Freitag, 15. Februar 2019

Nie ohne meine Reiseapotheke

Ausgabe 06/2011
Egal, wohin die Reise geht – ein bisschen Gesundheit sollten Sie immer mit einpacken. Was unbedingt in Ihre Reiseapotheke muss und was Sie für spezielle Urlaubsvorhaben benötigen, haben wir für Sie aufgelistet.


Endlich Urlaub in Sicht! Egal, ob Sie in den sonnigen Süden reisen, das große Abenteuer auf der anderen Seite des Globus suchen oder einfach nur an heimischen Badeseen die Ferien genießen wollen: Ihre Reiseapotheke sollte fix im Gepäck sein. Zugegeben: Niemand denkt schon gerne an Verdauungsprobleme, Sonnenbrand oder Insektenstiche, wenn es um die Planung des Traumurlaubs geht. Dennoch: „Eine gut ausgestattete Reiseapotheke kann manchmal den Urlaub retten“, ist Mag. Ilona Leitner, Präsidentin der Wiener Apothekerkammer, überzeugt. Gewusst wie, lautet dabei das Motto. Die Pharmazeutin hat daher gemeinsam mit Gesünder Leben die wichtigsten Zutaten für Ihre Reiseapotheke zusammengestellt – plus wertvolle Tipps, die Sie unbedingt beachten sollten, wenn Sie mit Medikamenten auf Reisen gehen:

Allgemeine Tipps
  • Wählen Sie grundsätzlich Medikamente aus, die sich bei Ihnen schon bewährt haben und die Sie gut vertragen.
  • Tun Sie dies am besten gemeinsam mit Ihrem Apotheker oder Ihrer Apothekerin. So werden Sie individuell beraten und können im Fall des Falles auch den Beipackzettel lesen.
  • Die meisten Medikamente sind temperaturempfindlich und sollten unter 25 Grad Celsius gelagert werden. Zum Schutz der Medikamente vor Hitze bewährt sich ein metallbeschichteter Thermo-Beutel, wie er z.B. in Supermärkten für Lebensmittel erhältlich ist. Bei Autofahrten gehört die Reiseapotheke zum Schutz vor der Sonne unter den Fahrersitz. Achtung: Wenn Sie länger in der Sonne parken, kann die Temperatur rasch steigen! Bei Flugreisen garantiert der Platz im Handgepäck Raumtemperatur, denn im Gepäckraum sind besonders auf Langstreckenflügen auch Minusgrade möglich. Tipp: Feste Arzneiformen haben ein geringeres Gewicht als flüssige, das hilft, die Gewichtsbeschränkungen einzuhalten. Bei Flüssigkeiten darf die Menge von 100 ml nicht überschritten werden.
  • Erkundigen Sie sich bei Fernreisen, wie groß die Zeitverschiebung ist. Einige Medikamente (z.B. die „Pille“) werden nämlich in ihrer Wirkung beeinträchtigt, wenn der Einnahme-Rhythmus nicht eingehalten wird.
  • Wenn Sie unter einer Dauertherapie stehen oder eine chronische Erkrankung haben, sollten Sie Ihren Hausarzt ersuchen, eine kurze – möglichst englischsprachige – Medikamenten- und Diagnosenübersicht zu verfassen. Falls medizinische Hilfe nötig wird, ersparen Sie sich so einige Probleme.
  • Lebenswichtige Medikamente und Insulin für Diabetiker gehören bei Flugreisen immer ins Handgepäck. So kann nichts passieren, selbst wenn das Gepäck während der Reise verspätet ankommt oder gar verloren geht.

Die Grundausstattung
Die Zusammenstellung der Reiseapotheke hängt natürlich sehr von Ihrem Gesundheitszustand, dem Reiseziel und weiteren individuellen Faktoren wie z.B. Medikamentenunverträglichkeiten ab. Neben den Medikamenten, die Sie ohnehin regelmäßig nehmen, gehören einige Mittel zur Grundausstattung.

Wenn Sie zudem viel Sport betreiben, sollten Sie zusätzlich an Mineralstoffe und Spurenelemente denken sowie an durchblutungsfördernde Mittel, Kältesprays oder -beutel und Salben für Prellungen und Verstauchungen.

