Dienstag, 24. September 2019

Kraft für müde Knochen

Ausgabe 10/2010
„Krafttraining macht müde Knochen munter“, sagt TV-Arzt Prof. Siegfried Meryn, „das Training macht sich ein Leben lang bezahlt.“ Sein Rat: „Für den ersten Schritt in Richtung Knochenverdichtung ist es nie zu spät.“

Foto: Josef Philipp - istockphoto.com
Leider ist das ganz normal: Etwa um das 30. Lebensjahr herum erreichen die menschlichen Knochen ihre größte Dichte, danach werden sie zunehmend porös. Schon ab 40 verliert das Skelett jedes Jahr ein Prozent seiner Masse. Normalerweise ist das kein Problem. Wenn sich der Vorgang aber – etwa durch einen Mangel an Hormonen oder zu wenig Kalzium – beschleunigt, entsteht Osteoporose und die Knochen werden brüchig.

Was in den meisten Aufzählungen über die Risikofaktoren für das Skelett fehlt, ist die Bewegung. Dabei zeigen zahlreiche Studien, dass gerade körperliche Aktivität zur Belastbarkeit der Knochen mehr beiträgt als alles andere zusammen. So verglichen etwa Forscher der Penn State University vor geraumer Zeit den Einfluss von Milch und körperlicher Aktivität. Das Ergebnis sprach eindeutig für die Turnstunde. Die Knochen von Frauen, die in den Teenagerjahren viel Sport betrieben hatten, waren auch im Alter um vieles dichter als die der „Milchmädchen“.

Ein positiver Nebeneffekt jeder Art von körperlicher Aktivität: Die Knochen werden nicht nur wieder belastbarer, sondern auch weniger oft belastet. Wie eine aktuelle Studie der Universität von Ankara zeigt, konnten ältere Damen, die alle bereits an Osteoporose litten, in nur vier Wochen ihr Balancegefühl markant steigern, wenn sie nur zweimal die Woche sanftes Walking betrieben. Obwohl sie sich mehr bewegten, stürzten die Teilnehmerinnen deutlich seltener und gerieten so gar nicht erst in Gefahr von Knochenbrüchen.

Warum sich mit Krafttraining nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen stärken lassen, können Wissenschafter heute bereits erklären. Um wachsen zu können, brauchen die Knochen Reize. Beim Gewichtheben an der Kraftmaschine werden sie mit jedem Muskelzug ein klein wenig verformt. Das regt die Regeneration an und führt auf Dauer zu einem festeren Kern.

Das Schönste an den sportlichen Effekten für die Knochen ist, dass sich jede Investition ein Leben lang bezahlt macht. Das Training schützt selbst dann noch, wenn der sportliche Elan längst verschwunden ist. Ältere Frauen, die zwei Jahre lang fünfmal die Woche ein Krafttraining absolviert hatten, behielten die besseren Knochenwerte auch noch acht Jahre nach dem Trainingsende. Mein Rat: Für den ersten Schritt in Richtung Knochenverdichtung ist es nie zu spät!

Buchtipp:
Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben Siegfried Meryn und Christian Skalnik Ecowin Verlag, € 19,95

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