Mittwoch, 20. November 2019

Positiv denken hält gesund

Ausgabe 06/2011
„Wer sich als Pechvogel sieht, hat große Chancen, auch als solcher zu enden“, sagt TV-Arzt Prof. Siegfried Meryn, „doch mit ein wenig Selbstreflexion können Sie günstige Wesenszüge fördern und andere ablegen.“

Foto: istockphoto.com - Alicat
Um zu erheben, welche gesundheitsrelevanten Einstellungen den Charakter von Menschen prägen, hat der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky einen einfachen Test entwickelt. Dabei wird mit Aussagen wie „Neue Aufgaben reizen mich“ oder „Probleme sind mir eine willkommene Gelegenheit, meine Stärken unter Beweis zu stellen“ erhoben, wie groß das Gefühl der Selbstwirksamkeit ist. Wer meint, dass neue Situationen eine reizvolle Herausforderung sind und Probleme dazu da, gelöst zu werden, hat keinen Grund, ärgerlich und aggressiv zu sein, wird kaum ängstliche und depressive Gedanken hegen und mit stressigen Lebensumständen leichter fertig werden. Kurz: Solche Menschen werden länger gesund bleiben und, wenn sie doch krank werden, damit besser und schneller zurechtkommen. Umgekehrt gilt: Wer sich als Pechvogel sieht, der den heimtückischen Anschlägen des Lebens ohnehin nichts entgegensetzen kann, hat große Chancen, auch als solcher zu enden.

Dass diese Grundhaltungen wie selbst erfüllende Prophezeiungen wirken, haben inzwischen zahlreiche, z.B. schwedische Studien nachgewiesen. So hatten Menschen mit einem hohen Gefühl der Selbstwirksamkeit unabhängig von ihrem Alter oder Geschlecht ein 3,5-fach geringeres Risiko, an psychosomatischen Beschwerden zu erkranken. Ihre Lebenszufriedenheit war deutlich höher, während in der Gruppe mit niedrigem Selbstwirksamkeitsgefühl eher ängstliche und depressive Gedanken vorherrschten. Sie meinten im Krankheitsfall schneller, dass da keine Heilung mehr möglich sei, und brachen öfter eine Behandlung ab. Doch Experten haben inzwischen Selbstreflexionspotenziale identifiziert, die zu einer optimistischeren Weltsicht verhelfen:
  • Sich an bereits gemeisterte Lebensaufgaben zu erinnern, bringt Selbstvertrauen und zeigt auch Handlungsmöglichkeiten für aktuelle Situationen auf.
  • Oft haben Situationen, die anfangs wie die pure Katas­trophe wirkten, rückblickend auch gute Seiten. Jobverlust, Ehekrise oder schwere Krankheiten sind immer auch Anlass, Bilanz zu ziehen und Lebensumstände zu überdenken.
  • Wer von vornherein mit Misserfolg rechnet, wird ihn auch ernten. Positive Gedanken, Hoffnung und Optimismus ziehen den Erfolg an.
  • Wer Fehler analysiert, wird für die Zukunft lernen. Wer sich darin suhlt, wird kaum Kraft und Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben finden.


Buchtipp:
"Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben", ­Siegfried Meryn und Christian Skalnik, Ecowin Verlag, € 19,95

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