Montag, 26. Oktober 2020

Die coolen Softdrinks

Ausgabe 09/2009
„Coole Softdrinks sorgen ganz rasch für zu viele Kilos“, sagt TV-Arzt Prof. Siegfried Meryn, „und das ist für Kinder gar nicht cool.“

Foto: Steve Cukrov - fotola.com
Was haben die Kinder früher gelitten. Cola zu trinken galt schon immer als „cool“, wurde aber bis in die 1990er Jahre von vielen Eltern verboten, weil es angeblich Fleisch über Nacht auflösen konnte. Dass heute schon Volksschulkinder über diesen Mythos nur noch lachen können, finden immer mehr Ernährungsexperten fast bedauerlich. In den letzten fünfzig Jahren hat sich der Konsum von Softdrinks weltweit um das Fünffache erhöht. Und immer mehr Untersuchungen weisen darauf hin, dass sich die Anzahl von fettleibigen Kindern nicht zufällig im selben Zeitraum verdoppelt hat.

In Massachusetts haben Ernährungswissenschafter fast 600 Kinder eineinhalb Jahre intensiv beobachtet und über jede Mahlzeit genau Buch geführt. Schon ein einziger Softdrink pro Tag schlug sich dabei merklich auf den Body-Mass-Index nieder und erhöhte das Risiko, adipös zu werden, um ganze 60 Prozent. Kids, die stattdessen Mineralwasser tranken, wurden deutlich seltener dick.

Auch eine der zahlreichen Detailauswertungen aus der berühmten „Nurses’ Health Study“ weist in die gleiche Richtung. Demnach hatten Frauen, die bloß eine Dose zuckerhaltige Limonade pro Tag tranken, im achtjährigen Beobachtungszeitraum ein um 83 Prozent erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken. Schuld daran, so meinen die meisten Experten, war aber nicht der Zucker an sich, sondern die daraus resultierende Gewichtszunahme.

Doch manche Softdrinks sind softer: Wenn schon Süßgetränke, dann sollten sie wenigstens mit dem richtigen Zucker versetzt sein. In den USA werden die coolen Drinks bevorzugt mit Maissirup versetzt, in Europa eher mit Saccharose, also Haushaltszucker. Maissirup besteht zu 45 Prozent aus Glucose und 55 Prozent aus Fructose. In unserem Zucker sind die beiden Bestandteile etwa 50:50 gemischt.

Nach neuesten Untersuchungen dürfte die europäische Variante zumindest eine Spur weniger dick machen. Bei Mäusen hat sich nämlich gezeigt, dass Fructose schneller zu mehr Körperfülle führt als Saccharose oder Süßstoffe. Der Grund dürfte in der Leber liegen, die Fructose anders verarbeitet als Glucose. Also wenn es schon Softdrinks sein müssen, achten Sie bitte genau auf die Inhaltsstoffe – denn wirklich cool sind nur schlaue Konsumenten!

QUELLE & BUCHTIPP:
"Wer gesund stirbt, hat mehr vom Leben",  Siegfried Meryn und Christian Skalnik, Ecowin Verlag € 19,95

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