Sonntag, 16. Juni 2019

Pflanzen der Lust

Ausgabe 2019.06
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Die Natur kann vieles – unter anderem unsere sexuelle Lust steigern! GESÜNDER LEBEN zeigt Pflanzen, die tatsächlich das sexuelle Verlangen und die Potenz fördern bzw. die Fähigkeit zu einem Orgasmus erhöhen.


Foto: iStock-BraunS

Sexuelle Lustlosigkeit oder gar ein kompletter Verlust der Libido können bei Betroffenen einen starken psychischen Leidensdruck auslösen. Was aber viele nicht wissen: Sexuelle Appetenzstörungen (so nennt man in der Fachsprache den unwillentlichen Mangel oder die unwillentliche Abnahme an sexueller Fantasie und sexuellem Verlangen) können nicht nur mit schulmedizinischen Medikamenten, sondern auch sehr wirkungsvoll mit der Kraft der Natur behandelt werden. Dabei ist die Anwendung von natürlichen Aphrodisiaka (also Substanzen, die sowohl das sexuelle Verlangen als auch die sexuelle Lustempfindung steigern) nichts Neues: In beinahe jeder Zivilisation und Kultur gibt es seit jeher Aufzeichnungen Pflanzen, Kräuter oder Nahrungsmittel über die die sexuelle Vitalität steigern.

Phytotherapie
Besonders Pflanzen nehmen einen hohen Stellenwert ein, wenn es darum geht, mittels der Natur die persönliche Libido zu steigern. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), der traditionellen europäischen Medizin (TEM) als auch in der indischen Ayurveda-Medizin gehört die pflanzliche Behandlung von sexuellen Appetenzstörungen seit jeher zum Standard. Für den deutschen Sexualtherapeuten Dr. Gerd Jansen sowie den deutschen Chronobiologen Dr. Jan-Dirk Fauteck keine Überraschung: „Grundsätzlich gibt es kaum einen Bereich in der Medizin, in der die Phytotherapie, also die Pflanzenheilkunde, nicht zumindest als komplementärer Ansatz zu Hause ist. Viele der modernen Medikamente sind nichts anderes als chemische Abkömmlinge natürlicher Substanzen.“ Gemeinsam haben sie das Buch „Pflanzen der Lust: Natürliche Potenzmittel zur Steigerung der Libido bei Mann und Frau“ verfasst. Eine Herzensangelegenheit, denn: „Es kann nicht schaden, zu Beginn einer Therapie über natürliche Produkte nachzudenken, bevor die chemische Keule herausgeholt wird.“

Vorteile ...
Solange keine Unverträglichkeit gegen bestimmte pflanzliche Stoffe vorliegt, kann „fast jeder von luststeigernden Phytotherapeutika profitieren“, so Fauteck und Jansen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: „Es gibt, wenn überhaupt, nur sehr minimale Nebenwirkungen. Zudem wirkt der Großteil der natürlichen Aphrodisiaka sowohl bei Frauen als auch bei Männern.“ Im Vergleich zu PDE-5-Hemmern (Medikamente zur Behebung der erektilen Dysfunktion) sowie Testosteron-Medikamenten sind luststeigernde Phytotherapeutika, das haben zahlreiche Studien gezeigt, „meist effektiver bei sexuellen Störungen, die nicht auf organische Dysfunktionen zurückzuführen sind“.

... und Grenzen
Das zeigt aber auch: Pflanzliche Aphrodisiaka sind keine Wundermittel. „Sie sind nicht dazu geeignet, Krankheiten zu heilen, vielmehr verbessern und bereichern sie das gesunde Erleben von Sexualität. Bei Erkrankungen der Geschlechtsorgane, sexuellen Funktionsstörungen und schweren psychischen Erkrankungen oder Blockaden verfehlen Aphrodisiaka ihre Wirkung.“ Auch die Steigerung der Hirnleistung oder körperlicher Ausdauer sei mit Aphrodisiaka nicht möglich, betonen Fauteck und Jansen. Beide Experten plädieren für eine Kombination aus schulmedizinischer und alternativer Behandlung bei sexuellen Appetenzstörungen.

Was hilft wirklich?
Weltweit gibt es mehr als 500 Substanzen, die als Aphrodisiaka angepriesen werden. Für viele davon fehlen allerdings wissenschaftlich-fundierte Studien über deren luststeigernde Wirkung. Der Placebo-Effekt dürfte bei vielen dieser Mittelchen eine nicht unwichtige Rolle spielen. Aber es gibt sehr wohl pflanzliche Aphrodisiaka, die nachweislich helfen, Ihre Lust wieder zu steigern. GESÜNDER LEBEN stellt, gemeinsam mit den beiden Experten, die wichtigsten dieser Pflanzen vor (siehe Kasten auf Seite 30).

Ärztliche Beratung
Prinzipiell sollte man bei luststeigernden Phytotherapeutika auf „industriell hergestellte Produkte mit Qualität zurückgreifen, die es in der Apotheke zu kaufen gibt“, betonen Jansen und Fauteck. Die Experten raten zu Aphrodisiaka in Form von Kapseln oder, mit Einschränkungen, Tabletten. „Die Löslichkeit von Pulver ist in bestimmten Flüssigkeiten oftmals stark eingeschränkt, was die Einnahme schwierig macht.“ Die Zubereitung der aphrodisierenden Pflanzen als Tee und/oder Speisen „ist grundsätzlich zwar möglich, jedoch muss bezweifelt werden, dass hierdurch therapeutisch wirksame Konzentrationen der jeweiligen Wirkstoffe erzielt werden“. Eine Einnahme von natürlichen Aphrodisiaka sollte immer mit einem Facharzt besprochen werden – besonders dann, wenn es um Kombinationen mit potenzfördernden Medikamenten oder auch anderen Aphrodisiaka geht: „Hier kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen oder die Wirkung der Medikamente wird verstärkt oder abgeschwächt“, warnen die Experten.

Geduld!
Wann eine erste Wirkung eintritt, hänge unter anderem von der Art des Aphrodisiakums, vom Schweregrad der sexuellen Dysfunktion, von der Zusammensetzung des Produkts und der Kombination mit anderen Maßnahmen ab, so Fauteck und Jansen. „Dennoch sollte sich der Effekt spätestens nach circa sechs bis acht Wochen einstellen.“ Oftmals hält der positive Effekt noch einige Wochen nach Absetzen an. „Wie lang dieser Zeitraum ist, hängt wiederum von vielen Faktoren ab, zum Beispiel, ob sich die Lebensumstände geändert haben, bestimmte Grunderkrankungen erfolgreich behandelt wurden oder ob es einfach nur eine Veränderung in der Erwartungshaltung gab.“ 

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Pflanzen der Lust
Seite 2 Mehr Lust dank natürlicher Aphrodisiaka

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