Montag, 18. Februar 2019

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2017.04

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.

 


Foto: Alexander Ströck

 Eine internationale Studie setzte sich mit dem Hörverlust in 50 Großstädten auf der ganzen Welt auseinander. Insgesamt nahmen über 200.000 Männer und Frauen aller Altersstufen teil, basierend auf diesen Daten wurde der weltweite Hörindex 2017 erstellt. Die Hörtests wurden mit statistischen Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie Daten zum weltweiten Hörverlust aus dem SINTEF-Bericht verglichen, um zu erforschen, wie weit die städtische Lärmbelastung und das abnehmende Hörvermögen zusammenhängen. Das Ergebnis: Wiener leiden aufgrund der in der Studie kaum festgestellten Lärmbelästigung in ihrer Heimatstadt (nur Zürich ist ruhiger!) durchschnittlich am wenigsten an Hörverlust. Das heißt, dass in Wien das Höralter am geringsten vom tatsächlichen Alter der Menschen abweicht. Im Gegensatz dazu verzeichnen Bewohner von Delhi in Indien den größten Hörverlust. Als lauteste Stadt weltweit stellte sich jedoch Guangzhou (China) heraus. Die Studie konnte also feststellen, dass der Hörverlust direkt oder indirekt mit der Lärmbelastung in den Wohnorten zusammenhängt.

KNOTEN AN DER SCHILDDRÜSE: OP muss nicht sein!

Etwa jeder dritte Erwachsene in Österreich hat Knoten in der Schilddrüse. Ob diese gut- oder bösartig sind, ist nicht immer einfach zu unterscheiden. Die diagnostische Differenzierung ist jedoch maßgeblich für die Therapiewahl – noch immer werden dafür viele Schilddrüsenknoten operiert. Eine Multicenter-Studie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall macht nun Hoffnung auf eine operationsfreie Diagnose. Sie zeigt, dass Ultraschall als bildgebendes Verfahren gemeinsam mit einer ultraschallbasierten Messung der Gewebeelastizität, der Strain-Elastografie (SE), die Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Knoten deutlich verbessert. Das Studienergebnis: In der Untersuchung wurden 90 Prozent der Knoten korrekt als gutartig erkannt, wenn Ultraschall und Elastografie gemeinsam angewendet wurden. „So kann die Diagnostik der Schilddrüse deutlich verbessert werden“, so Dr. Jörg Bojunga vom Uniklinikum Frankfurt.

Traurige Kindheit verkürzt Lebenswerwartung

Wenn Kinder vernachlässigt werden, Misshandlungen erleiden oder andere belastende Erfahrungen machen, leiden sie darunter nicht nur akut. Eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift „Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz“ belegt: Auch im Erwachsenenalter leiden viele Menschen unter den Folgen negativer Erfahrungen in der Kindheit. Eine durch emotionale Vernachlässigung oder Traumatisierung belastete Kindheit erhöht das Risiko, psychische Störungen wie eine Depression oder einer Angsterkrankung zu erleiden, auf das doppelte. Essstörungen treten bei den Betroffenen drei- bis fünfmal so häufig auf. Somatoforme Erkrankungen (körperliche Beschwerden, für die keine organische Ursache erkennbar ist) werden durch frühkindliche Belastungserfahrungen auf das Zwei- bis Vierfache gesteigert.

Zahl des Monats12

… Stunden am Tag zu arbeiten, ist ganz klar ungesund. Das bewies nun eine aktuelle Studie der MedUni Wien. Das Team rund um die Studienleiter Gerhard Blasche und Daniela Haluza konnte nachweisen, dass 12-Stunden-Arbeitstage zu einer erheblichen Tagesermüdung führen, die nur schwer auf normalem Weg durch die Tagesfreizeit abgebaut werden kann, andererseits aber Gesundheitsrisiken und erhöhte Unfallgefahren mit sich bringt.

Hauptsache Bewegung!

Die WHO empfiehlt, sich mindestens 150 Minuten in der Woche gemächlich oder mind. 75 Minuten intensiv zu bewegen. Bisher waren sich Experten uneinig, ob es gesundheitliche Nachteile mit sich bringt, dieses Mindestmaß auf ein, zwei Tage aufzuteilen – oder ob man sich nicht doch über die Woche verteilt gleichmäßig bewegen sollte. Eine Studie der britischen Loughborough University mit 63.000 Probanden konnte nun feststellen, dass Menschen, die das Mindestmaß an Bewegung als geballte Einheit erfüllen, nicht krankheitsanfälliger sind als jene, die über mehrere Tage hinweg Sport betreiben. Das Wichtigste, so die Studienleiter, sei, dass man sich überhaupt sportlich betätigt: Im Vergleich zu Sportmuffeln wiesen sportliche Menschen ein um 30 Prozent geringeres allgemeines Sterberisiko auf.

Ungesunder Lebensstil trübt die Augenlinse!

In Österreich werden pro Jahr rund 80.000 Menschen an grauem Star operiert, damit ist der Linsenaustausch der häufigste Eingriff hierzulande. Studien aber deuten darauf hin, dass der Lebensstil einen großen Einfluss darauf hat, wie schnell die Trübung der Linse voranschreitet. So identifizierte eine britische Studie die Stoffwechselerkrankung Diabetes als einen bedeutenden Risikofaktor bei Frauen nach den Wechseljahren. Bei den Probanden, die unter Diabetes mellitus litten, war das Risiko, aufgrund eines grauen Stars operiert zu werden, dreimal größer als bei gesunden Probanden. Rauchen erhöhte dieses Risiko um 26 Prozent, starkes Übergewicht (BMI > 30) um immerhin noch 12 Prozent.

pro - bono Freiwilligenarbeit ist gesund!

Laut einer aktuellen Studie der Universität Genf (untersucht wurden rund 40.000 Europäer) sind Menschen, die Pro-bono- Arbeiten nachgehen – also unbezahlte Jobs zum Wohle der Öffentlichkeit –, gesünder als jene, die um Freiwilligenarbeit einen großen Bogen machen: Das Ergebnis zeigte, dass der gesundheitliche Zustand der freiwilligen Helfer jenen von um fünf Jahre jüngeren Personen glich, die keiner Pro-bono-Arbeit nachgingen. Als Gründe dafür nennen die Forscher unter anderem vermehrte körperliche und geistige Betätigung sowie die Glückshormone Oxytocin und Progesteron, die bei dieser Art von Betätigung verstärkt ausgeschüttet werden und Entzündungen im Körper entgegenwirken.

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