Mittwoch, 23. Oktober 2019

Gefühls-Entscheidungen für die Gesundheit

Ausgabe 05/2009
„Achten Sie bewusst auf sich“, rät der TV-Arzt Prof. Siegfried Meryn, „denn Glück trägt zur Verbesserung der Gesundheit bei.“

Foto: Mattilda - fotolia.com
Wenn britische Beamte je ein ruhiges Leben hatten, war es für einige davon mit dem Beginn der zweiten „Whitehall“-Studie vorbei. In regelmäßigen Abständen tauchten Studienbegleiter am Schreibtisch auf und wollten von den Staatsdienern wissen, wie glücklich sie sich in den letzten fünf Minuten gefühlt hatten. Selbst in der Freizeit mussten sie Angaben über ihre Befindlichkeit machen. Gleich nach den höflichen Fragen zückten die Wissenschafter auch noch ihre Gerätschaften: Herzfrequenz und Blutdruck wurden penibel gemessen, zusätzlich wurden Speichelproben entnommen und auf ihren Gehalt an Stresshormonen untersucht. Ziel war es, einmal nicht die Auswirkungen von Unglück, Ärger oder Frust zu erheben, sondern zu sehen, ob Glück nachweisliche Spuren im Körper hinterlässt, die aktiv zur Verbesserung des Gesundheitszustandes beitragen können. 2005, bei der Endauswertung dieser Detailstudie, bestand daran kein Zweifel mehr:
  • Je glücklicher die Beamten waren, desto geringer waren die Kortisolwerte, ein wichtiger Schutzfaktor für das Herz- Kreislauf-System und gegen Diabetes.
  • Bei Männern sorgten Hochgefühle außerdem noch für eine Senkung der Herzfrequenz.
  • Jene Teilnehmer, die sich fast immer glücklich fühlten, hatten zudem auch geringere Werte des Blutproteins Fibrinogen. Dieses Molekül macht das Blut „klebrig“ und ist für die Blutgerinnung von entscheidender Bedeutung. Große Mengen dieses Proteins können auf zukünftige Herzprobleme bis hin zum Infarkt hinweisen.
Damit sind die Wechselwirkungen von Gefühlen und Gesundheit endlich von beiden Seiten untersucht. Frust und Glück, Stress und Entspanntheit, Angst und Optimismus – jede Gefühlsregung findet in körperlichen Vorgängen ihren Niederschlag. Die wenigsten Krankheiten, die das Leben schwer und oft auch kürzer machen, brechen schicksalhaft über den Organismus herein. Von Unfällen und seltenen Gen-Defekten abgesehen, sind die meisten auf Fehlregulation oder Überforderung bestimmter körperlicher Regelsysteme zurückzuführen. Natürlich werden die Körperfunktionen von allerlei äußeren Einflüssen wie z.B. Ernährung und Bewegung maßgeblich beeinflusst. Ebenso sehr aber werden sie von innen gesteuert. Ob Immunsystem, Herz, Blutgefäße, Hormonhaushalt oder Stoffwechsel, selbst Gehirnvorgänge sind in hohem Maß von Verhaltensweisen und Gefühlen abhängig und reagieren sensibel auf jede Veränderung. Daher mein Rat an Sie: Nehmen Sie sich Zeit, achten Sie bewusst auf sich und sammeln Sie Ihre Glücksmomente – Sie werden sich nicht nur besser fühlen, auch Ihr Körper dankt es Ihnen.


QUELLE & BUCHTIPP:
Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben, Siegfried Meryn und Christian Skalnik Ecowin Verlag, € 19,95

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