Sonntag, 15. September 2019

Idealgewicht – was ist das?

Ausgabe 09/2010
„Schönheitsideale ändern sich genauso wie die aktuellen Empfehlungen für ein Idealgewicht“, sagt TV-Arzt Prof. Siegfried Meryn und rät, einfach zum Maßband zu greifen. Denn zu viel Bauchfett ist auf jeden Fall ungesund.

Foto: Todd Keith - istockphoto.com
Lange Zeit haben nicht Ärzte oder Wissenschaftler, sondern die Ikonen des Film- und Showgeschäfts den Begriff „Idealgewicht“ definiert. Noch in den 1960er-Jahren bestimmten Marilyn Monroes Maße Männerträume, und die Kombination 94-58-91 galt den meisten Frauen als erstrebenswertestes Ziel. Dabei hatte die Diva Kleidergröße 42 und hätte wenige Jahre später, als Fotomodelle wie die klapperdürre Twiggy die Titelseiten dominierten, bereits als mollig gegolten. Nachdem in den letzten Jahren etliche Models ihre Hungerkuren mit dem Leben bezahlt hatten, dürfen Laufstegschönheiten heute zwar wieder einige Kilo mehr über den Catwalk tragen. Von einer normalen Figur sind aber auch die Models der neuen Generation weit entfernt.

Mit diesem Schönheitsdiktat vor Augen zerfällt die Menschheit zunehmend in zwei Segmente. Während die eine Gruppe rund und runder wird, hungert die andere den unerreichbaren Vorbildern hinterher. Derzeit, schätzen Experten, leiden bereits rund fünf Prozent der Mädchen zwischen 12 und 18 an einer Form von Essstörung. Pro Jahr werden inzwischen rund 600 neue Magersucht- und 900 Bulimiefälle diagnostiziert. Tendenz steigend.

Doch auch viele der ganz alltäglichen Abnehmvorsätze sind eigentlich unbegründet. Die meisten Menschen wollen ein Idealgewicht erreichen, das etwa zehn Prozent unter jenem liegt, das medizinisch betrachtet die beste Prognose für ein möglichst langes und gesundes Leben bietet. Als wichtigste Richtgröße dafür galt lange Zeit der Body-Mass-Index (BMI). Doch wird bei der Division Körpergewicht durch das Quadrat der Körpergröße nicht unterschieden, wie viel Fett und wie viel Muskelmasse zum Gewicht beiträgt. Arnold Schwarzenegger hatte in seinen besten Zeiten, muskelbepackt und topfit, einen BMI von 31, er würde nach klassischer Definition als übergewichtig gelten.

Für die einfachste Form eines Gesundheitschecks reicht im Grunde ein simples Maßband. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass allein der Bauchumfang deutliche Rückschlüsse auf das Gesundheitsrisiko zulässt. Männer, die mehr als 94 cm Taillenumfang haben, tragen bereits ein höheres Risiko. Bei den Frauen sollte das Maßband nicht mehr als 80 cm zur Umschließung ihrer Taille benötigen. Neben dem Gewicht lohnt es sich also auch, auf die Körperform zu achten.

Buchtipp:
Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben Siegfried Meryn und Christian Skalnik Ecowin Verlag, € 19,95

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