Bei Reisen mit Kindern gehören Fieber senkende Mittel in Zäpfchen- oder Saftform in die Reiseapotheke, Elektrolytpräparate bei Durchfall oder Erbrechen und Mikroklistiere gegen Verstopfung. Vergessen Sie nicht auf kindgerechten Insekten- und Sonnenschutz!

Praktisch ist auch die Mitnahme eines Moskitonetzes, das mit ein paar Tropfen Teebaumöl beträufelt, einen guten Schutz vor Stechinsekten bietet.

Reiseziel berücksichtigen
Selbstverständlich macht es auch einen großen Unterschied, ob die Fahrt ans Meer geht oder ins Gebirge, ob Sie all inclusive oder als Individualtourist reisen. Letztere sollten unbedingt an Mittel zur Wasserdesinfektion denken! Oder ob eine Fernreise die Mitnahme von Medikamenten zum Schutz vor speziellen Tropenkrankheiten (z. B. Malariamittel) notwendig macht. Auch die Anforderungen an den Sonnenschutz sind je nach Ur­laubsdes­tination sehr unterschiedlich. „Ein bewährter Service – österreichweit in allen Apotheken – inkludiert auch die Beratung für Fernreisen“, gibt Apothekerin Leitner noch einen praktischen Tipp: „Individuell je nach Urlaubsland und Reisedauer informieren wir Sie, welche Impfvorsorge für Sie wichtig ist. Fragen Sie aber rechtzeitig nach, denn oft sind mehrere Teilimpfungen notwendig – und natürlich wünschen wir Ihnen gerne auch persönlich einen schönen Urlaub!“

Von A–Z: Checkliste für die Reiseapotheke
  • Augen: beruhigende Augentropfen (z.B. Protagent®, Aqua Tears®, antiallergische und benetzende Augentropfen mit Euphrasia)
  • Durchfall: Darmbakterien ersetzende Präparate (z.B. Bioflorin®, Omniflora®, Yomogi®), Elektrolytersatz (z.B. Normolyt®, Normhydral®, Normakut® enthalten zusätzlich einen Arzneistoff gegen übererregten Darm)
  • Erbrechen, Übelkeit, Reisekrankheit: z.B. Travelgum®, Iberogast® Tropfen, Rennie®, Similasan Tablette gegen Magenbeschwerden bzw. Reisekrankheit, Rescue® Pearls von Bach, Montana Haustropfen
  • Fieber, Grippaler Infekt, Schmerzen: z. B. Paracetamol-Präparate, Aspirin®, ratioDolor® Schmerztabletten, Ibumetin®
  • Hustenreiz: z.B. Efeuzubereitungen
  • Insektenschutz: z.B. Anti Brumm®, das Mittel zum Einreiben war 2010 Sieger beim Test der Stiftung Warentest, komplette Hitliste im Internet unter: www.test.de/themen/freizeit-reise/test/Mueckenmittel-Einige-bieten-zuverlaessig-Schutz-1859225-1859947
  • Mund- u. Rachenentzündung: z.B. Tantum® Verde
  • Muskelkater und -verspannung: Magnesiumpräparate und Sportgel zum Einreiben
  • Nach dem Stich: z.B. Insecticum® Gel, Fenistil®, essigsaure Tonerdegele
  • Nase: abschwellende Tropfen helfen bei Verkühlung beim Druckausgleich im Flugzeug
  • Niedriger Blutdruck: z.B. Weißdorn-Zubereitungen
  • Schwellung, Verstauchung, Schmerz: z.B. Traumeel®
  • Sonnenschutzmittel und Sonnenbrand: Schutzmittel je nach Hauttyp und Reiseziel, eventuell Präparat gegen Sonnenallergie, z.B. Bepanthen® kühlender Schaumspray gegen leichte Verbrennungen, essigsaure Tonerdegele
  • Verletzungen: Pflaster, Hautdesinfektionsmittel (z.B. Octenisep® ist farblos!), entzündungshemmende Wundsalbe (z.B. Bepanthen® Plus), Verbandmaterial
  • Zuletzt nicht vergessen: Fieberthermometer, Schere, Pinzette und Erste-Hilfe-Anleitung

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