Dienstag, 21. Mai 2019

Omas Geheimwissen – meine Gesundheit

Ausgabe 04.2015
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Hühnersuppe gegen Erkältung, geriebener Apfel bei Durchfall und Topfen auf den Sonnenbrand: Hausmittel sind altbewährt und sollten gerade deshalb viel öfter angewendet werden.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - Gitusik

Rinnt die Nase, rumort es im Darm oder ist die Muskulatur „verkatert“, müssen es nicht gleich (verschreibungspflichtige) Medikamente sein. Oft reicht der Griff in das Arzneiregal der Natur oder die Besinnung auf altbekannte Hausmittel. GESÜNDER LEBEN zeigt – gemeinsam mit Gesundheitspublizist Prof. Hademar Bankhofer und der Wiener Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathie Dr. Katrin Strauch – die besten Hausmittel gegen Verkühlung, Verdauungsprobleme, Heuschnupfen und Co.  

Clever gurgeln und Nase reiben gegen Verkühlung
Es riecht nach Frühling. Doch Vorsicht: Noch ist die Verkühlungsgefahr nicht gänzlich gebannt – schon alleine, weil man immer wieder hustenden und niesenden Menschen begegnet. Und die WHO hat nachgewiesen: Die meisten Viren und Bakterien gelangen über den Mund in den Körper. Werden wir also vom Gegenüber angehustet oder geben ihm die Hand, nachdem dieser sich gerade geschnäuzt (und danach nicht die Hände gewaschen) hat, wird das Immunsystem mitunter mit mehreren Millionen Krankheitserregern konfrontiert. Zum Glück gibt es wirkungsvolle Hausmittel und Maßnahmen, mit denen wir uns schützen können. Hademar Bankhofer hat unter anderem einen Gurgel-Tipp: „Geben Sie 15 Tropfen Propolis-Tinktur aus dem Bienenstock oder 7 Tropfen australisches Teebaumöl in ein Glas lauwarmes Wasser und gurgeln Sie kräftig. Propolis und Teebaumöl wirken, wie auch der pure Saft aus dem Blattgel der Aloe vera, antiviral und antibakteriell.“ Außerdem sollte man die Hände des Öfteren mit warmem Wasser und Seife waschen und in beheizten Räumen auf die Luftfeuchtigkeit achten, denn „trockene Schleimhäute in Mund und Nase werden schnell zu Tummelplätzen für Krankheitserreger“, weiß Bankhofer, der überdies einen Trick aus der traditionellen chinesischen Medizin kennt: „Stellen Sie sich mehrmals am Tag entspannt und locker hin und reiben Sie mehrere Minuten mit den Zeigefingern gleichzeitig die Nasenflügel auf und ab. In diesen Hautbezirken der Nase sitzen nämlich Energiepunkte, die die Thymusdrüse hinter dem Brustbein, ein wichtiges Zentrum der körpereigenen Immunkraft, beeinflussen.“ Durch das Reiben der Nasenflügel aktivieren wir also die Abwehrkräfte und halten zusätzlich die Nase warm. Letzteres ist gut, weil sich Verkühlungsviren speziell in kalten Nasen wohlfühlen, wie eine Studie der Yale-Universität nachgewiesen hat.  Und wen es dennoch erwischt, der macht sich am besten eine stärkende Hühnersuppe.

Kümmel, Fenchel und Anis gegen Blähungen
Wer zu Blähungen neigt, sollte Kümmel, Fenchel und Anis in den Speiseplan einbauen – zum Würzen und Trinken. Auch bei Babys wirken antiblähende Gewürze, weiß Katrin Strauch. „Neben Tees gibt es etwa Kümmelzäpfchen oder Windöle, die man den Kleinen auf den Bauch streicht. Die ätherischen Öle beruhigen und tragen zur Entspannung bei.“

