Freitag, 06. Dezember 2019

Gesundheitselixir Sex

Ausgabe 05/2010
„Küsse wirken wie Medizin, Streicheleinheiten erhöhen die Lebenserwartung, und leidenschaftlicher Sex kann den Besuch eines Fitnesscenters ersetzen“, sagt TV-Arzt Prof. Siegfried Meryn.

Foto: Olga Ekaterincheva - istockphoto.com
Schon leidenschaftliche Küsse haben messbare Auswirkungen auf die Gesundheit. Eine Studie der Wiener Universitätsklinik zeigt, dass Küsse wie Medizin wirken: Ein langer Kuss senkt den Blutdruck und die LDL-Cholesterinwerte im Blut.

Selbst Allergien lassen sich mit innigem Geschmuse lindern. Der japanische Allergologe Hajime Kimata erfasste die Immunwerte von Allergikern, die bei sanfter Musik 30 Minuten lang ihren Partner geküsst hatten – sie verbesserten sich immer. Auf Dauer ließen sich allein mit der Kuss-Therapie sowohl Heuschnupfen wie auch Dermatitis merkbar lindern.

Liebevolle Streicheleinheiten entspannen nicht nur die Haut, sondern führen auch zu einer Ausschüttung von Glückshormonen, die nachweislich Auswirkungen auf den ganzen Organismus und die Lebenserwartung haben können.

Leidenschaftlicher Sex schließlich hat auf den Organismus ähnlich positive Auswirkungen wie der regelmäßige Besuch eines Fitnesscenters. Herz und Kreislauf werden angeregt, das Risiko für Infarkt und Schlaganfall sinkt. Eine „British Medical Journal“ veröffentlichte Studie zeigte, dass Männer, die im Bett mehr als zwei Mal pro Woche Erfüllung fanden, eine deutlich höhere Lebenserwartung hatten als Männer, die weniger als ein Mal pro Woche sexuell aktiv waren. Neben Herz, Kreislauf und Atmung aktiviert ein sexuell erfülltes Liebesleben auch das Immunsystem.

So gesehen sollten Politik und Krankenkassen rasch für ein flächendeckendes Netz an Sexualberatungsstellen sorgen. Denn etlichen so genannten „sexuellen Revolutionen“ zum Trotz gilt das Sexualleben immer noch als eine der größten Konfliktzonen in Beziehungen, was eine große deutsche Studie belegt: 49 Prozent berichteten von Problemen und Unzufriedenheit mit der Sexualität. Und der Anteil der Paare, von denen wenigstens einer das Glück im Bett nicht finden konnte, lag mit 65 Prozent sogar deutlich über der Hälfte. Probleme in der verbalen Kommunikation landeten mit 48 Prozent erst auf dem zweiten Platz in der Unzufriedenheitsstatistik.

Dass das eine meist zum anderen führt, haben die Forscher in einer Zusatzauswertung ihrer Studie auch herausgefunden: Ein Großteil der Probleme im Bett ließ sich dadurch erklären, dass es vielen schwerfällt zu artikulieren, wonach sie sich sehnen. Im Durchschnitt werden nur 35 Prozent der sexuellen Wünsche der Männer und 44 Prozent der weiblichen Fantasien erfüllt. Die Überraschung der Studie war aber, dass von denen, die unerfüllt blieben, gut die Hälfte vom Partner oder der Partnerin gerne erfüllt worden wäre. Trauen Sie sich und reden Sie offen miteinander!

Buchtipp :
Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben Siegfried Meryn und Christian Skalnik Ecowin Verlag, € 19,95

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-12 130x173

Aktuelles Heft 12/2019-01/2020

Die nächste Ausgabe erscheint am 7. Februar

 

Unsere Ausgabe 11/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie sieht es mit Ihrem Zuckerkonsum aus?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information