startet die Heizperiode, wird die Luft trockener und ein Großteil der Milben sterben ab. Die Allergene werden freigesetzt und aufgewirbelt – und eingeatmet. „Nicht nur der Milbenpanzer selbst, sondern auch deren Kotbällchen lösen allergische Reaktionen aus“, erklärt Wantke. In einem Gramm Hausstaub finden sich rund 250.000 solcher Kotbällchen. Eine vor allem morgens verstopfte Nase ist ein typisches Anzeichen einer Hausstaubmilben-Allergie. Gerötete Augen, Nebenhöhlenbeschwerden, Husten und Kopfschmerzen sind weitere Symptome, manchmal kann auch ein Hautausschlag auftreten. Eine aktuelle Studie aus Frankreich belegt zudem, dass Milben massive Schlafräuber sind: Jeder zweite Hausstaubmilben-Allergiker klagt über schlechten Schlaf oder schnarcht. „Je länger die Symptome wie ein allergischer Schnupfen unbehandelt bleiben, umso mehr sinkt die Lebensqualität und die Gefahr für die Folgeerkrankung Asthma bronchiale, welches mit nächtlichem Husten und nächtlicher Atemnot einhergeht, steigt“, warnt der Experte.

Behandlung. Behandelt wird die Hausstaubmilben-Allergie mittels Kortison-Nasensprays sowie Antihistaminika, die die Symptome lindern. „Mittels allergenspezifischer Immuntherapie ist es möglich, die Haustaubmilbenallergie direkt an der Wurzel zu behandeln“, erklärt Wantke. Dafür, steht neben der subkutanen Immuntherapie, also der ‚Allergie-Impfung’, seit Kurzem auch die sogenannte Milbentablette zur Verfügung. „Die Milbentablette kann sowohl den Kortisonverbrauch bei Asthmatikern mindern als auch eine Verschlechterung der Krankheit aufhalten.“ Eine wichtige Therapiesäule ist die Allergenvermeidung, betont Wantke: „Staubsaugen entfernt nur ein paar Prozent der Milben. Sinnvoll ist etwa das Entfernen des Spannteppichs und der Tausch eines Stoffsofas gegen ein ledernes.“ Wollen Sie sich nicht von Ihren Teppichen trennen, sollten Sie spezielle Reinigungsmittel mit milbentötenden Substanzen verwenden. Halten Sie die Raumtemperatur unter 22 Grad und die Luftfeuchtigkeit bei 50 Prozent, auf Luftbefeuchter und Zimmerpflanzen sollte verzichtet werden. Ganz wichtig: Bettwäsche und Stofftiere müssen regelmäßig für eine Stunde bei 60 ºC gewaschen oder für 24 Stunden in der Gefriertruhe gelagert werden – nur dann können die Milben vollständig abgetötet werden.

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-05 130x173

Aktuelles Heft 05/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 7. Juni

 

Unsere Ausgabe 04/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie informieren Sie sich über Nebenwirkungen von Medikamenten?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information