Sonntag, 16. Juni 2019

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2018.09

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


Foto: © Neurologie - UK Bonn

 

Wellensittiche lassen die Einsamkeit vergessen

Menschen in Seniorenheimen leiden vor allem unter Fremdbestimmung und ihrer Abhängigkeit, die meisten vermissen ihr altes soziales Umfeld inklusive ihrem Haustier. Eine Studie mit 100 Probanden in 37 deutschen Seniorenheimen untersuchte, ob die Beschäftigung mit Wellensittichen dieses Manko ändern kann. Das Ergebnis: Das Zusammenleben mit den Vögeln erhöhte das persönliche Aktivitätsniveau und förderte den Kontakt zu anderen Heimbewohnern –  es gab viel Gesprächsstoff über Erlebnisse mit den Tieren. Während bei den Senioren ohne einen Wellensittich 75 % über Einsamkeitsgefühle klagten, waren das bei den Vogelbesitzern nach dem achtwöchigen Zusammenleben nur noch 5 %.

Leben ohne zittern dank Schallwellen

Ärzte am Uni-Klinikum Bonn haben ein System zur Anwendung von magnetresonanzgesteuertem, hoch fokussiertem
Ultraschall im Gehirn in Betrieb genommen.
Die Bonner Ärzte nützen das im deutschsprachigen Raum erste Gerät dieser Art bei schwerem, nicht therapierbarem essenziellem Tremor und Parkinson-Tremor – gezielt und ohne den Schädel zu öffnen. Die Behandlung dauert etwa drei Stunden, bei der hochintensive Schallwellen von außen die dafür verantwortlichen Areale im Gehirn abschalten. Den Patienten wird für den hoch fokussierten Ultraschall eine Art Helm mit integrierter Wasserkühlung für das Schädeldach aufgesetzt. Von 1.024 Positionen werden bei diesem Verfahren für das Gehirngewebe ungefährliche Ultraschallwellen punktgenau auf den Zielpunkt gesendet und dort wie bei einem Brennglas gebündelt. Für die dafür notwendige hochpräzise Lokalisation sorgt die mit Hilfe der Magnetresonanztomografie gesteuerte Neuronavigation, damit nur der gewünschte Bereich in der Tiefe des Gehirns inaktiviert wird. An dieser Stelle wird dann die zur Thermokoagulation nötige Temperatur von ca. 56 bis 60 Grad erreicht. Der Patient ist während des Eingriffs wach. Erste erfolgreiche Behandlungen wurden bereits durchgeführt.

E-Zigaretten erhöhen

Sind E-Zigaretten wirklich gesünder?
Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (D) lässt daran zweifeln – und schuld ist das Nikotin: Bei jenen Probanden, die herkömmliche Tabakzigaretten rauchten, kam es zu einem Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz, der 15 Minuten anhielt. Bei jenen Teilnehmern, die E-Zigaretten mit Nikotin bevorzugten, war der Anstieg sogar 45 Minuten lang zu beobachten. Aber: Die dritte Probanden-Gruppe, die nikotinfreie E-Zigaretten rauchte, war frei von solchen Beschwerden.

Zahl des Monats 4%

... der Jugendlichen in Tirol sind punktuell so abhängig vom Internet, dass ihre Gesundheit und Entwicklung mitunter gefährdet ist. Dieser Wert entspricht dem Durchschnitt anderer Jugendlicher in Europa. Das zeigt eine aktuelle Studie der Innsbrucker Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Alarmierend: Bei psychischen Erkrankungen ist die Gefahr einer Internetsucht um das 7,8-fache erhöht.

Omega-3-Fettsäuren senken Blutzucker und Blutfette

Eine Meta-Studie aus China untersuchte den Einfluss von Omega-3-Fettsäuren auf Fett- und Zuckerstoffwechsel bei Frauen mit PCO-Syndrom (PCOS). PCOS ist eine der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen, bei der es zu erhöhten Hormonwerten, Eierstockzysten und einer Beeinträchtigung des Zucker- und Fettstoffwechsels kommt. Das Ergebnis der Studie: Omega-3-Fettsäuren, die v. a. in Fisch und gesunden Ölen enthalten sind, wirken sich positiv auf das Gesamtcholesterin, den Adiponektin-Wert (von Fettzellen abgegebenes Hormon, das v. a. den Zucker- und Fettstoffwechsel beeinflusst) sowie auf den HOMA-Wert aus, der sich aus Zucker- und Insulinspiegel berechnet. Eine gesunde Ernährung kann PCOS also positiv beeinflussen.

Depression: Mit EEG schneller zum Therapieerfolg

Bis bei einer Depression die richtigen Antidepressiva zur Behandlung gefunden sind, können viele Wochen vergehen. Eine neue US-amerikanische Studie gibt nun Hoffnung: Wird zu Therapiebeginn und eine Woche danach ein EEG (Gehirn-strommessung) durchgeführt, kann dies wichtige Hinweise dafür bieten, ob das Medikament anschlägt oder nicht. Wurde nämlich im Gyrus cinguli, jenem Gehirnareal, das mit schweren Depressionen in Verbindung gebracht wird, eine höhere Aktivität gemessen, sprachen die Probanden besser auf die Behandlung an. Weitere Studien sollen folgen.

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