Dienstag, 17. September 2019

Nie ohne meine Reiseapotheke

Ausgabe 06/2009
Freuen Sie sich schon auf Ihren Urlaub? Damit es auch wirklich die schönste Zeit im Jahr wird, vergessen Sie bitte nicht auf Ihre Reiseapotheke – dann kommen Sie auch gesund wieder.

Foto: blende40 - fotolia.com
Die Koffer sind gepackt, die Zeitung abgemeldet, die Blumen gegossen, der Kühlschrank geleert. „Irgendwas fehlt doch noch“, meint der gewissenhafte Göttergatte, und er hat recht: Bei aller romantischen Sehnsucht nach fernen Ländern, neuen Begegnungen und ungewohnten kulinarischen Köstlichkeiten sollte man die Reiseapotheke nicht vergessen und sie nach Reiseziel, Reisedauer und Reiseart sowie gesundheitlichen Problemen abstimmen. Die Zusammenstellung der Reiseapotheke ist also fast etwas so Persönliches wie die Auswahl des Reisebegleiters.

Allgemeine Tipps
Erste Maxime: Wählen Sie grundsätzlich Medikamente aus, die sich bei Ihnen schon bewährt haben und die Sie gut vertragen. Am besten stellt man die Apotheke schon vor der Reise zusammen, denn in einigen Ländern sind Arzneimittel zwar günstiger als hierzulande, aber mitunter sind die Qualitätsanforderungen im Ausland nicht so hoch wie in Österreich (vor allem außerhalb von Europa). Beachten Sie zudem bei Reisen in warme Länder die Lagerungshinweise für Medikamente, denn ein geschmolzenes Schmerz- oder Fieberzäpfchen nützt im Bedarfsfall niemandem.

Wichtig zudem: Wer Medikamente zu einem bestimmten Zeitpunkt einnehmen muss, sollte sich bei Fernreisen erkundigen, wie groß die Zeitverschiebung ist, denn einige Medikamente werden in ihrer Wirkung beeinträchtigt, wenn der Einnahme- Rhythmus nicht eingehalten wird. Bekanntes Beispiel dafür ist der Empfängnisschutz der Pille.

Grundausstattung
Was keinesfalls in der Reiseapothekefehlen darf, sind:
  • Persönliche Medikamente, die man täglich einnehmen muss, etwa wegen einer chronischen Erkrankung. Nehmen Sie sie am besten in ausreichender Menge im Handgepäck mit. Sinnvoll sind weiters Arzneimittel gegen Beschwerden, unter denen man häufig leidet – z.B. Medikamente gegen Allergien, Sodbrennen, Pilzinfektionen oder Lippenherpes.
  • Außerdem brauchen Sie ein Desinfektionsmittel und Verbandmaterial zur Versorgung von Wunden.
  • Gerade in Ländern mit Malaria- Gefahr ist es notwendig, die Körpertemperatur genau zu erfassen. Dorthin sollte man jedenfalls ein nicht zerbrechliches Fieberthermometer mitnehmen.
  • Medikamente gegen Fieber und leichte bis mittlere Schmerzen sind zum Beispiel bei Erkältungen oder Zahnschmerzen wichtig. Ein Tipp noch: In Regionen, in denen zu Blutungen führende hämorrhagische Fieber, wie Dengue-Fieber oder Gelbfieber auftreten, sind blutverdünnende Stoffe wie Acetylsalicylsäure oder Diclofenac ungeeignet. Am besten eignet sich hier Paracetamol.
  • Zur Grundausstattung gehört schließlich noch ein Breitspektrum-Antibiotikum, das sowohl gegen bakterielle Atemwegs Infektionen als auch gegen bakterielle Darminfektionen wirkt, wie zum Beispiel Typhus oder Cholera.

Zusatzausstattung

  • Nützlich sind außerdem Medikamente gegen Übelkeit. Leiden Sie unter Reiseübelkeit, können Sie schon vor Fahrtbeginn ein entsprechendes Medikament einnehmen. Bei plötzlicher Übelkeit helfen schnell wirksame Kaugummi-Präparate.
  • Wichtig sind auch Medikamente gegen Durchfall. Starker Flüssigkeitsverlust ist die größte Gefahr bei Durchfall, besonders für Kinder und Schwangere. Die wichtigste Maßnahme ist daher der Ersatz von Wasser und Salzen, die der Körper verloren hat, mit einem Elektrolyt-Pulver.
  • Verstopfung wirkt man am besten entgegen, indem man genügend trinkt und ballaststoffreiche Nahrung isst. Hat man mit diesen einfachen Maßnahmen keinen Erfolg, ist für kurze Zeit ein mildes Abführmittel hilfreich.
  • Weiters empfehlen sich: Medikamente gegen Allergien sowie abschwellende und antiallergische Augentropfen gegen Augenbeschwerden,
  • entzündungshemmende Medikamente zur Behandlung von Prellungen und Zerrungen.
  • Ratsam ist in vielen Fällen auch die Mitnahme von abschwellenden Nasensprays gegen Schnupfen sowie von Medikamenten gegen Halsschmerzen.

Nicht vergessen!

In fast alle Reisegebiete sollte man außerdem ein gutes Sonnenschutzmittel mitnehmen. Wählen Sie die Stärke entsprechend dem Reiseziel und dem individuellen Hauttyp aus. Bei leichten Verbrennungen helfen eine gute Après-Creme oder ein Antihistaminikum, am besten als kühlendes Gel. Bei starken Rötungen wirkt kurzfristig eine dünne Kortison-Lotion oder Creme. Ein guter Schutz vor Mückenstichen ist in Gebieten wichtig, in denen z.B. Malaria, Gelbfieber, Dengue-Fieber oder die japanische Enzephalitis verbreitet sind. Malariatabletten braucht man für Malaria-Gebiete. So ausgerüstet kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Gute Reise!

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