Montag, 16. September 2019

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2016.7/8

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


Foto: © Can Stock Photo Inc. - tester

 

Macht das Handy impotent?

Seit es Mobilfunktelefone gibt, hält sich die Meinung, Männer sollten das Handy nicht in die
Hosentasche stecken, da die Handystrahlen der Spermien­produktion schaden könnten. Von vielen als Ammenmrächen abgetan, hat eine israelische Studie nun tatsächlich bestätigt, dass sich Handy und Spermien nicht vertragen: Forscher der Medizinischen Fakultät des Technion in Haifa analysierten über einen Zeitraum von einem Jahr die Handynutzung und Spermienqualität von 106 Männern. Das Ergebnis ist alarmierend:  60 Prozent jener Männer, die mehr als eine Stunde täglich telefonierten, wiesen eine ungewöhnlich niedrige Spermienkonzentration auf. Die Zahl der Spermien verringerte sich bei 47 Prozent der Probanden noch zusätzlich, weil diese ihr Telefon meist in der Hosentasche trugen. Weitere Studien sollen folgen.

Intelligentes Aussehen - Ausreichend Schlaf für mehr Frische

Ausreichend Schlaf ist wichtig für ein frisches Äußeres. Dass Personen, die genügend Schlaf finden, aus diesem Grund auch intelligenter wirken, war vielleicht weniger klar. Im Rahmen einer schottischen Studie wurden 200 Probanden Fotos von Personen mit neutraler Mimik gezeigt. Jene Fotografierten, die von den Forscher angehalten wurden, zuvor eine Nacht „durchzumachen“, wurden dank dunkler Augenringe, aufgedunsenem Gesicht und schlaffen Augenlidern nicht nur als unattraktiver, sondern auch als weniger intelligent als die ausgeschlafenen Personen auf den Fotos eingestuft. In einem Folgeversuch wurden die zuvor unausgeschlafenen Personen nochmals fotografiert, diesmal aber nach einer erholsamen Nacht. Prompt wurde ihnen ein höherer IQ zugesprochen.

Lernen! Pause! Sport!

Dass Sport Körper und Geist in Schwung bringt, ist hinlänglich bekannt – ob aber körperliches Training auch helfen kann, das Gelernte besser im Gehirn zu verankern, konnte bisher noch nicht bewiesen werden. Eine aktuelle niederländische Studie scheint nun die Antwort gefunden zu haben: Insgesamt 72 Probanden wurden im Rahmen der Studie einem 40-minütigen Gedächtnistest (Bild-Ort-Zuordnungen) unterzogen. Danach wurden sie in drei Gruppen geteilt: Eine Gruppe machte nach der Lernsitzung gar keinen Sport, die zweite radelte auf einem Heimtrainer eine halbe Stunde lang unmittelbar nach dem Test und die dritte Kontrollgruppe wartete vier Stunden, bevor sie sich am Rad verausgabte. Das Ergebnis war überraschend: Jene Probanden, die erst vier Stunden nach dem Test Sport betrieben, konnten sich an die gelernten Informationen am besten erinnern, jene Gruppe, die sich sofort danach körperlich anstrengte, konnte vom Sport keinen Lernnutzen erzielen. Im Rahmen der Hirnscans zeigte sich tatsächlich eine höhere Aktivität des Hippocampus, dem eine  große Bedeutung bei Lern- und Gedächtnisfunktionen zugeschrieben wird. Die Ursache für den positiven Effekt einer Zeitverzögerung blieb allerdings unklar.

Bettnässen belastet

Unter Bettnässen (Enuresis), das fünf bis zehn Prozent der 7-jährigen Kinder in Österreich betrifft, versteht man einen unkontrollierbaren Harnverlust während des Schlafens. Ab einem Alter von 5 Jahren wird Enuresis als pathologisch auffällig angesehen. Entgegen der landläufigen Meinung hat Bettnässen selten eine psychische Ursache. Aber: Bettnässen hat ernsthafte Auswirkungen auf das kindliche Selbstwertgefühl, das emotionale Wohlbefinden und die täglichen Abläufe inklusive schulische Leistungen. Ärzte und Psychologen raten deshalb, Bettnässen so früh als möglich zu behandeln. Eine aktuelle belgische Studie hat gezeigt, dass eine erfolgreiche Therapie eine Verbesserung der Merkfähigkeit, der Lebensqualität und eines funktionierenden Tagesablaufes bewirken kann.

Doping mit Anabolika

Doping mit Anabolika ist weitverbreitet. Nicht nur Leistungssportler greifen zu den illegalen Substanzen, um sich einen Vorteil zu verschaffen, auch Freizeitsportler und Bodybuilder nutzen sie, um den Muskelaufbau im Fitness-Studio zu beschleunigen. Anabolika können gespritzt oder geschluckt werden, es gibt sie aber auch als Creme oder Gel für die Haut oder als Pflaster. Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (Hormonlehre) warnen nun: Anabolika, die im Internet und zum Teil auch in Fitness-Studios angeboten werden, können dem Körper schwere Schäden zufügen. Den Anwendern drohen aufgrund von Verkalkung der Blutgefäße Thrombosen und Schlaganfälle sowie Störungen der Organfunktionen von Herz, Leber und Nieren. Nach dem Absetzen können Anwender zudem Depressionen entwickeln, schon zuvor zeigt sich oftmals ein Ansteigen des Aggressionspotenzials; auch das Risiko, Psychosen zu entwickeln, ist deutlich erhöht.

Keine Syptome? - Herzinfarkt auf lautlosen Sohlen

Ein Herzinfarkt kündigt sich mit Schmerzen hinter dem Brustbein, Atemnot, kaltem Schweiß und/oder verringerter körperlicher Leistungsfähigkeit an – so zumindest die gängige Meinung. Nun zeigt eine neue US-Studie, dass die Anzahl sogenannter stummer Infarkte, also Infarkte ohne jegliche Symptome, höher ist als gedacht. Rund 10.000 Probanden wurden für die Studie neun Jahre lang genauestens medizinisch beobachtet, zu Beginn waren die Teilnehmer gesund. 386 von ihnen erlitten im Untersuchungszeitraum einen Herzinfarkt mit den bekannten Symptomen, 317 Probanden (also ganze 45 Prozent!) hatten vor dem Infarkt allerdings keinerlei Beschwerden. Ob der Infarkt „stumm“ sei oder nicht, sagt aber nichts über die möglichen gesundheitlichen Folgen aus, betonen die Forscher der Studie. Zudem seien Frauen deutlich stärker betroffen als Männer.

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