Freitag, 24. Mai 2019

Prostata Männerfreuden, Männerleiden

Ausgabe 06.2014
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Meist beachtet Mann sie erst, wenn sie Probleme macht. Die Prostata kann sich im Alter vergrößern und Beschwerden beim Harnlassen verursachen. Und: Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung überhaupt. Vorsorge ist daher umso wichtiger!


Foto: © Can Stock Photo Inc. - AndreyPopov

Wussten Sie, dass die Prostata jene Flüssigkeit produziert, die den männlichen Samen auf seinem Weg zur Eizelle transportiert? Ihr Sekret enthält Fruchtzucker, Wasser und Säure, und nur wenn die Prostata für die richtige Mischung im Ejakulat sorgt, ist die Fruchtbarkeit des Mannes gewährleistet. Angeblich sind die rhythmischen Kontraktionen der Vorsteherdrüse beim Sex auch nicht unerheblich am Wohlgefühl beim männlichen Orgasmus beteiligt, und da auch ihre gezielte Stimulation Lust bringen kann, wird sie manchmal sogar als männlicher G-Punkt bezeichnet.

Die gutartige Vergrößerung. So weit die positiven Nachrichten zum Thema, doch leider hat diese bemerkenswerte Drüse auch die unangenehme Eigenschaft, sich mit der Zeit zu vergrößern und Probleme zu machen. „Die Prostata ist von einer muskulösen Kapsel umhüllt, innen befindet sich ein Drüsengewebe mit Drüsenschläuchen. Der dazwischen liegende Bindegewebeanteil beginnt sich mit zunehmendem Alter zu vermehren, was zu einem zunehmenden Druck auf die Harnröhre und dadurch zu einer Beeinträchtigung beim Urinieren führen kann“, erklärt der Leiter der Abteilung Urologie im Landesklinikum Mistelbach, Prim. Priv.-Doz. Dr. Walter Albrecht. Betroffen sind mehr als die Hälfte aller Männer, doch handelt es sich in vielen Fällen um eine gutartige Vergrößerung der Prostata, und oft entwickeln sich die Symptome sehr langsam und werden demgemäß auch oft ignoriert beziehungsweise gar nicht bemerkt.

Der PSA-Test zur Prostatakrebsvorsorge

Der PSA-Test ist einfach durchzuführen und ein wichtiger Krankheitsindikator.

Ein hoher PSA-Wert geht zumeist mit Veränderungen der Prostata einher. Als Faustregel gilt: Je höher der PSA-Wert ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine Erkrankung (nicht nur Krebs!)der Vorsteherdrüse vorliegt. Gerade bei der Analyse des PSA-Werts sind Erfahrung und Kompetenz des Arztes entscheidend.

  • PSA steht für Prostataspezifisches Antigen, ein Eiweiß, das nur von den Zellen der Prostata hergestellt und freigesetzt wird.
  • Mit einer einfachen Blutabnahme kann die Höhe des PSA gemessen werden.
  • PSA ist der wichtigste Marker bei Prostatakrebs.
  • Die Interpretation des Befundes erfordert Erfahrung.
  • Bei gesunden Männern sind nur geringe PSA-Mengen im Blut nachweisbar.
  • Die PSA-Konzentration kann auch bei einer Prostataentzündung oder bei einer gutartigen Vergrößerung der Vorsteherdrüse erhöht sein; ein erhöhter PSA-Wert muss zunächst kontrolliert werden, ist er weiterhin erhöht, ist eine Probeentnahme notwendig.

Prostataresektion: Ein wenig belastender Eingriff. Trotzdem gehört die Prostataresektion, ein operatives Verfahren zur Behandlung der sogenannten benignen Prostatahyperplasie, zu den 15 häufigsten Operationen überhaupt. „Dabei wird das überschießende Gewebe der Prostata mit einer Elektroschlinge durch die Harnröhre entfernt. Der Eingriff ist nur wenig belastend, und der stationäre Krankenhausaufenthalt beträgt in der Regel auch nur etwa eine Woche“, so Prim. Albrecht. „Wir arbeiten dabei mit den Methoden der modernsten Hochvoltchirurgie, aber auch mit den Mitteln der bipolaren Resektion, Vaporisation und Lasertherapie.“ Wichtig ist diese Operation vor allem deshalb, weil bei fortschreitender Vergrößerung der Prostata die Blase nicht mehr vollständig entleert werden kann. Der verbleibende Restharn begünstigt das Entstehen von Entzündungen der Blase, und bei längerem Bestehen des Problems kann es zu überdehnter Blase und Nierenschäden kommen.

Phytotherapie und Medikamente. Beobachtet man also eine Veränderung beim Harnlassen, sollte man unbedingt den Arzt aufsuchen. Er entscheidet, ob und wann eine Therapie notwendig ist, und dies ist vor allem vom Stadium der Erkrankung und den individuellen Beschwerden abhängig. Viele (leichter) betroffene Männer schwören zur Behandlung der Symptome auch auf die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). „Tatsächlich gibt es verschiedene Pflanzen wie etwa Kürbis oder Soja, die das Wachstum der Prostata hintanhalten können. Weiters gibt es zwei Medikamentengruppen, die erfolgreich eingesetzt werden“, sagt Prim. Albrecht. „Die Alpha-Rezeptoren-Blocker entspannen die Muskulatur im Bereich der Prostata und dem unteren Teil der Blase. Dadurch wird die Harnröhre erweitert und der Urin kann wieder besser abfließen. Dieses Medikament kann mit sogenannten 5-Alpha-Reduktase-Hemmern kombiniert werden, die in den hormonellen Regelkreis eingreifen und ein weiteres Wachstum der Prostata verzögern.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Prostata Männerfreuden, Männerleiden
Seite 2 PSA-Screenings

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