Dienstag, 12. November 2019

Nie wieder Schmerzen! - Umfangreicher Therapie-Stundenplan

Ausgabe 2018.11
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Umfangreicher Therapie-Stundenplan
Hat man nun als Anwärter das Glück, für die Multimodale Schmerztherapie geeignet zu sein, erhält man einen umfangreichen, perfekt auf einen selbst ausgearbeiteten Behandlungsstundenplan, den es rund ein Monat lang einzuhalten gilt. Die „Unterrichtsgegenstände“ sind diffizil und erscheinen zu einem Teil vollkommen logisch und zum anderen etwas wunderlich. Likar: „Ganz klassisch, wie meist in allen medizinischen Belangen, spielt natürlich moderates Ausdauertraining eine Rolle – hier eignet sich beispielsweise Nordic Walking wunderbar. Aber auch spezielle Krafttrainings für den gesamten Bewegungsapparat, unter Anleitung von Ergo- und Physiotherapeuten, sind Teil der Therapie. Diätologen geben außerdem Ernährungstipps, denn so manchem würde es nicht schaden, ein paar Kilos abzunehmen und mal auf das ein oder andere Bier zu verzichten.“ In sogenannten Acceptance Commitment Trainings mit Psychologen (auf Deutsch „Akzeptanztherapie“) werden den Patienten Strategien beigebracht, wie sie mit Schmerz – sollte dieser auftreten – umgehen können, ohne daran zu zerbrechen. Gedanken und Gefühle gilt es zu akzeptieren und Werte, die in den Hintergrund gerückt sind, wieder in den Mittelpunkt zu stellen wie: dass das Leben lebenswert ist, selbst, wenn nicht jeder Tag schmerzfrei sein kann. So stehen auch Genuss- und Achtsamkeitstrainings an der Tagesordnung. In jenen wird erlernt, wie man sich selbst als Person wieder mehr zu schätzen und zu pflegen weiß und wie man seine persönlichen Wünsche wahrnimmt. „Der Großteil der Menschen, der bei uns Hilfe sucht, muss erst wieder lernen, sich selbst zu lieben und wertzuschätzen. Ist das geschafft, dann ist bereits ein großer Schritt getan. Denn man glaubt gar nicht, welch große Rolle die Psychosomatik in Bezug auf die Schmerzbewältigung spielt“, ergänzt Likar.

Buchtipps

buch2Multimodale schmerztherapie bei Chronischen Kopfschmerzen:

Interdisziplinäre Behandlungskonzepte
von Günther Fritsche und Charly Gaul
Verlag: Thieme, € 29,99

 

buch4Chronischer Schmerz:

Schulmedizinische, komplementärmedizinische und psychotherapeutische Aspekte
von Martina Sendera und Alice Sendera
Verlag: Springer, € 46,26

 

buch3Mehr Aktivität - weniger schmerz!?:

Aktive ultimodale Schmerztherapie versus physiotherapeutisch-physikalische Therapie bei chronischen Rückenschmerzen!
von Christoph Andreas Oratsch
Akademikerverlag, Preis: 23,60

Lernen, sich selbst zu therapieren
Nach rund vier Wochen sollten die Personen deutlich schmerzgelinderter sein als vor Beginn der Therapie. Die darin erfahrenen „Überlebensstrategien“ sollten jedoch weiterhin in den Alltag integriert werden. Man hat sozusagen gelernt, sich weiterhin, Tag für Tag, selbst zu therapieren. Nach drei und sechs Monaten gibt es nochmals ein paar Auffrischungstage, die das Erlernte im Gedächtnis nochmals festigen sollen. Bestenfalls benötigen die ehemaligen Schmerzpatienten keine weiteren Behandlungen mehr, da sie nun selbst am besten wissen, was im Fall des Falles zu tun ist. Kehrt die peinigende Verzweiflung doch eines Tages zurück, kann die Multimodale Schmerztherapie wiederholt werden.

Übersicht zu diesem Artikel:
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