Dienstag, 21. Mai 2019

Neues aus Medizin & Wissenschaft

Ausgabe 2017.03

Neue Erkenntnisse und Studienergebnisse aus der Welt der Wissenschaft – rund um die Themen Gesundheit, Medizin, Ernährung und Wohlbefinden.


Foto: © Can Stock Photo - 4774344sean

Eine Meta-Studie aus den USA und Schweden, die sich aus der ARIC-Studie (Atherosclerosis Risk in Communities), der MDCS-Studie (Malmö Diet and Cancer Study) sowie der WGHS-Studie (Women’s Genome Health Study) zusammensetzt und an der mehr als 55.000 Probanden teilnahmen, belegt einmal mehr: Wer sich gesund ernährt, nicht raucht, körperlich aktiv ist und Übergewicht vermeidet, erleidet seltener einen Herzinfarkt. Genauer: Ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um ganze 46 Prozent! Der günstige Einfluss eines gesunden Lebensstils war sogar bei Menschen nachweisbar, die ein erhöhtes genetisches Risiko hatten –und dieser Einfluss war erheblich, wie die Daten belegen:
In der ARIC-Studie erlitten dank gesunder Lebensweise nur 5,1 statt 10,7 Prozent der Teilnehmer mit einem erhöhten genetischen Risiko einen Herzinfarkt. In der WGHS-Studie sank die Rate von 4,6 auf 2,0 Prozent und in der MDCS-Studie von 8,2 auf 5,3 Prozent. Die Studien zeigen, dass jeder etwas gegen den Ausbruch einer Krankheit tun kann!

Gegen Arthrose
Mit Stammzellen aus Fett

Zwei von drei Österreichern über 65 sind von Arthrose betroffen, aber auch jüngere Menschen leiden unter Gelenksproblemen. Um die Beweglichkeit wiederherzustellen und die Schmerzen zu lindern, war man bisher auf eine medikamentöse Behandlung oder einen künstlichen Gelenksersatz angewiesen. Nun gibt es Hoffnung auf Heilung: Studien zeigen, dass Stammzellen aus Körperfett Schmerzen und Unbeweglichkeit lindern und zur Regeneration der schadhaften Gelenke beitragen können. „Stammzellen aus Fettgewebe wirken im Körper entzündungshemmend und regen im geschädigten Gelenk die Regeneration des Knorpels an", erklärt der Wiener Experte Dr. Karl-Georg Heinrich. Erste Erfolge bei der Arthrose-Behandlung mit Fettstammzellen erreichte man am Grazer Universitätsklinikum: Eine Patientin, die unter Arthrose des Daumengelenks litt, konnte vollständig geheilt werden.

Zu viel Fleisch ist ungesund

Wissenschafter der Medizinischen Universität Karolinska Institutet in Stockholm untersuchten über einen Zeitraum von 16 Jahren bei 74.645 Personen die Auswirkungen des Fleischkonsums auf die Lebenserwartung. Dazu erhoben sie zu Beginn die Ernährungsgewohnheiten dieser Personen und unterteilten sie je nach der Durchschnittsmenge an täglich konsumiertem Fleisch in fünf Gruppen. Am Ende des Beobachtungszeitraums stellte sich heraus, dass die Sterberate in der Gruppe mit dem höchsten Fleischkonsum (über 117 Gramm pro Tag) um 21 Prozent höher lag als bei der Gruppe mit dem niedrigsten Fleischkonsum (unter 46 Gramm pro Tag). Insbesondere Todesfälle durch kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall traten bei Personen mit hohem Fleischkonsum deutlich häufiger auf.

Zahl des Monats 1,8 Millionen

… Österreicher leiden an chronischen Kreuz- und anderen Rückenschmerzen. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Statistik Austria zum Thema „chronische Schmerzen“. Damit sind hierzulande Kreuz- und Rückenschmerzen die weitest verbreiteten chronischen Leiden, gefolgt von Nackenschmerzen bzw. Beschwerden der Halswirbelsäule sowie Arthrosen. Zu den Hauptursachen für viele Formen von Gelenksschmerzen zählen steigende Lebenserwartung, bewegungsarmer Lebensstil, Fehlbelastungen und Übergewicht.

Scharf essen, länger leben

Eine aktuelle Studie der Universität aus Vermont (USA) belegt, dass der regelmäßige Verzehr von Chili-Schoten zu einer längeren Lebensdauer verhilft. Knapp 16.000 US-Amerikaner wurden 18 Jahre lang beobachtet. Die Analyse der Daten zum Ernährungsverhalten zeigten Erstaunliches: Scharfe Schoten sind gut für unsere Gesundheit! Jene Probanden, die regelmäßig (mindestens zweimal pro Woche) Chilis auf ihrem Speiseplan hatten, wiesen ein um 13 Prozent geringeres Risiko für einen verfrühten Tod auf. Die Studienleiter gehen davon aus, dass der in Chili enthaltene Wirkstoff Capsaicin für die gesundheitsfördernde Wirkung verantwortlich ist: Er neutralisiert freie Radikale und hilft, vor Schadstoffen zu schützen. Er senkt den Cholesterinspiegel und schützt den Magen.

Kinderspielzeug oftmals zu laut!

Je lauter ein Spielzeug, desto beliebter ist es meist bei Kindern. Solche Krachmacher strapazieren nicht nur die Nerven der Eltern, sondern können für das kindliche Gehör sogar schädlich sein – das zeigte nun die Arbeiterkammer in einem kürzlich durchgeführten „Spielzeuglärm“-Test, der 14 Spielsachen unter „Kinderzimmerbedingungen“ (gemessen wurde die Lautstärke in 50 Zentimeter Entfernung) aufs „Ohr fühlte“. Besonders schockierend: Am meisten Dezibel, nämlich knapp unter 90, wiesen jene Spielzeuge auf, die für die ganz Kleinen (2 bis 4 Jahre) gedacht sind. Die AK bewertet nicht nur die allgemeinen Grenzwerte als „sehr kritisch“, sondern warnt gar davor, lautes Spielzeug überhaupt zu kaufen.

Krebs
Zahl der Neu­erkrankungen steigt

Das Institut für Gesundheitsökonomie (IHE) in Lund (Schweden) führte eine europaweite Studie zum Thema Krebs und Krebsmedikamente durch. Das Ergebnis ist alarmierend: Zwischen 1995 und 2012 ist die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen in Europa um ganze 30 Prozent gestiegen (Österreich: ein Plus von 15 Prozent). Damit ist Krebs mit rund 25 Prozent die zweithäufigste Todesursache. Auch die Anzahl der Krebs-Todesfälle erhöhte sich in den vergangenen Jahrzehnten um 11 Prozent. Genaue Zahlen gibt es auch für Österreich: Jährlich erkranken hierzulande rund 39.000 Menschen an Krebs. Österreich liegt bei der Rate der Krebspatienten, die zumindest fünf Jahre überleben, an vierter Stelle – hinter Schweden, Island und Frankreich.

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