Sonntag, 23. September 2018

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2018.03

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


Foto: iStock-PeopleImages

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena liefert nun erste Ergebnisse einer Langzeitstudie (insgesamt 14 Jahre mit 12.000 Probanden jährlich) zu den Themen Partnerschaft und Familie. „Es ist uns gelungen, die Wechselwirkung zwischen Selbstwertgefühl und Depression innerhalb einer Paarbeziehung stärker offenzulegen“, so Co-Studienleiter Prof. Franz J. Neyer. „Ein niedriges Selbstwertgefühl verstärkt zwar häufig die Depressivität einer Person, ein Partner mit einem größeren Selbstwertgefühl kann aber eine positive Wirkung auf sie haben und das höhere Risiko, an einer Depression zu erkranken, abpuffern.“ Ein weiteres Ergebnis liefert Antworten auf die Frage, wieso wir mit unserem Partner ein Leben lang zusammenbleiben – oder eben nicht. Die Studie stellt fest, dass die Wahrnehmung der Bedürfnisse innerhalb einer Beziehung entscheidend ist für den Verlauf des gemeinsamen Weges. „Wenn eine Person innerhalb einer Beziehung beispielsweise darauf bedacht ist, ihre Unabhängigkeit zu bewahren, dann ist es von Vorteil, wenn das auch der Partner so sieht“, erklärt Neyer. Nicht etwa einschneidende Krisensituationen seien also in der Regel verantwortlich für Trennungen, sondern eher persönliche Eigenschaften, die von Beginn an feststehen.

Multiple Sklerose
Lebensstil beeinflusst Symptome

Eine Studie der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore, USA, belegt: Wer einen gesunden Lebensstil pflegt, kann den Alltag mit multipler Sklerose leichter bewältigen. Im Jahr 2015 füllten die 7.639 Probanden einen detaillierten Ernährungsfragebogen aus. Für jede Person wurde ein individueller Gesamtqualitätsscore erstellt, der auf dem jeweiligen Konsum einzelner Lebensmittelgruppen basiert. Höhere Werte wurden als gesündere Ernährungsweise interpretiert. Zudem erfassten die Forscher den Zusammenhang zwischen der Ernährungsqualität und dem Grad der Behinderung. Das Ergebnis: Bei jenen Teilnehmern, die hinsichtlich ihrer Ernährungsqualität sehr hohe Gesamtpunkte erreichten, kam es um 20 % seltener zu schweren körperlichen Beeinträchtigungen als bei MS-Betroffenen mit der ungesündesten Ernährung. Personen mit einem insgesamt gesunden Lebensstil berichteten um rund 30 % seltener von schwerer Erschöpfung, etwa halb so häufig von Depressionen und um rund 30 % seltener von Schmerzen.

Die Langzeitfolgen einer Kaiserschnitt-Geburt

In Westeuropa entschieden sich 2016 24,5 % der Mütter dafür, ihr Kind auf diesem Wege auf die Welt zu bringen. Eine groß angelegte Langzeitstudie (rund 30 Millionen Frauen nahmen teil) des britischen Lehrkrankenhauses Royal Infirmary of Edinburgh beschäftigte sich mit den physischen Langzeitfolgen von Kaiserschnitten und ging der Frage nach, ob diese mit mehr Risiken verbunden seien als natürliche Geburten. Die Auswertung ergab, dass ein Kaiserschnitt das Risiko einer Fehl- oder Totgeburt sowie Probleme mit der Plazenta bei Folgeschwangerschaften erhöht. Jedoch senkt ein Kaiserschnitt das Risiko, eine Inkontinenz zu entwickeln. Und wie sieht es mit den Langzeitfolgen für Babys aus, die per Kaiserschnitt geboren werden? Diese entwickeln öfter Übergewicht und weisen ein erhöhtes Risiko einer Asthmaerkrankung auf. 

Zahl des Monats 50%

... der Österreicher kennen ihren Cholesterinwert nicht. Die Österreichische Atherosklerosegesellschaft (AAS) gibt unter www.blutsverwandt.at Informationen zum Thema Cholesterin. Laut Studien haben mehr als drei Millionen Österreicher erhöhte Cholesterinwerte. Dr. Christoph Binder, Vorstandsmitglied der AAS: „Erhöhtes Cholesterin führt zu Atherosklerose, einer krankhaften Veränderung der Blutgefäße, die für Herzinfarkte und Schlaganfälle – die Haupttodesursachen in Österreich – verantwortlich ist!“

Österreicher mögen’s heiß!

Marketagent.com befragte mehr als 500 Österreicher zum Thema „Saunagang“. Das Ergebnis: 46 % gaben an, sich zumindest fallweise in der Sauna gesund zu schwitzen. Vor allem für Österreichs Männer ist das Saunieren eine beliebte Freizeitbeschäftigung: So war jede vierte Österreicherin (25,5 %), aber nur jeder siebente Österreicher (14,5 %) noch nie in einer Sauna. Mehr als 60 % der Befragten bevorzugen eine Nacktsauna, 42 % gehen zudem lieber in eine gemischte anstatt in eine nach Geschlechtern getrennte Sauna. Auf Platz 1 der meistgenannten Gründe für einen Saunagang steht die Entspannung für Körper und Geist (54,9 %), dicht gefolgt von der Stärkung des Immunsystems (52,4 %) sowie die gute Wirkung auf die Atemwege (48,5 %).

Nächtliche Arbeit erhöht weibliches Krebsrisiko

Frauen, die nachts arbeiten, haben ein um 19 % höheres Risiko, an Krebs zu erkranken – das hat eine internationalen Studie nun herausgefunden. Insgesamt wurden Daten von 3,9 Millionen Frauen und von rund 115.000 Krebsfällen ausgewertet. Der Studie zufolge erkrankten nordamerikanische und europäische Frauen, die über Jahre hinweg auch Nachtschichten einlegen mussten, um 41 % öfter an Haut- sowie um 32 % öfter an Brustkrebs als Frauen, die nachts nie arbeiten. Auch das Risiko von Magenkrebs war um 18 % erhöht. Besonders betroffen sind Krankenschwestern, da diese einen extrem intensiven nächtlichen Job absolvieren müssen: Hier steigt das Risiko einer Brustkrebserkrankung um 58 %, jenes von Magenkrebs um 35 %. Nähere Erklärungen für die Studienergebnisse liefern die Forscher jedoch nicht.

Energy-Drinks
Ungesunde Energie

Eine Studie der University of Waterloo (Kanada) belegt, wie ungesund der Konsum von Energy- Drinks ist, vor allem für Teenager: Insgesamt 2.055 kanadische Jugendliche und junge Erwachsene (zwischen 12 und 24 Jahren) wurden zu ihrem Konsum von Energy-Drinks befragt. Das Ergebnis: 55 % der Teilnehmer, die regelmäßig und in großen Mengen diese Getränke zu sich nehmen, gaben gesundheitliche Beschwerden an, allen voran Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen, Brustschmerzen und zum Teil auch Krampfanfälle, Durchfall und Schlafstörungen. Warum? Energy Drinks enthalten Koffein, verschiedene Arten von Zucker, Taurin, Glucuronolacton, Farbstoffe und Aromen. Auch die AGES (Österr.Agentur für Ernährungssicherheit) rät Jugendlichen, nicht mehr als zwei Dosen (250 ml) pro Tag zu sich zu nehmen.

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