Mittwoch, 22. Mai 2019

Osteoporose: Starke Knochen werden schwach

10. Mai 2006
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Knochenklau. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist Osteoporose eine systemische Skeletterkrankung, die durch niedrige Knochenmasse und Verschlechterung der Mikroarchitektur gekennzeichnet ist. Als Folge davon kommt es – insbesondere ab einem Alter von etwa 65 Jahren – zu einer sprunghaften Zunahme der Kochenbrüchigkeit und einem erhöhten Frakturrisiko, typischerweise Oberschenkelhalsbrüche. Konkrete Angaben zur Prävalenz in Österreich liegen nicht vor. Man schätzt, dass im Schnitt jede dritte Frau und jeder sechste Mann über 50 Jahren daran erkrankt.


Je nach Ursache unterscheidet man zwischen primärer und sekundärer Osteoporose. Die sekundäre Form ist eine Folgeerscheinung anderer Erkrankungen oder langfristiger Medikamenteneinnahme (z. B. Kortison). Primäre Osteoporose ist das Ergebnis verschiedener Einflussfaktoren, die unter anderem auch die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten betreffen.

Abbildung 1:
Faktoren für den Aufbau und Erhalt des Knochens

Osteoporose, diagram

(Quelle: Kaspar H, 2004)

Zu den gesicherten Einflussfaktoren auf das Osteoporoserisiko gehört der positive Effekt einer ausreichenden Kalziumzufuhr. Und das nicht erst in späteren Jahren, sondern besonders im ersten Lebensdrittel. Denn bis zum Alter von etwa 30 Jahren wird Knochenmaterial aufgebaut. So weist das Skelett zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr den höchsten Kalksalzgehalt und folglich die höchste mechanische Stabilität auf, man nennt dies "Peak Bone Mass". Mit diesem Zeitpunkt ist die Aufbauphase beendet und anschließend überwiegen die Knochen abbauenden Prozesse, so dass ab diesem Alter das Skelett pro Jahr etwa 1 % seiner Masse verliert.

Die Prävention besteht vor allem darin, durch eine optimale Kalziumzufuhr während der Knochenaufbauphase den Mineralstoffgehalt im Skelett zu maximieren. Je höher die Peak Bone Mass ausfällt, desto später treten nennenswerte Abbauvorgänge und relevante Stabilitätsverluste auf. Doch auch im höheren Lebensalter kann durch eine ausreichende Kalziumzufuhr der physiologische Abbau von Knochenmasse zumindest verzögert werden.

Kalzium: größte praktische Bedeutung
Je nach Nahrungsquelle ist die Bioverfügbarkeit von Kalzium unterschiedlich. Kalzium aus Milchprodukten ist für den Menschen sehr gut verfügbar während pflanzliches Kalzium weniger gut verwertet werden kann. Verantwortlich dafür sind verschiedene Einflussfaktoren, so wirken etwa Phytinsäure aus Vollkorngetreide oder Oxalsäure hemmend, während Laktose (Milchzucker) die Kalziumresorption fördert. Auch viele andere Nährstoffe und Lebensmittelinhaltsstoffe wirken potenziell positiv auf die Kalziumresorption bzw. Knochenbildung, so z. B. die Vitamine D, C und K sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren als Ausgangssubstanz für die Prostaglandinsynthese.

Info zwischen den Zeilen: In den letzten Jahren sind vielversprechende Forschungsergebniss im Zusammenhang mit sekundären Pflanzenstoffen und Osteoporose veröffentlicht worden. So scheinen Phytoöstrogene (z.B. die Isoflavone Genistein und Daidzein aus Soja) knochenschützende Effekte aufzuweisen. Ganz allgemein scheint eine obst- und gemüsereiche Ernährung positive Effekte auf den Knochenmineralerhalt zu haben. Auch Inhaltsstoffe aus Zwiebeln und Küchenkräutern führten im Tiermodell zu einem geringeren Knochenabbau.

Wird nicht aktiv vorgebeugt, zeigt sich die Osteoporose etwa zehn Jahre nach Beginn der Wechseljahre. Der Ernährung kommt in der Prophylaxe eine zentrale Bedeutung zu. Eine ausreichende Kalziumzufuhr, bevorzugt in Form von Milch und Milchprodukten, trägt nachweislich zum Erreichen einer hohen Peak Bone Mass bei.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Osteoporose: Starke Knochen werden schwach
Seite 2 Kalziumräuber


Quelle
forum.ernährung heute
www.forum-ernaehrung.at

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