Montag, 20. Mai 2019

Rauchfrei in den Sommer

Ausgabe 2018.06
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Nützen Sie den sommerlichen Schwung und die Leichtigkeit des Seins für den Start in ein rauchfreies Leben! GESÜNDER LEBEN erklärt mit Experten der Österreichischen Apothekerkammer und des Rauchfrei Telefons, wie Ihr Rauchstopp tatsächlich gelingt.


Foto: iStock-kozzzlova

Heuer bestimmten die Glimmstängel wegen der Debatte rund um das Rauchverbot in der Gastronomie seit Wochen die Schlagzeilen – und spalten das Land in Befürworter und Gegner. Egal welchem Lager man angehört – unbestritten ist: Rauchen ist ungesund. Die Nikotinsucht beeinflusst praktisch jedes Organ des menschlichen Körpers negativ – selbst die Erbinformation. Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet die Nikotinsucht als das schwerwiegendste gesundheitliche Risiko, das vom Menschen selbst beeinflusst werden kann. Rauchen ist die Hauptursache für Krebs – rund 90 nachgewiesene krebserregende Stoffe wurden bisher im Zigarettenrauch identifiziert. Auch das Herz-Kreislauf-System wird durch die Sucht angegriffen, denn die schädlichen Ablagerungen führen zur Verengung der Blutgefäße und behindern den Blutdurchfluss. Im schlimmsten Fall drohen dadurch Herzinfarkt oder Schlaganfall. Schließlich beeinträchtigt das Rauchen auch die Atemwege, führt zur Schädigung der Haut, greift die Zähne an und hat negative Auswirkungen auf unsere Sexualität – von Erektionsstörungen bis zur Unfruchtbarkeit. „Rauchen ist die größte Epidemie in der Gesundheitspolitik des 20. Jahrhunderts“, brachte es Krebsspezialist Christoph Zielinski von der MedUni Wien vor einem Expertenhearing im Parlament jüngst auf den Punkt. Seit dem Jahr 1964 seien mehr als 20 Millionen Menschen wegen des Rauchens gestorben – „das entspricht zwei Jumbo-Jet-Abstürzen jeden Tag“, so der Onkologe.

Rauchfrei – So schaffen Sie es auch

Es gibt viele Methoden, wie Sie Nichtraucher werden können:

  • Nikotinersatztherapie: Pflaster, Kaugummis, Lutschtabletten oder Sprays, die Nikotin enthalten, helfen bei der Rauchentwöhnung, indem sie niedrige Nikotindosierungen an den Körper abgeben. Besonders starke Raucher mit großer körperlicher Abhängigkeit profitieren von dieser Methode, da sie dabei hilft, die Entzugserscheinungen gering zu halten.
  • Medikamentöse Therapie: Zusätzlich zu den Nikotinersatzprodukten kann der Arzt verschreibungspflichtige Medikamente verordnen. So beeinflussen etwa bestimmte Antidepressiva das Suchtverhalten positiv, andere Medikamente mit dem Wirkstoff Vareniclin führen dazu, dass Raucher beim Rauchen keinen Genuss mehr verspüren.
  • Verhaltenstherapie: Die klinisch-psychologische Behandlung sagt mit verhaltens- und motivationspsychologischen Aspekten der psychischen Suchtkomponente des Rauchens den Kampf an. Ziele sind, neue Verhaltensweisen zu erlernen, Risiko-situationen zu erkennen und zu bewältigen.
  • Kombinationstherapie: Wissenschaftlich betrachtet, ist die Kombination aus medikamentöser Behandlung und psychologischer Unterstützung die effektivste Methode, da sie sowohl die körperliche als auch die psychische Komponente des Suchtverhaltens beleuchtet.
  • Akupunktur, Akupressur oder Lasertherapie: Bei allen drei Methoden werden bestimmte Suchtpunkte vor allem im Ohr mittels Nadeln, Fingerdruck oder Softlaser stimuliert. Diese Maßnahmen sollen das Verlangen nach einer Zigarette oder Entzugssymptome verringern.
  • Hypnotherapie: Die Hypnose wirkt im Unterbewusstsein und soll das Denkmuster des Betroffenen beeinflussen. Um dieses Ziel zu erreichen, versetzt der Therapeut den Patienten in einen veränderten Bewusstseinszustand (Trance).
  • Umstieg auf E-Zigaretten: Um den Rauchstopp zu schaffen, steigen viele Betroffene von Zigaretten auf E-Zigaretten um. Diese enthalten zwar auch Nikotin, das flüssige Gemisch verdampft jedoch. Befürworter sehen gerade darin die gesündere Alternative zur klassischen Zigarette, bei der die krebserregenden Substanzen vor allem durch das Verbrennen des Tabaks entstehen. Bisherige Studien belegen, dass E-Zigaretten nicht absolut ungefährlich, aber weniger schädlich als herkömmliche Tabakprodukte sind. Kritiker sehen die Dampf-Version jedoch nicht als geeignetes Instrument an.

Jeder kann es schaffen! Die gute Nachricht bei dieser ernsten Sache: Jeder Mensch hat es selbst in der Hand, dieses Gesundheitsrisiko in die Vergangenheit zu verbannen. Dass viele Betroffene diesen Weg wählen, belegen auch aktuelle Zahlen der Statistik Austria. Demnach rauchen hierzulande etwa 1,8 Millionen Menschen täglich – also rund jeder vierte Österreicher. Der Anteil der Ex-Raucher in der Bevölkerung ist aber bereits ähnlich hoch. Wenn Sie nun selbst Lust bekommen haben, Ihrem Laster den Kampf anzusagen, müssen Sie nicht bis zum nächsten Jahreswechsel warten. Nützen Sie den sommerlichen Schwung, um in ein rauchfreies Leben zu starten. Lange Tage, warme Nächte, viel Sonnenlicht, die Lust, sich im Freien aufzuhalten und zu bewegen, und ein rundum gesteigertes Wohlbefinden – all das kann Ihr Vorhaben unterstützen und begünstigen.

Übersicht zu diesem Artikel:
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