Freitag, 05. Juni 2020

Nicht nur in Zeitenvon COVID-19: Impfen rettet Leben!

Ausgabe 2020.05
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Es scheint, als ob die ganze Welt gerade nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus forscht. Doch was ist eine Impfung überhaupt? Wie wirkt sie auf unseren Körper? Und wie sieht deren Herstellung aus? GESÜNDER LEBEN hat auf diese komplexen Fragen einfache Antworten gefunden.


Foto: © iStock_licsiren

Der Fachterminus Vakzination leitet sich von dem lateinischen Wort „vacca“ ab, das „Kuh“ bedeutet. Dem liegt eine logische Erklärung zugrunde: Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts entdeckten Wissenschafter, dass Menschen, die an den ungefährlichen, lediglich unangenehmen Rinderpocken (OrthopoxVirus) erkrankten, nach ihrer Genesung auch gegen die damals kursierenden lebensbedrohlichen Pocken (Variola-Virus) immun wurden. Kurz gesagt: Eine Ansteckung mit dem ungefährlichen Pockenvirus führte automatisch zu einer Immunisierung gegenüber dem todbringenden. Dieses Wissen machten sich Experten zunutze, um aus den harmlosen Rinderpocken den weltweit ersten Impfstoff zu entwickeln, der 1796 auf den Markt kam und bald schon das Variola-Virus ausrottete. Seither wurden unzählige Impfstoffe hergestellt, die uns erfolgreich vor tödlichen Krankheiten schützen, sei es nun vor Cholera oder Pest (und ja, diese Krankheiten existieren tatsächlich noch). Aber wieso schützen uns Impfstoffe überhaupt? Um das zu verstehen, muss man zunächst einmal das Immunsystem unseres Körpers betrachten. Dieses unterteilt sich in eine unspezifische Abwehr, das ist jene, die uns bereits als Embryo mitgegeben wird, und die eine spezifische Abwehr, die wir erst erlernen müssen.

Auflistung der Tot- und Lebendimpfstoffe

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Das angeborene Immunsystem
Unser Organismus hat angeborene Waffen, die er gegen jeden unliebsamen Eindringling ganz automatisch anwendet, egal welches Virus, welches Bakterium, welcher Pilz oder Parasit das sein mag. Landet ein solch ungebetener Gast in unserem Körper, wird er umgehend attackiert. Doch für den Angriff steht uns stets nur die gleiche Art von Munition zur Verfügung und, ob diese nützt oder möglicherweise zu schwach ist, ist ein Lotteriespiel. Etwas wissenschaftlicher ausgedrückt, sprechen wir hier von sogenannten Fresszellen, wie etwa Makrophagen oder Granulozyten, die nichts anderes tun, als eben den Eindringling bildlich gesprochen „aufzufressen“. Ist diese Form der Attacke nicht ausreichend, muss der Körper schleunigst neue, spezifische Abwehrmechanismen erlernen, denn sonst ist eine Genesung unmöglich. Am besten lässt sich diese Erklärung mit einem Beispiel aus dem Haushalt versinnbildlichen: Man kann gegen jeden Schmutz gewöhnliche Seife verwenden. Natürlich wird diese Seife einiges an Dreck beseitigen können. Ihr wird es problemlos gelingen, Essensreste von einem Teller zu lösen, aber sie wird es nicht schaffen, den Kalk im Badezimmer zu entfernen oder Schmierölflecken aus einem weißen Hemd. Hierfür gibt es bessere, ganz spezfische Mittel, welche die Verunreinigungen sofort und ohne Mühe vernichten. Genau wie in diesem banalen Alltagsbeispiel hat unser Körper die Möglichkeit, Erreger mit individuell zugeschnittenen Mitteln auszurotten. Schnell und effektiv.

Spezifische Abwehrmechanismen
Wir sprechen nun von der spezifischen Immunabwehr. Sie ist eine auf einen einzigen Eindringling (zum Beispiel Influenzavirus) zugeschnittene Immunantwort, die der Körper jedoch erst erlernen muss und dafür benötigt er etwas Zeit – im Schnitt 14 Tage. Das ist auch der Grund, weshalb wir an dem Virus erkranken, ehe wir es effektiv bekämpfen können. Im Zuge dieser spezifischen Immunantwort sind spezielle weiße Blutkörperchen, die B-Lymphozyten, besonders relevant. Sie können einzigartige Antikörper erzeugen, die nur diesen einen Eindringling bekämpfen. Diese Antikörper heften sich schließlich an die Viren und erzeugen regelrechte Antikörper-Virenklumpen. Dadurch werden die Erreger ausgeschaltet und letztlich von unserem Körper wie Müll entsorgt. In etwa gleich verhält sich die spezifische Immunantwort, wenn Bakterien unseren Körper angreifen, beispielsweise Pneumokokken.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Nicht nur in Zeitenvon COVID-19: Impfen rettet Leben!
Seite 2 Wieso aber Impfen?
Seite 3 Hoffnungsschimmer Corona-Impfstoff

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