Samstag, 22. Februar 2020

Kein Stress mit dem Stress

Ausgabe 12/2009-01/2010
„Identifizieren Sie Ihre persönlichen Stressfallen, denn oft sind es selbstauferlegte Ansprüche, die das Leben so stressig machen – hier können Sie gezielt gegensteuern“, rät TV-Arzt Prof. Siegfried Meryn.

Foto: Philip Date - fotolia.com
Auch wenn die nächsten Jahre mit Sicherheit noch viele weitere beunruhigenden Erkenntnisse über die körperlichen Folgen psychischer Belastungen bringen werden, ist schon jetzt klar genug: Aktives Stressmanagement ist immer eine Generalkur für den gesamten Körper. Es gibt so gut wie keine Funktion im gesamten Organismus, die von mehr innerer Ruhe und Gelassenheit nicht profitieren könnte. Immerhin reicht die Liste der bisher erforschten Stressfolgen von Denkblockaden bis zu schwersten Depressionen, vom Magen-Darm-Geschwür bis zum krummen Rücken, vom Lustverlust bis zum Herzinfarkt. Selbst das Altern von Zellen lässt sich mit einer entspannteren Einstellung zum Leben günstig beeinflussen.

Mit einem Anti-Stress-Programm, raten Stressforscher, kann nicht früh genug begonnen werden. Wer wartet, „bis der größte Stress erst mal vorüber ist“, wird vermutlich ewig warten. Ohne Zutun verändert sich die Welt erfahrungsgemäß nämlich selten von allein. Natürlich ist es nicht immer leicht, die äußeren Rahmenbedingungen im Berufsleben oder der Partnerschaft zu verändern. Aber unmöglich ist es auch nicht. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass vieles nur deshalb Stress macht, weil niemand unter all den Gestressten zu sagen wagt, dass er gestresst ist. Sich abgrenzen zu lernen und dem nächsten Ansturm von Arbeit oder Erwartungen auch einmal ein klares Nein entgegenzusetzen, halten Stressforscher für einen der wichtigsten Schritte. Und wie Untersuchungen zeigen, sind die eigenen Ansprüche, Ängste und Selbsteinschätzungen auch die effizientesten „Schrauben“ zur Senkung der Stresspegel.

Als ersten Schritt zum wirkungsvollen Stressmanagement empfehlen Experten, die persönlichen Stressfallen zu identifizieren. Wer es versucht, kann meist entdecken, welche selbst auferlegten Ansprüche das Leben oft so stressig machen. Stressforscher haben die häufigsten davon identifiziert – und dazu hilfreiche Leitsprüche als Gegenmaßnahme formuliert:

  • Unrealistischer Perfektionismus: „Jeder macht Fehler – niemand ist perfekt!“
  • Übertriebenes Harmoniebedürfnis: „Ich kann auch Nein sagen. Wer mich nur schätzt, weil ich immer Ja sage, kann es auch bleiben lassen.“
  • Mangelndes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten: „Ich habe schon viel geschafft. Gibt es wirklich jemanden, der diese Aufgabe besser als ich lösen könnte?“
  • Zu großes Kontrollbedürfnis: „Hilfe anzunehmen ist keine Schande. Schließlich helfe ich anderen ja auch.“

QUELLE & BUCHTIPP:

Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben, Siegfried Meryn und Christian Skalnik, Ecowin Verlag € 19,95

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