Freitag, 15. November 2019

Auch Mikro-Bewegung zählt

Ausgabe 11/2009
„Den Hund tatsächlich ein Gassi weit führen und nicht nur vor die Haustür, Stiegen steigen und mit den Füßen wippen – schon kleine Aktivitäten verbrennen Kalorien“, rät TV-Arzt Prof. Siegfried Meryn.

Foto: Caraman - fotolia.com
Es braucht keine Turnschuhe und schon gar keine Mitgliedschaft in einem Fitnessclub für ein Bewegungs-Startprogramm. Statt von „Sport“ sprechen moderne Bewegungsexperten von „körperlicher Aktivität“, was zählt, sind nicht mehr „Übungseinheiten“, sondern „Mikro-Bewegungen.“

Schon wer täglich zehn Minuten flott geht, leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung seiner Gesundheit. Wer das Hinterteil nur ein paar Mal öfter als unbedingt nötig aus dem Schreibtischsessel hievt, dabei vielleicht sogar auf die Unterstützung der Arme verzichtet, hat ganz nebenbei ein paar Kniebeugen gemacht. Die Treppe statt den Lift zu nehmen, zum Bürokollegen gehen, statt ihn anzurufen, die letzte Station statt mit der Straßenbahn per pedes zu bewältigen, den Hund nicht bloß vor die Tür setzen, sondern wirklich ein „Gassi“ weit zu führen – die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Das hält nicht nur den Bewegungsapparat, das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel in Schwung. Für Bewegungsforscher liegt auch das Geheimnis der Schlankheit vor allem im Alltag. Der Körper verbrennt selbst dann Kalorien, wenn er mit dem Fuß den Takt schlägt, so eine der Ausgangsüberlegungen für die Forscher an der renommierten Mayo-Klinik in Rochester, USA. Schließlich machten sie die Probe aufs Exempel.

Sie statteten zehn Normalgewichtige und zehn leicht Übergewichtige mit Sensoren am Körper aus. Diese zeichneten jede noch so kleine Bewegung rund um die Uhr auf. Alle Teilnehmer hatten Berufe, die zum Sitzen zwangen. Während der zehntägigen Untersuchung gingen sie ihren gewohnten Aufgaben nach, lediglich bei der Ernährung achteten die Forscher darauf, dass alle exakt die gleiche Kalorienmenge zu sich nahmen.

Die Auswertung von insgesamt 150 Millionen Messdaten ergab, dass die Schlankeren im Durchschnitt 150 Minuten länger am Tag in Bewegung waren als die etwas Fülligeren: Auch wenn das Bewegungsmuster waren, die weit von sportlicher Aktivität entfernt lagen, summierten sich die „Mikro-Bewegungen“ in der Energiebilanz ganz beachtlich: In Summe verbrannten die „bewegten“ Menschen täglich 350 Kalorien mehr. Übers Jahr gesehen macht das für die Figur einen erheblichen Unterschied.

Hätten sich die übergewichtigen Versuchsteilnehmer gleich viel bewegt wie die aktiveren Vergleichspersonen, so die Hochrechnung der Mayo-Forscher, hätten sie im Lauf eines Jahres 16 Kilogramm Gewicht verloren – ein gewichtiger Unterschied!

Quelle & Buchtipp: "Wer gesund stirbt, hat mehr vom leben" Siegfried Meryn und Christian Skalnik Ecowin Verlag € 19,95

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-11 130x173

Aktuelles Heft 11/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 6. Dezember

 

Unsere Ausgabe 10/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Advent/Weihnachten/Jahreswechsel bedeutet für viele Stress pur. Wie gehen Sie damit um?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information