Leinsamen und Pfefferminztee gegen Verstopfungen
Bei Verdauungsbeschwerden und Verstopfungen helfen z. B. geschrotete Lein- oder Flohsamen. Wichtig: Diese müssen mindestens eine halbe Stunde in Wasser aufquellen, man kann sie aber genauso über Nacht einweichen und morgens etwa ins Müsli geben. Ferner sollte man bei derart verdauungs-fördernden Lebensmitteln (z. B. auch Dörrzwetschken) generell ausreichend trinken, vorzugsweise lauwarmes Wasser. Des Weiteren sind etliche Kräuter der Verdauung zuträglich – die Allgemeinmedizinerin dazu: „Neben Pfefferminztee zählen vor allem Löwenzahn, Mariendistel, Tausendgulden- oder Wermutkraut zu den verdauungsfördernden Kräutern. Vor allem bittere Kräuter fördern den Gallenfluss und dieser wiederum die Fettverdauung. Ein Kräuteraperitif vor dem Essen ist also durchaus sinnvoll.“

Kamillenteewickel für Magen und Darm
Eine Wohltat für den Magen sind Käsepappel-, Ringelblumen- und natürlich Kamillentee. Für Bauchschmerzen bzw. Bauchkoliken kennt Strauch ebenfalls ein bewährtes Rezept: „Überbrühen Sie ein Tuch mit heißem Wasser oder Kamillentee, winden Sie es sehr gut aus und legen Sie es auf den Bauch. Darüber kommt eine Schicht Frischhaltefolie, mit einem Handtuch oder Leintuch einwickeln und zum Schluss eine Wärmeflasche. Dieser Wickel ist angenehm warm und dunstend, wodurch sich die Muskulatur des Darms entspannen kann.“

Schafgarbe bei Leberproblemen und unregelmäßiger Monatsblutung
Sind die Probleme eher im Bereich der Leber angesiedelt, empfiehlt es sich, einen Wickel mit Schafgarbentee zuzubereiten. Selbstverständlich kann man aus diesem bewährten Heilkraut ebenso einen Tee zubereiten. Und – quasi ein Tipp am Rande: Auch bei unregelmäßiger Monatsblutung kommt die Schafgarbe seit Jahrtausenden zur Anwendung.

Heidelbeeren helfen bei Durchfall
Was aber hilft bei Durchfall? Unter anderem getrocknete Heidelbeeren: Zwei Esslöffel davon mit einem Viertelliter kaltem Wasser aufkochen, zehn Minuten köcheln lassen, abseihen und fertig. Aber Achtung: Frische Heidelbeeren wirken abführend, daher unbedingt getrocknete verwenden, da diese die Darmschleimhaut abdichten. Auch gut: Einen Apfel grob hobeln, stehen lassen, bis er braun ist, und essen. Und wer bei Erbrechen keine Flüssigkeit behalten kann, dem empfiehlt Strauch: „Je ein Drittel Orangensaft, Schwarztee und abgekochtes Wasser mit einer Prise Salz vermischen, im Kühlschrank abkühlen lassen und das eiskalte, selbst gemachte Elektrolytgetränk schluckweise trinken.“

Topfen hilft bei Knieschmerzen, Verstauchungen und Mandelentzündungen  
An sich muss man einen Muskelkater nicht behandeln. Dennoch gibt es Mittel und Möglichkeiten, den Heilungsprozess zu beschleunigen. Vor allem Wärme tut gut, weil sie die Durchblutung fördert. Ebenso wirken etwa Arnika, Weihrauch, Rosmarin und Johanniskraut bzw. daraus hergestellte Salben durchblutungsfördernd. Topfen wiederum lindert Schmerzen, hemmt Entzündungen, entspannt und leitet Hitze aus. Katrin Strauch rät: „Tragen Sie bei Knieschmerzen, Verstauchungen oder Mandelentzündungen Topfen auf. Ich empfehle es außerdem stillenden Müttern, wenn sie Brustschmerzen infolge einer Brustentzündung oder eines Milchstaus haben.“ Ein Topfenwickel aus „Großmutters Apotheke“ ist also nicht nur bei Sonnenbrand ein probates Mittel.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Omas Geheimwissen – meine Gesundheit
Seite 2 Frühjahrsmüdigkeit

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